Das Thema Verkehr bereitet Sorgen

Wettingen passt die Allgemeine Nutzungsplanung für den Campus von Hitachi Energy an. Was darin alles bereits festgelegt wird und wann die Firma endlich den Standortentscheid fällt.
Der Zuzug von Hitachi Energy im Wettinger Tägerhard wird immer konkreter. Nach der Auflage des kantonalen Richtplans liegt nun noch bis am 13. Mai die Teilrevision der Allgemeinen Nutzungsplanung zur Mitwirkung auf. Die Anpassungen in den kommunalen und kantonalen Planungsinstrumenten schaffen die Voraussetzung, dass sich der Technologiekonzern überhaupt neben dem Tägi ansiedeln kann. Die heutige rund 10 Hektaren grosse Landwirtschaftszone muss nämlich in eine Arbeitszone umgewandelt werden.
Informationsanlass im Tägi
Die Gemeinde Wettingen lud vergangenen Donnerstag die Bevölkerung zu einem Informationsanlass ins Tägi ein, um die einzelnen Punkte, welche die Revision betreffen, zu erläutern. Dabei wurde unter anderem auch die Gebäudehöhe der geplanten Produktionsstätten von Hitachi Energy beleuchtet. Man geht von einer generellen Bauhöhe von maximal 21 Metern aus. Der mehrgeschossige Kopfbau, der das Gesicht des geplanten Campus darstellen soll, darf maximal 37 Meter hoch werden. In die Höhe ragen werden auch die Gebäudeteile mit Prüflaboren. Sie sollen höchstens 31 Meter messen.
Für das Personal soll es gemäss Richtprojekt der Teilrevision einige Annehmlichkeiten geben. So sind im Kopfbau Kinderbetreuung, Kantine, Café und Fitnessräume vorgesehen. Und auch eine Vorzone mit Wäldchen gegen den Tägi-Parkplatz sowie ein Park Richtung Bahnlinie sind angedacht.
Zusätzliches Verkehrsaufkommen
beschäftigt die Bevölkerung
Sorgen bereitet einigen interessierten Anwesenden am Informationsanlass das Thema Verkehr. Mit 700 Autos pro Tag rechnet Wettingen am Hitachi-Campus ab 2035, wenn bis zu 3000 Mitarbeitende neben dem Tägi beschäftigt sind. Diese Autos verursachen täglich je eine Zu- und Wegfahrt, also insgesamt 1400. In der ersten Phase ab 2030, wenn erst 1300 Angestellte im Campus unterkommen sollen, werden 270 Autos pro Tag erwartet. Im Gespräch mit den Einwohnenden fallen die Stichworte Verkehrsüberlastung und Dichtestress. Die Gemeinde sieht das erwartete Verkehrsaufkommen weniger kritisch. Der zusätzliche Verkehr bleibe überschaubar und betrage deutlich weniger als 10 Prozent im Vergleich zur aktuellen Situation, stand auf den Informationstafeln, welche die Anwesenden nach den Erläuterungen eines Spezialisten und einer Rede von Ammann Markus Haas (FDP) studieren konnten. Darauf war auch zu lesen, dass die neue Geisswiesstrasse die bestehenden Kreuzungen entlasten soll. Man geht davon aus, dass gut 60 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr ins Tägerhard kommen und nur ein Drittel mit dem Auto. Deshalb plant die Gemeinde eine neue Bushaltestelle direkt vor dem Campus an der Tägerhardstrasse. Die bestehenden RVBW-Buslinien 7 und 12 würden bis zum Hitachi-Sitz verlängert. Zudem könnten bei Bedarf auch Shuttlebusse vom Bahnhof Baden, Würenlos oder Killwangen-Spreitenbach eingesetzt werden.
Doch all diese Vorkehrungen, Massnahmen und Planungen kommen nur zum Zuge, wenn sich Hitachi tatsächlich für Wettingen und nicht für den Alternativstandort Otelfingen entscheidet. «Ende Mai, Anfang Juni sollten wir den Bescheid erhalten», verriet Ammann Haas. Bis dahin wolle man weiter darauf hinarbeiten, dass die Firma ab Mitte 2027 mit dem Bau im Tägerhard starten könne.


