«Das letzte Wort»

Gaby Kost, freie Mitarbeiterin Limmatwelle
Gaby Kost, freie Mitarbeiterin Limmatwelle

Guggenmusiken gehören zur Fasnacht wie das Wasser zur Limmat – das dachte ich zumindest bis jetzt. In Wettingen zogen am Samstag vier Guggen mit insgesamt 130 Musikerinnen und Musikern im Umzug mit und zeigten ihr Können auch auf der Bühne neben der Bezirksschule. Die Räbeschläcker vom OK Kinderfasnacht Wettingen waren allein mit 32 Blechblasinstrumenten, Pauken und Schlagzeug vor Ort. Weit über 700 Guggen gibt es in der ganzen Schweiz. Jedes Jahr freue ich mich auf die ersten Guggentöne an der Fasnacht.

Dieses Jahr musste ich mich allerdings gedulden, denn ein grosser Wunsch ging in Erfüllung: Ich durfte bis zum Schmutzigen Donnerstag an den Karneval in Venedig reisen. Obwohl ich schon vieles darüber gehört und gelesen hatte, konnte ich mir von dieser Art Fasnacht kaum ein Bild machen. Kaum angekommen, taucht man in die mystische Stimmung der Lagunenstadt ein. Die Stadt wird zur Bühne: Besonders auf dem Markusplatz und in den historischen Gassen präsentieren sich wunderschöne Masken in prunkvollen Kostümen. Sie posieren gekonnt und diszipliniert an den schönsten Ecken der Stadt. Es herrscht eine unglaubliche Ruhe. Die Menschen hinter den Masken geben sich unnahbar und schweigen. Lediglich eine kleine Geste erhalte ich, wenn ich mich für ein soeben geschossenes Foto bedanke. Musik ist weit und breit nicht zu hören.

Drei Tage in eine andere Fasnachtswelt einzutauchen und andere Gepflogenheiten kennenzulernen, tut gut. Doch gerade dieses Jahr freute ich mich besonders auf die ersten schrägen Töne zu Hause. Ich ignorierte sogar meine Apple Watch, die den Dezibelwert misst und mich bei zu hoher Lautstärke mit der Warnung «Laute Umgebung» darauf aufmerksam macht.

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