Erfahren, wo der Schuh drückt

Der Spreitenbacher Gemeinderat will wissen, wie zufrieden die Bevölkerung ist. Deshalb führt er eine Umfrage durch.

In der Arwo-Stiftung wurden die Umfragen vergangene Woche eingepackt und verschickt.  zVg
In der Arwo-Stiftung wurden die Umfragen vergangene Woche eingepackt und verschickt. zVg

«Wir wollen ein Gespür für die Stimmung der Bevölkerung bekommen, was gut läuft und wo der Schuh drückt», begründet Gemeindepräsident Markus Mötteli (Die Mitte), warum derzeit eine Einwohnerbefragung durchgeführt wird. Auch wenn es Aufgabe des Gemeinderats sei, über die künftige Entwicklung der Gemeinde zu befinden, so ist ihm die Unterstützung der Einwohnerinnen und Einwohner wichtig. «Durch die Befragung erfahren wir, ob die von uns gesetzten Schwerpunkte auch denen der Bevölkerung entsprechen.» Die Rückmeldungen will der Gemeinderat dann in das Leitbild einfliessen lassen, das er Anfang 2023 überarbeitet.

Fusion ist kein Thema

In der 16-seitigen Umfrage werden Fragen gestellt, die das allgemeine Befinden betreffen, sowie die Zufriedenheit in Bezug auf die Familienfreundlichkeit, Freizeit, Verwaltung, Kommunikation, Kultur, Freizeit, Mobilität, Partizipation, Schule, Sicherheit, wirtschaftliche Attraktivität, den Werkdienst und die Entsorgung sowie das Leben im Alter.

Eine Fusion hingegen ist kein Thema. «Nach der Absage von Killwangen gehen wir diese Frage nicht aktiv an. Wir sind aber offen, sollten Anfragen von Seiten Killwangen kommen», so Mötteli.

Der Brief wird an alle Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher ab 16 Jahren geschickt. Absender ist das Befragungsinstitut Transfer-Plus AG, das auch die Auswertung macht. So sind Anonymität und vollständiger Datenschutz gewährleistet. Wer keinen Internetzugang hat oder Hilfe beim Ausfüllen braucht, kann sich in der Bibliothek melden. Dort liegt ein Tablet mit dem Online-Fragebogen bereit. Einen in Fremdsprachen übersetzten Fragebogen gibt es hingegen nicht. Bewusst nicht: «Wir glauben, dass Personen, die unsere Sprache nicht beherrschen, meistens auch nicht in der Gemeinde integriert sind und deshalb auch keine Meinung zu den gestellten Fragen haben. Deshalb haben wir bewusst darauf verzichtet, den Fragebogen zu übersetzen.» Die Gemeinde wird keinen Einblick in einzelne Antworten erhalten, sondern erhält aggregierte Resultate.

Gemeinderat hofft auf einen Rücklauf von mindestens 20 Prozent

Bis Anfang Juli kann sich die Bevölkerung daran beteiligen. Im Herbst sollen die Resultate dann vorliegen, sodass der Gemeinderat die Meinung der Bevölkerung Anfang Jahr nicht nur ins Leitbild, sondern auch in die Mehrjahresplanung einbinden lassen kann.

Gespannt ist Mötteli beispielsweise, ob die Bevölkerung künftig mehr, weniger oder gleich viel Geld in öffentliche Plätze oder Grünanlagen investieren will. «Mit dem Neumatt-Projekt wurden ja auch der Stadtpark und der Stadtplatz nicht realisiert. Nun wollen wir wissen, ob diese den Einwohnern wichtig wären oder nicht.» Entsprechend wolle man dann das Budget planen.

Der Gemeinderat hofft auf eine Rücklaufquote von rund 20 Prozent. Dies, obwohl ihm bewusst ist, dass Spreitenbach bei Abstimmungen eine schwache Beteiligung hat. «Doch wenn wir es nicht probieren, dann wissen wir es nicht», gibt sich Mötteli optimistisch.

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