Startschuss für den Hechtfang
Am 1. Mai ist die Schonzeit für den Hecht vorbei. Der Fischerverein Stausee Killwangen zelebriert die Eröffnung der Hechtsaison mit einem gemeinsamen Essen.
Neben der Fischerhütte in Killwangen stehen Fischer am Ufer oder sitzen in Booten auf der Limmat. Unter ihnen ist der 13-jährige Jungfischer Eric aus Rieden, der mit seinem Freund Thiago aus einem Boot steigt. In der Hand hält er seine Ausrüstung, darunter ein Echolot, das er jüngst zum Geburtstag erhalten hat. «Dies setze ich ein, um Fische zu orten», sagt er und zeigt ein sauber geführtes Statistikformular. Fast täglich wirft er die Rute aus und dokumentiert seine Fänge.
Der 1. Mai markiert einen der wichtigsten Termine im Kalender jedes Raubfischanglers: die Hechtsaisoneröffnung. Seit der Coronazeit gehört in Killwangen auch das gemeinsame Essen dazu. Zwei Lämmer werden morgens aufgespiesst und gebraten. 60 Portionen Lamm oder Poulet, Bratkartoffeln aus der Paella-Pfanne sowie Chabissalat schöpfen die Helfer. Die Verpflegung steht neben dem Fischen im Zentrum des Treffens.
Auf dem Steg versucht Igor Budic sein Anglerglück mit einem Gummifisch. Er wirft den Köder mit einer kräftigen Rute und einer Rolle aus und zieht ihn langsam wieder ein. «Wenn ich einen Hecht fange, bereite ich die Filets mit Speckstreifen umwickelt im Backofen zu», sagt er und bekundet, wie köstlich dieser Fisch so schmeckt. Rund um ihn treiben Boote auf der Limmat, die mit verschiedenen Techniken wie «Schleppen» und «Löffeln» versuchen, einen Hecht anzulocken und erste Fangerfolge zu erzielen.
Klimaerwärmung hat Folgen
Präsident Jürg Gloor weist auf Veränderungen im Fischbestand hin. «Wegen der Klimaerwärmung und der Überpopulation von Prädatoren gibt es weniger Weissfische in der Limmat», sagt er. Klima und Raubtiere wirken sich also auf die Population aus – so sehr, dass Edelfische wie die Forelle und die Äsche vom Aussterben bedroht sind. Deshalb ergreift der Kanton Massnahmen, wie er vor einer Woche in einer Medieninfo mitteilte. Damit sich die Äschen erholen können, verhängt er eine ganzjährige Schonzeit. Es ist also verboten, Äschen zu fangen. Zusätzlich werden verschiedene Aufwertungsmassnahmen ergriffen. So soll die Äsche in den Aargauer Gewässern langfristig erhalten werden.
Andere Fische, wie beispielsweise der Wels, sind anpassungsfähig und überleben auch in wärmeren Gewässern: «Zurzeit schwimmen etwa doppelt so viele Welse wie Hechte im Fluss.» Eine Koordination zwischen Fischern, Vogelschützern und dem Kanton sei erforderlich, aber schwierig umzusetzen. Für das Vorstandsmitglied Charles Huber wäre das Aussetzen von Fischen eine mögliche Option, dem Wandel entgegenzutreten. Er sagt: «Leider will das der Kanton nicht.»










