Spreitenbacher Spiegel

In loser Folge stellt die Limmatwelle diesen Sommer Bücher aus dem Limmattal vor – diese Woche ein Porträt von Spreitenbach von Michael Guggenheimer.

Seite aus «Spreitenbach Prachtsieben» von Michael Guggenheimer. Foto: ska
Seite aus «Spreitenbach Prachtsieben» von Michael Guggenheimer. Foto: ska

Worum gehts? Autor Michael Guggenheimer hält im schmalen Band «Spreitenbach Prachtsieben» der Spreitenbacher Schule den Spiegel vor – alles im Rahmen einer Qualitätsentwicklung im Jahr 2004. Herausgekommen sind Texte mit Spreitenbachern über all die Punkte, die die Gemeinde ausmachen – über das erste Einkaufszentrum der Schweiz, das heute ein Jugendtreffpunkt und Anlass für Gedanken über die Entwicklung der Sprache ist, hin zum Gegensatz zwischen altem Dorfkern und neuen Döner-Buden, Kulturschocks, IKEA, und das Leben in einem Hochhaus.

Speziell ist der sichtbare Wandel der Zeit, denn die Texte entstanden von 1970 bis heute. Der Leser schmunzelt, wenn er liest, wie früher ganze Familien nach Spreitenbach pilgerten, um das grösste Shoppingcenter der Schweiz zu bestaunen. Und er wundert sich, wenn er liest, dass auch heute noch mit ausländisch aussehenden Menschen «SMS-Deutsch» gesprochen wird, obwohl diese oft schon in zweiter Generation Schweizer sind.

Für wen? Sicher ein Buch für alle, die Spreitenbach kennen und trotzdem auch einmal eine andere Seite der Gemeinde entdecken möchten. Aber auch für alle anderen Leser, die sich für die Gesellschaft und all ihre Facetten interessieren.

Fazit: Ein Buch, das den Leser ins Grübeln bringt und die alltägliche Sicht und das alltägliche Verhalten hinterfragt. Mit dem Buch wird einem ein oft unangenehmer, aber wichtiger Spiegel vorgehalten.

Michael Guggenheimer: «Spreitenbach Prachtsieben – ein Porträt», Schule Spreitenbach (2006). Ausleihbar in der Gemeindebibliothek Spreitenbach.

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