Wer über Zaun späht, wird bestraft

Seit gestern ist das Meierbädli für die Bevölkerung von Killwangen geöffnet. Die ersten Massnahmen zur Sicherung des Betriebs wurden umgesetzt. Die Anbringung eines Zauns und andere folgen.

Meierbädli: Hanspeter Schmid und Danny Simmank eine Woche vor Eröffnung. Melanie Bär

«Kein Badewasser (Chemie) Baden verboten» steht auf dem Schild, das vergangene Woche noch beim Meierbädli hing. Mittlerweile hat Danny Simmank den Zettel entfernt und die Türen aufgeschlossen: Die Badisaison ist auch für die Killwangenerinnen und Killwangener eröffnet. «Allerdings wirklich nur für die Bevölkerung aus Killwangen», sagt Gemeinderat Hanspeter Schmid, zu dessen Ressort das Bädli gehört. «Man bezahlt ja hier keinen Eintritt, die Kosten werden durch die Steuerzahler getragen, deshalb sollen auch sie profitieren», begründet er.

Man habe zwar nichts dagegen, wenn ein Kind ausnahmsweise mal ein Gspändli mitnehme. «Regelmässige Besuche oder Gruppen haben aber keinen Zutritt.» Danny Simmank, der als leitender Hauswart auch fürs Meierbädli zuständig ist, kennt die Stammgäste mittlerweile und fragt auch mal nach, wenn sich unbekannte Personen im Bad aufhalten.

Mädchen und Knaben getrennt

Ein Blick auf die Hausordnung aus dem Jahr 1952 zeigt, dass damals die Regeln strenger waren: Frauen und Männer mussten das Bad getrennt benützen: Von ein bis vier Uhr nachmittags waren die Mädchen zugelassen, danach bis sieben Uhr die Knaben. «Bei Aufenthalt zur falschen Zeit oder Spähen über den Zaun» gab es eine Strafe durch die Schule, heisst es darin. Nicht genannt wurde die Art der Strafe.

An Beliebtheit hat das Meierbädli nicht verloren. Immer wieder war die Bevölkerung bereit, für die Kosten des Freibads aufzukommen, das in den 50er-Jahren als Ersatz des Schwimmbads bei der heutigen Fischerhütte gebaut wurde, das der Kläranlage Zürich-Altstetten weichen musste.

In den 90er-Jahren wurde das Bad umfassend saniert und im 2020 wurden Technik sowie Folie im Schwimmbecken ersetzt. Nun steht die nächste Sanierung an, für die der Souverän im November 2023 einen Kredit in der Höhe von 155000 Franken gesprochen hat. Dieser wurde nach der Begehung von Fachleuten de Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) nötig. «Im Sicherheitsbericht der BfU sind mehrere Mängel festgehalten», sagt Schmid und fügt an: «die Alternative zur Behebung dieser Mängel wäre die Schliessung gewesen.»

Der Souverän hat sich für die erste Variante entschieden, das entsprechende Baugesuch wurde im April publiziert. In den nächsten Wochen wird eine SOS-Säule mit einem Nottelefon aufgestellt. Die restlichen Massnahmen wie beispielsweise die Anbringung eines 1,8 Meter hohen Zauns, die Sanierung der Stützmauer, der rollstuhlgängige Zugang im hinteren Bereich oder schattenspendende Begrünung werden im Herbst umgesetzt. Die Sanierung wurde in den Herbst verlegt, um den diesjährigen Badbetrieb nicht zu behindern.

Scherben im Wasser

Bevor das Bad gestern geöffnet wurde, waren Simmank und Angestellte des Bauamts mit Reinigungs- und Instandstellungsarbeiten beschäftigt. Er hofft auf eine Saison ohne Zwischenfälle. Wegen Scherben im Bad musste letztes Jahr das Wasser während der Saison abgelassen und das Bad für einige Tage geschlossen werden.

Dreimal täglich muss die Wasserqualität überprüft werden: PH- und Chlorgehalt müssen stimmen. Diese Messungen werden manuell gemacht. Abends, an Wochenenden und an Feiertagen erhält er Unterstützung von drei Frauen. «Wir würden uns über weitere Verstärkung bei der Wassermessung freuen», so Simmank.

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