«Das letzte Wort»

Melanie Bär, Redaktionsleiterin
Melanie Bär, Redaktionsleiterin

«Ich brauche keine neuen Vorsätze, die alten sind praktisch noch unangetastet», hat jemand gepostet. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich mir keine Vorsätze nehme Anfang Jahr. Oder weil ich mir sowieso immer wieder Sachen vornehme, die ich umsetzen will – unabhängig der Jahreszeit. Allerdings mit mässigem Erfolg, wie ich gestehen muss.

Kürzlich habe ich jedoch herausgefunden, wie ich mir helfen kann, das Vorgenommene öfter in die Tat umzusetzen: Ich muss mich selber ein bisschen unter (Zeit-)Druck setzen. Nicht zu viel, aber ein bisschen. So wie Ende November, als ich im Entspannt-Modus der Ferien die glorreiche Idee hatte, auf den sozialen Medien einen Adventskalender mit Artikeln zu publizieren.

Nein, ich habe es nicht jeden Tag geschafft, ein Interview zu publizieren – aber immerhin meistens. Und ich weiss: Hätte ich keinen Adventskalender angekündigt, wäre bis heute kein einziger Artikel hochgeladen – obwohl ich mir seit Jahren vornehme, präsenter zu sein auf den sozialen Medien.

Ich weiss auch, warum ich es nicht schaffe. Schuld ist der Perfektionismus. Einen Termin zu setzen, hilft mir, das Paretoprinzip anzuwenden und ein Ende zu finden. Statt alles bis ins letzte Detail zu planen und an jedem Wort zu schleifen, starte ich, wenn 80 Prozent der Planung erledigt ist. Und ist der erste Schritt erst mal getan, ist es gar nicht mehr so schwierig, weiterzugehen – selbst wenn der erste Schritt nicht perfekt war. Ich jedenfalls habe Erfahrungen gesammelt und Feedback erhalten, die mich zum Weitermachen motivieren. Nun muss ich mir nur noch überlegen, wie ich mich diesmal challenge, damit ich die nächste Geschichte nicht erst im Dezember hochlade.

Was tun Sie, damit Ihre Vorsätze nicht unangetastet bleiben?Feedback an:

melanie.baer@chmedia.ch

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