Bevölkerung soll sich am Verfahren beteiligen

Der Gemeinderat Wettingen startet am 2. April mit der Mitwirkung zur Teilrevision der Nutzungsplanung «Tägerhardächer».
Gemäss Mitteilung der Gemeinde soll mit der Teilrevision ein zentraler Schritt eingeleitet werden, um planerische Voraussetzungen für die mögliche Ansiedlug von Hitachi Energy und dem angestrebten Hitachi-Campus Wettingen zu schaffen.
Mit Wettingen buhlt auch die Gemeinde Otelfingen um die Ansiedlung des Tech-Konzerns. Während in Otelingen das frühere Verteilzentrum von Jelmoli umgenutzt und Parzellen daneben überbaut werden könnten, muss Wettingen das Landwirtschaftsland im Gebiet Tägerhard umzonen.
Das Ansiedlungsvorhaben wird von Gemeinde, Region und Kanton gemeinsam getragen. Im Zentrum stehen die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung von bis zu 3000 Arbeitsplätzen, neue Ausbildungs- und Lehrstellen sowie zusätzliche Impulse für Innovation, Wertschöpfung und das regionale Gewerbe.
Projekt, das Fragen aufwirft
Weiter schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung, dass er sich bewusst sei, dass ein Projekt dieser Grössenordnung Fragen aufwerfe – insbesondere in Bezug auf Landschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Umwelt. Das Mitwirkungsverfahren diene dazu, diese Aspekte transparent darzulegen, Zielkonflikte offen zu benennen und aufzuzeigen, wie mit ihnen konkret umgegangen werde. Die vorliegenden Unterlagen zeigen, wie eine hochwertige und ausgewogene Entwicklung sichergestellt werden kann und welche Anforderungen an Natur, Kulturland, Verkehr und Siedlungsqualität verbindlich berücksichtigt werden – ergänzt durch zusätzliche Qualitätsansprüche, die bewusst über das Übliche hinausgehen.
FDP-Grossrat Tim Voser aus Neuenhof macht sich für den Hitachi-Bau in Wettingen stark, wie es im «Badener Tagblatt» hiess. «Wollen wir ein Pendlerkanton bleiben oder zu einem Wirtschaftskanton werden? Wollen wir industrielle Innovation und hochwertige Arbeitsplätze oder überlassen wir die Entwicklung anderen Regionen?» Die Gemeinde Würenlos lehnt das Ansinnen ganz ab wie auch Neuenhof. Killwangen ist mit Vorbehalten dabei.
Infrastrukturen werden genutzt
Die Planung folgt einem integrierten Ansatz, so die Gemeinde: Siedlung, Mobilität, Freiraum, Landschaft und Natur werden aufeinander abgestimmt und koordiniert mit dem bestehenden Wohnschwerpunkt gestaltet. Bestehende Infrastrukturen werden genutzt und im Sinne des Gesamtverkehrskonzepts Baden und Umgebung weiterentwickelt. Gleichzeitig werden hohe Anforderungen an Landschaftsqualität, Umweltverträglichkeit, Kompensation und den sorgfältigen Umgang mit Fruchtfolgeflächen gestellt.
Die Gemeinde lädt die Bevölkerung dazu ein, sich aktiv am Mitwirkungsprozess zu beteiligen. Die digitale Mitwirkung ist möglich unter www.mitwirken-wettingen.ch/de/(LiWe/zVg)


