«Cheerleading braucht Disziplin»

Im Spagat: Die Cheerleader zeigen ihr Können im Stadion Altenburg.Irene Hung-König
Im Spagat: Die Cheerleader zeigen ihr Können im Stadion Altenburg.Irene Hung-König

Die Cheerleader des FC Wettingen unterhalten das Publikum und feuern die eigene Mannschaft an.

Die Mädchen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren trainieren an diesem Montagabend auf dem Fussballplatz im Stadion Altenburg. Der Regen setzt ein, doch die Cheerleader ignorieren dies. Gekonnt zeigen sie Hebefiguren und eine Figur namens «Scorpion». Trainerin Monica Spina weist sie an, was als Nächstes auf dem Plan steht.

Dass Cheerleader auf einem Fussballplatz respektive im Stadion agieren, hat Seltenheitswert. Eher ist man auch in der Schweiz gewohnt, dass die Cheerleader bei Sportarten wie American Football oder Basketball das Publikum unterhalten und das eigene Team anfeuern. Mittlerweile ist es eine eigene Sportart bestehend aus Akrobatik, Choreografie und Tanz.

«Habe eine talentierte Gruppe»

Die Mädchen und jungen Frauen trainieren zweimal wöchentlich das ganze Jahr hindurch. «Man kann nicht einfach aufhören im Winter», sagt Monica Spina, die seit 35 Jahren leidenschaftlich tanzt. Ihre Ideen für die Choreografien entstammen ihrer Fantasie, wie sie sagt. «Ich habe eine talentierte Gruppe und bin stolz darauf», sagt sie.

Zunächst hatten die Mädchen Auftritte beim FC Juventina Wettingen. «Da waren es halt weniger Zuschauer», erklärt Luigi Giordano, Vizepräsident des FC Wettingen. «Bei uns in der 2. Liga sind es 250 bis 300 Gäste pro Spiel.» Vor einem Jahr kam die Anfrage der Cheerleader, ob man zusammenspannen wolle. Jetzt, nach einem Jahr Testphase, sind die Cheerleader fest integriert in den Verein. Noch immer werden aber Mitglieder gesucht für das Team der 10- bis 17-Jährigen sowie für dasjenige der 18- bis 28-Jährigen. «Es sind Schnupperlektionen möglich», sagt Monica Spina. Sie freue sich, wenn sich möglichst viele Jugendliche für den Sport interessierten. So wie die 13-jährige Nahya, die nebst Ballett auch schon andere Tanzformen ausprobiert hat. «Es ist perfekt, wir beginnen mit dem Leichtesten und steigern uns dann.» Für sie ist die Cheerleading-Truppe wie eine zweite Familie. Und an den Auftritten sei es schön, die Aufmerksamkeit zu bekommen.

Selbstbewusstsein wird gestärkt

Trainerin Spina weiss, dass es im Cheerleading viel Disziplin und Mut braucht. Es stärke aber auch das Selbstbewusstsein. Esra (14) findet, es sei anfangs schwierig gewesen, vor Gästen aufzutreten. Die belächelnden Aussagen von aussen hatten dazu beigetragen. Die eigene Scham musste überwunden werden. «Wir müssen uns nicht schämen, wir sind stolz darauf», sagt sie selbstbewusst. Um die akrobatischen Einlagen hinzukriegen ist auch die Kraft ein zentrales Element. Deshalb steht bei den Cheerleadern auch das Krafttraining auf dem Trainingsplan. Nicht zur Freude von Melina, wie sie zugibt.

Die Cheerleader des FC Wettingen treten nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf Sand auf. Sie unterstützen den Beach-Soccer-Club Team Limmattal.

Infos unter www.fcwettingen.ch.

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