Würenlos spricht von Hauruckübung

Als schärfste Kritikerin der Hitachi-Pläne zeigt sich die Gemeinde Würenlos.

Es ist noch nicht klar, ob sich Hitachi Energy in Wettingen niederlassen will oder ob doch Otelfingen den Zuschlag als Standort erhält. In ihrer Mitteilung macht die Gemeinde Würenlos um Ammann Anton Möckel ihrem Ärger Luft: «Der Regierungsrat will den kantonalen Richtplan ohne Rücksicht auf langfristige Planungsprozesse und einen behördenverbindlichen regionalen Sachplan im Schnellzugstempo anpassen. Die Vernehmlassung zeigt: Diese Hauruckübung stösst auf Widerstand. Würenlos wird beim Richtplan alle rechtlichen Mittel ausschöpfen – wenn nötig bis vor Bundesgericht.»

Im März und April habe sich eine Vielzahl von Interessengruppen aus der Region und darüber hinaus zu Wort gemeldet, die das Projekt ablehnen, und solche, die sehr hohe Bedingungen an eine Zustimmung knüpfen. Kritisch äusserten sich etwa der Bauernverband, der sich am Verlust von hochwertigem Landwirtschaftsland stört. Die Umweltverbände Pro Natura, BirdLife und Vogel- und Naturschutzverein machten sich Sorgen um Flora und Fauna.

In der Mitteilung lässt die Gemeinde verlauten, dass der Standort Otelfingen besser geeignet wäre, da dort bereits eine Industriebrache bestehe, die mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen sei.

Raumplanung und Verkehr

Der regionale Sachplan Landschaftsspange «Sulperg-Rüsler» aus dem Jahr 2012 sei behördenverbindlich und sehe vor, dass das Gebiet zwischen Sulperg im Osten und Rüsler im Westen als letzter grosser grüner Siedlungstrenngürtel im Limmattal erhalten bleiben soll. «Ein behördenverbindlicher Sachplan kann nicht einfach aufgehoben werden», findet die Gemeinde. Verena Rohrer, Leiterin kantonale Standortförderung, widerspricht im Interview mit Tele M1: «Der Sachplan definiert einen multifunktionalen Raum, da hat es Platz für Freizeit und Freiraum, aber auch für Wirtschaft und Verkehr. Das ist kein Widerspruch.»

«Planen heisst verlässlich entscheiden», schreibt die Gemeinde weiter. Wenn der Kanton heute ohne Not mit einer Hauruckübung den Richtplan beuge, schaffe er einen gefährlichen Präzedenzfall. Er lasse sich von einem privaten Unternehmen unter Zeitdruck setzen. Das Limmattal sei bereits sehr stark belastet, der Verkehr kollabiere teilweise heute schon. Es brauche ein gesundes Wachstum und diesen letzten zusammenhängenden Grüngürtel. Es gehe um Landwirtschaftsland von höchster Qualität und eine wertvolle, unersetzbare Bodenressource.(LiWe/zVg)

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