Ein Bus ohne Fahrziel

Vor dem Bus Linie Null: (l.) Künstler Frank Riklin, Markus Haas, Gemeindeammann Wettingen, Irina Leutwyler, Direktorin RVBW, Markus Schneider, Stadtammann Baden, und Künstler Patrik Riklin.  Irene Hung-König
Vor dem Bus Linie Null: (l.) Künstler Frank Riklin, Markus Haas, Gemeindeammann Wettingen, Irina Leutwyler, Direktorin RVBW, Markus Schneider, Stadtammann Baden, und Künstler Patrik Riklin. Irene Hung-König

Die Linie Null verkehrt ab heute zum ersten Mal. Das Kunstprojekt soll die Begegnung im Alltag fördern.

Die Linie Null auf dem Netz der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) hat kein Fahrziel. Das ist Absicht. Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin vom Atelier für Sonderaufgaben kehren das Prinzip des öffentlichen Verkehrs um: Busse fahren ohne festes Ziel. Fahrgäste könne ein- und aussteigen, wie und wo es ihnen gefällt. Die Fahrten sind kostenlos. Für Kunst-Fans sind Tickets für 15 Franken oder von den Künstlern Riklin signierte für 150 Franken im RVBW-Kundencenter erhältlich.

Mit dem Versuch wird heute gestartet, acht weitere Daten gibts im Mai. «Wir wollen eine neue Wirklichkeit herstellen», sagten die Zwillingsbrüder an der Pressekonferenz im Busdepot der RVBW in Wettingen.

Zufall dominiert, nicht der Fahrplan

Mit dem Versuch soll dem durchgetakteten Alltag etwas entgegengesetzt werden. «Man steigt ins Irgendwo ein, um Unerwartetes zu erfahren», sagt Frank Riklin. Irina Leutwyler, Direktorin der RVBW, meint: «Ein Bus ohne Ziel, das entspricht uns nicht. Mit der Linie Null stellen wir uns die Frage, was auf dem Weg passiert. Nicht der Fahrplan dominiert, sondern der Zufall.

Wettingens Gemeindeammann Markus Haas (FDP) spricht von einem mutigen und coolen Projekt in einer schwierigen Zeit, da der persönliche Zusammenhalt wichtig sei. «Ich freue mich auf neue Begegnungen», sagte er. Auch Badens Stadtammann Markus Schneider (Mitte) zeigte sich von der Idee überzeugt und spricht von einem bereichernden Projekt. «Ich bin überzeugt, dass Neues entsteht.»

Die Pilotphase soll als Erfahrungswert dienen. Das gesellschaftliche Bedürfnis sowie die Anschlussfähigkeit werden geprüft. Ist das Projekt erfolgreich, soll die Idee gemeinsam mit dem Zukunftslabor, dem Institut für Mobilität der Universität St. Gallen und weiteren Schweizer Verkehrsbetrieben ausgeweitet werden.

Erstmals startet der Bus am 30. April um 11.30 ab Baden, Bahnhof Ost. Weitere Daten: 1.5; 2.5.; 6.5.; 8.5.; 9.5.; 13.5.; 15.5. und 16.5. jeweils um 11.30 und 15.30 Uhr.

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