5G-Antenne erhitzt die Gemüter

Gleich beim Friedhof Brunnenwiese soll eine neue 5G-Antenne von Salt gebaut werden. In der Bevölkerung regte sich Widerstand und es wurde Einsprache bei der Gemeinde und dem Regierungsrat erhoben. Genützt hat es allerdings nichts.

Übersichtskarte aller 5G-Antennen in Wettingen.   zVg

Übersichtskarte aller 5G-Antennen in Wettingen. zVg

Das Bauprofil zeigt es: Beim Parkplatz des Friedhofs Brunnwiese soll eine 5G-Antenne gebaut werden. Philippe Neidhart

Das Bauprofil zeigt es: Beim Parkplatz des Friedhofs Brunnwiese soll eine 5G-Antenne gebaut werden. Philippe Neidhart

Sie versprechen schnelles Internet, ermöglichen das Senden und Empfangen von hohem Datenvolumen und sorgen bei der Bevölkerung für heisse Diskussionen: 5G-Antennen sind in aller Munde. Auf dem Gemeindegebiet von Wettingen stehen bereits 14 solcher meterhohen Masten mit den prägnanten Aufbauten, nun soll eine weitere Antenne der neusten Generation gleich oberhalb des Parkplatzes beim Friedhof Brunnenwiese dazukommen. Doch die Anwohnerinnen und Anwohner setzten sich zur Wehr.

«Wir fühlen uns nicht

 

ernst genommen»

Nach dem Baugesuch vor etwas mehr als einem Jahr wurde die «IG gegen 5G Brunnenwiese» gegründet und startete eine Umfrage in der Nachbarschaft – der Tenor war laut IG-Mitglied Kerstin Bopp eindeutig: «Lieber haben wir schlechteren Empfang, als dass hier noch eine Antenne hinkommt.» Doch trotz 18 Einwendungen gegen das Bauvorhaben – eine davon gar mit 420 Unterschriften – bewilligte der Gemeinderat die Antenne. Auch eine Beschwerde beim Kanton wurde vom Regierungsrat abgelehnt. IG-Mitglied Daniel Schoch zeigt sich derweil enttäuscht über die Art und Weise, wie die Gemeinde mit der Interessengemeinschaft umgegangen sei: «Wir Bürgerinnen und Bürger fühlen uns vom Gemeinderat nicht ernst genommen.» Auf persönliche Mails hätten sie keine Antwort erhalten, auch sonst habe es keine Kommunikation gegeben. «Wenn gesagt wird, dass man den Kontakt zum Volk verbessern will, ist so was unverständlich.»

Auf Anfrage der Limmatwelle teilt die Gemeinde Wettingen mit, dass die Baubewilligung im Rahmen eines ordentlichen Baubewilligungsverfahrens erteilt wurde, und fügt an: «Eine Einigungsverhandlung hat auf Wunsch der Bauherrschaft nicht stattgefunden. In diesem Sinne war vor Erteilung der Baubewilligung auch kein weiterer Kontakt zu den einzelnen Einwenderinnen und Einwendern möglich und nötig.»

Kein Regimewechsel in

 

Wettingen geplant

Neben gesundheitlichen Bedenken monieren die Mitglieder der IG, dass bei der Errichtung solcher Antennen ein Konzept fehle: «Wir sind hier in einem Wohnquartier mit vielen Kindern», so Bopp, «die Gemeinde muss sich überlegen, wo es die Antennen wirklich braucht.» Ein gesamtheitliches Mobilfunkkonzept sei in Wettingen jedoch nicht in Planung, teilt die Gemeinde mit: «Der Netzausbau liegt im Zuständigkeitsbereich der Mobilfunkbetreiber.»

Interessant ist an dieser Stelle der Fakt, dass sich der Umgang mit 5G-Antennen je nach Gemeinde erheblich unterscheidet. So hat beispielsweise die Planungskommission in Würenlos eine Arbeitsgruppe gegründet, die offene technische Fragen klärt und Alternativen der Kapazitätsabdeckung des Mobilfunks mit Fachleuten prüfen will (die Limmatwelle berichtete). Dass dies in Wettingen nicht möglich sei, ist für die IG unverständlich: «Bei einer Gemeinde mit einer solchen Grösse können wir so was erwarten», sagt Schoch. Diese wiederum verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass die Anforderungen an Mobilfunkanlagen im übergeordneten Bundesrecht abschliessend geregelt seien: «Es besteht kein Spielraum für eine von Bundes- und Kantonsrecht abweichende Beurteilung der Mobilfunkanlagen.» Ebenfalls stehe nicht zur Debatte, den Prozess zur Erstellung allfälliger neuer Antennen zu demokratisieren. «Für den Gemeinderat ist es ausgeschlossen, in dieser Angelegenheit einen partizipativen Prozess anzustossen.» Liege ein Gesuch für die Errichtung oder die Anpassung einer Mobilfunkantenne vor, so orientiere man sich an den Bundesvorgaben.

Weitere Artikel zu «Killwangen», die sie interessieren könnten

Vor dem Kunstwerk: Art-Flow-Kurator Christoph Doswald (l.) und Künstler Beat Zoderer.Ursula Burgherr
Killwangen18.03.2026

Kunst, die polarisiert und zum Innehalten einlädt

Es war nicht einfach, das letzte Exponat des dreijährigen Kunstprojektes Art Flow zu platzieren. Aber nun steht Beat Zoderers Eisenskulptur «Zack» an ihrem…

Miriam und Hanspeter Schmid sind ins Bündnerland nach Chur gezogen. zVg
Killwangen04.03.2026

Von Killwangen ins sonnige Bündnerland gezogen

Bis Ende Jahr amtete Hanspeter Schmid als Gemeinderat in Killwangen. Ende Februar gab er sein letztes Amt in der Region ab. Jetzt lebt er mit seiner Frau im…

Vreni und Osi Schaub in ihrer Garage, wo sie      Skis schleifen, wachsen, prüfen und auch neue verkaufen.  Melanie Bär
Killwangen14.01.2026

Das endgültige Saisonende naht

Nach 28 Jahren ist Schluss. Vreni und Osi Schaub schliessen «Osis Schi-Chäller» und gehen mit 74 Jahren endgültig in Pension.

Noch stehen etwa 100 Paar Skis…