Frühjahrsputzete an der Limmat

Verdiente Mittagspause für alle Helfenden in der Fischerhütte.

Verdiente Mittagspause für alle Helfenden in der Fischerhütte.

Hier wird Abfall von einem Boot zum anderen  übergeben.Bilder: Gaby Kost

Hier wird Abfall von einem Boot zum anderen übergeben.Bilder: Gaby Kost

13 Jungfischer und ihre Betreuer nach der Abgabe der vollen Abfallsäcke ins Transportboot.

13 Jungfischer und ihre Betreuer nach der Abgabe der vollen Abfallsäcke ins Transportboot.

Die Oberflächenboje brauchts, damit die Taucher geortet werden können.

Die Oberflächenboje brauchts, damit die Taucher geortet werden können.

Dean (l.) und Nick zeigen die demontierten Fahrradteile, mit denen sie ihre Wände zuhause schmücken möchten.

Dean (l.) und Nick zeigen die demontierten Fahrradteile, mit denen sie ihre Wände zuhause schmücken möchten.

Bei schönstem Frühlingswetter rückten am Samstag rund 100 Helferinnen und Helfer zur traditionellen Uferreinigung in Wettingen aus. Taucher förderten dabei Überraschendes aus der Tiefe zutage – von Fahrrädern über Möbelstücke bis hin zu allerlei Alltagsabfall.

Zwei Boote mit Führern vom Elektrizitätswerk Zürich (EWZ) stehen in den sonnigen Morgenstunden vor der Fischerhütte Wettingen bereit, um Abfalltaucher an exponierte Stellen zu fahren. Ausgerüstet mit Netzen, Hebesäcken, Oberflächenboje und Fahne machen sich die Taucher von «Divepad» bereit, um in die Tiefe der Limmat abzutauchen. Unter den Brücken bringen sie diverse Funde an die Oberfläche, darunter Fahrräder, Sessel, Stühle und einiges mehr. Auf der Rückfahrt fällt dem Bootsführer Hansjörg Friedrich vom EWZ auf, dass ihm jemand vom Ufer zuwinkt.

Christian Hürlimann, Obmann der Jungfischer, steht mit einem entsorgten Tisch am Uferrand und ist froh, dass der Fund per Boot abtransportiert wird. Auch die Abfallsäcke von den 13 Jungfischern und ihren Betreuern, die gefüllt sind mit PET-Flaschen, Zigarettenschachteln und Büchsen nimmt die Bootscrew mit.

Gerstensuppe mit Wurst

«Seit über 40 Jahren findet die Uferreinigung statt», sagt Peter Ehrbar, frisch abgetretener Präsident vom Fischerclub Wettingen und Organisator der Uferreinigung. Für ihn ist dieser alljährlich stattfindende Anlass unter der Führung der Pachtvereinigung Stausee Wettingen (PSW) zur Selbstverständlichkeit geworden. «Jeder Helferverein weiss, was zu tun ist, da muss ich nicht mehr viel anordnen».

Gegen Mittag kommen alle 100 Unterstützer zusammen: Taucher, Mitglieder der PSW, Freiwillige, Familien und Umweltbewusste treffen in der Fischerhütte ein und freuen sich auf die frisch zubereitete Gerstensuppe mit Wursteinlage. Eine Nachricht macht den Umlauf: Ein toter Schwan wurde unweit vom Bootsclub Wettingen gesichtet. «Tote Wasservögel müssen gemeldet werden, damit sie untersucht werden können», sagt Thomas Lauber vom Fischerclub. Pädu Gafner, Einsatzleiter von der Tauchschule «Divepad», ergänzt: «Der zuständige Aufseher ist bereits vor Ort gewesen und hat den rund acht Kilogramm schweren Schwan nach einem Check für die Kadaverstelle freigegeben».

Skurrilen Gegenständen, die aus der Limmat gefischt werden, kann auch etwas Positives abgewonnen werden, findet der 13-jährige Jungfischer Dean. Er nimmt zusammen mit seinem Freund Nick ein Fahrrad genauer unter die Lupe. Die beiden demontieren ein Rad und die Bremsscheibe, planen, diese gründlich zu reinigen und die Bremsscheibe zu schleifen, um sie dann als Erinnerungsstück zuhause aufzuhängen: «Aus etwas Altem gibt es etwas Neues», sagt Dean, bevor er mit der Bremsscheibe unter dem Arm abmarschiert.

Inzwischen sind die beiden Abfallcontainer voll; das Gewässer und das Ufer befreit von Unrat. Ehrbar zeigt sich zufrieden, sagt aber gleichzeitig enttäuscht: «Kein einziges Behördenmitglied war dieses Jahr bei der Limmatputzete dabei».

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