«Das letzte Wort»

Ist es ein Sammeln, ein Horten oder einfach ein Nicht-wegwerfen-Wollen? Diese Frage könnte sich stellen, wer die Antiquitäten- und Sammlermesse im Tägerhard am Wochenende besuchte (Artikel S. 3). Da präsentierten Ausstellerinnen und Aussteller aus der ganzen Schweiz ihre Waren. Von Poststempeln, alten Karten über Spazierstöcke bis zu Uhren. Doch es ist nicht nur ein Aufbewahren. Wie sich zeigte, sind die Gäste auch – oder vor allem – an den Geschichten zu den präsentierten Stücken interessiert. Die Ausstellerinnen und Aussteller kommen wegen des Austauschs unter Gleichgesinnten. Dies bestätigt der 79-jährige Gustav Wegmann, der seit 38 Jahren im Tägerhard mit dabei ist. Zu Hause besitzt er über 100 Sammlungen.
Über 100 Sammlungen, ich hätte da ein Platzproblem. Ich verfüge über keine Antiquitäten oder Raritäten. Meine «Sammlungen» sind die Babykleider unserer Jungs, heute 21 und 17 Jahre alt. Die Pokale aus zig Fussballturnieren stehen in den Zimmern. Der Rest ist im Keller untergebracht. Dafür hat man doch einen Keller, oder etwa nicht? Ich bringe es einfach nicht fertig, die ersten Babyschuhe oder die Strampler wegzuwerfen. Mein Mann ist da praktischer eingestellt: «Ich räume den Keller auf», verkündete er über die Festtage. «Nicht aber ohne mir zu zeigen, was du wegwerfen möchtest», sagte ich. Glücklicherweise kam dies und das dazwischen, sodass das unangenehme Thema vorerst vom Tisch ist. Bis zu den nächsten freien Tagen meines Mannes ...
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