Zwei Kulturen suchen den Dialog

Wenn sich im Theaterstück von «I tre secondi» ein typischer Italiener und ein typischer Schweizer auf einem Pass treffen, dann bleibt bei den Zuschauern kein Auge trocken.

Wenn es die einen gelassen nehmen, die anderen hingegen übergenau arbeiten, sind Konflikte vorprogrammiert.Es braucht eine gehörige Portion Hochprozentiges, bevor sich der Schweizer Ueli Schäfer (r., Federico Dimitri) und der Italiener Mario Mericucci (Fabrizio Pestilli) verständigen können – vielleicht gerade weil ihnen die Artikulationsfähigkeit abhanden kommt. Fotos: ska

Wenn es die einen gelassen nehmen, die anderen hingegen übergenau arbeiten, sind Konflikte vorprogrammiert.Es braucht eine gehörige Portion Hochprozentiges, bevor sich der Schweizer Ueli Schäfer (r., Federico Dimitri) und der Italiener Mario Mericucci (Fabrizio Pestilli) verständigen können – vielleicht gerade weil ihnen die Artikulationsfähigkeit abhanden kommt. Fotos: ska

Der Zentrumsschopf war am Freitagabend voll besetzt, als die Theatergruppe «I tre secondi» das Stück «I doganieri – die Zöllner» zur Aufführung brachte. Tatort war der Murmelipass, ein historischer, aber äusserst einsamer Grenzposten zwischen Italien und der Schweiz.

Ein Uniformierter betritt die Bühne. «Isch das de Schwiizer?», fragt es deutlich hörbar aus dem Publikum, und das Gelächter, das zwei Stunden lang nicht mehr abreissen sollte, nimmt seinen Anfang. Denn der Schweizer Zöllner Ueli Schäfer, herrlich bünzlig gespielt von Federico Dimitri, hielt den Anwesenden ihre Schweizer Eigenarten und Pingeligkeiten genauso deutlich vor Augen wie der italienische Zöllner Mario Mericucci – mit viel Charme gespielt von Fabrizio Pestilli – ihre südländische Gelassenheit und Lebensfreude. Denn unter dem Publikum hatte es so manchen Spreitenbacher mit italienischen Wurzeln, sodass dem Verständnis der italienisch gesprochenen Theaterpassagen nichts im Wege stand. Allerdings machte das ausdrucksstarke Spiel der beiden Darsteller ein Verständnis über die Sprachgrenzen hinaus leicht.

Die skurrilsten Missverständnisse ergaben sich aus der Sprachbarriere zwischen den beiden Zöllnern, bis auch Ueli Schäfer irgendwann verzweifelt ausruft: «Es isch offesichtlich: Mir verstönd eus nöd!» Ein viel grösserer Graben besteht im Stück aber zwischen den beiden Kulturen. Dieser wird erst überbrückt, als die beiden einsamen Zöllner dem Weisswein und Selbstgebrannten zusprechen und sich ihr gar nicht so unähnliches Leid klagen. «Weg mit der Grenze!», heisst es dann auf einmal. Und damit ist nicht nur die des Landes gemeint.

Ein äusserst vergnüglicher Theaterabend, der den Zuschauernihre wunderbaren Unterschiede und noch viel schöneren Gemeinsamkeiten vor Augen führte.

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