«Wie gut verstehenKinder Deutsch?»

Mit Sprachförderung gelingt der Start in der Schule besser.  Archiv/Sandra Ardizzone
Mit Sprachförderung gelingt der Start in der Schule besser. Archiv/Sandra Ardizzone

Im Rahmen von «Deutschförderung vor dem Kindergarten» ermöglicht der Kanton den Gemeinden eine Sprachstandserhebung.

«Gute Sprachfähigkeiten bilden eine zentrale Grundlage für den Schulerfolg von Kindern. Für Kinder, die mit einer anderen Familiensprache als Deutsch aufwachsen, ist es daher wichtig, möglichst früh auch mit der deutschen Sprache in Kontakt zu kommen», heisst es auf der Website des Kantons.

Die Möglichkeit, eine Sprachstandserhebung vor dem Kindergarten durchzuführen, nutzen nebst Wettingen auch Neuenhof, Würenlos, Killwangen und Spreitenbach. Im ganzen Kanton nehmen insgesamt 87 Gemeinden teil.

Fragebogen in 14 Sprachen

In der Wettinger Mitteilung steht: «Alle Eltern, deren Kinder zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. Juli 2023 geboren sind, erhalten bis Ende Januar 2026 einen Brief der Gemeinde. Sie werden gebeten, für ihre Kinder einen Online-Fragebogen der Universität Basel auszufüllen. Es nehmen alle Familien mit Schweizer und fremdländischer Staatsbürgerschaft teil.» Der Fragebogen liegt nebst in Deutsch auch in 13 anderen Sprachen auf: Albanisch, Arabisch, Bosnisch/Serbisch/Kroatisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Tamilisch, Tigrinya, Türkisch und Ukrainisch.

Der Fragebogen wird schliesslich ausgewertet. Familien, deren Kinder

einen bestimmten Wert nicht erreichen, werden Ende März durch die Abteilung Gesellschaft, Kultur und Sport kontaktiert. Verschiedene Möglichkeiten werden aufgezeigt, wie die Sprachkompetenz verbessert werden kann.

Besserer Start für Schule

Die Gemeinde Killwangen macht mit, weil sie grossen Wert auf eine frühe Sprachförderung legt: «In einer Pilotphase in zwölf Gemeinden zeigte sich: Kinder mit früher Deutschförderung – etwa in Spielgruppen – verbessern ihre Sprachkenntnisse deutlich und starten besser vorbereitet in die Schule», heisst es auf der Gemeindewebsite zum Projekt.

Erkenntnisse aus Pilotphase

In der Pilotphase des Projekts «Deutschförderung vor dem Kindergarten» von 2021 bis 2024 lag die Rücklaufquote der Fragebogen bei rund 92 Prozent. Interessant: Die Einschätzungen der Eltern zum sprachlichen Können entsprachen in etwa denjenigen der Fachpersonen. Gemäss Mitteilung des Kantons wiesen zwischen 43 und 55 Prozent aller Kinder einen Sprachförderbedarf auf. 75 Prozent dieser Kinder besuchten in der Folge freiwillig eine Spielgruppe oder Kindertagesstätte. (zVg/ihk)

Neues Volksschulgesetz

Der Grosse Rat hat dem neuen Volksschulgesetz zugestimmt. Bis Ende Januar läuft die Referendumsfrist. Tritt das Gesetz per 1. August 2026 in Kraft, ermöglicht dies eine flächendeckende Sprachstandserhebung und beratende sowie finanzielle Unterstützung für die Gemeinden. (LiWe)

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