Dem Lärm den Kampf angesagt

Vergangene Woche hat die Gemeinde Einsprache gegen das geplante Gateway der SBB gemacht. Schon seit Jahren kämpft Spreitenbach gegen den Lärm des Rangierbahnhofs.

Gemeindeammann Valentin Schmid und Bauverwalter Oliver Lovisetto vor den Plänen des Rangierbahnhofs Limmattal mit Gatewayprojekt. Foto: bär
Gemeindeammann Valentin Schmid und Bauverwalter Oliver Lovisetto vor den Plänen des Rangierbahnhofs Limmattal mit Gatewayprojekt. Foto: bär

 «Vor einem Jahr wurden beim Rangierbahnhof Lärmmessungen gemacht. Im Shoppinghochhaus sowie im Kreuzächer kam es zu Emissionsüberschreitungen», sagt Ammann Valentin Schmid. Mittlerweile haben die SBB die Balkenbremsen ersetzen lassen. «Meiner Meinung nach hört man aber keinen Unterschied», so Schmid. Je nach Witterung sei besonders das Quietschen stark zu hören. Schmid stört, dass dieser kurze, aber sehr intensive Lärm bei den Messungen nicht berücksichtigt wird, sondern lediglich ein Durchschnittswert angegeben wird. Das Bundesamt für Verkehr lässt im Frühjahr nun nochmals Lärmmessungen durchführen.

Christoph Ammann ist Ingenieur der Firma Grolimund und Partner und hat im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) die Lärmmessungen am Rangierbahnhof geplant und ausgewertet. Während 3 bis 4 Tagen hat man vor einem Jahr gemessen und den Lärm in der Nacht zwischen 2 und 4 Uhr ausgewertet. «Um sicherzugehen, dass vorwiegend der Lärm des Rangierbahnhofs gemessen wird», begründet Ammann. Beim Stellwerk West, wo der Lärm der Quietschbremsen besonders hoch ist, hat man während 4 Wochen Messungen vorgenommen. Die Untersuchung hat aufgezeigt, dass Lärmimmissionen des Rangierbahnhofs Limmattal (RBL) deutlich hörbar sind – insbesondere die Pegelspitzen (Bremsen, Zusammenstossen der Wagen). «Die massgebenden Immissionsgrenzwerte können jedoch auf den meisten Gebieten eingehalten werden. Aufgrund der Mess- und Berechnungsresultate gibt es nur wenige Gebiete mit Lärmbelastungen über den Grenzwerten. Für eine abschliessende lärmrechtliche Beurteilung sind jedoch weitergehende Untersuchungen notwendig», resümiert Ammann.

Diese Untersuchungen sind bereits geplant. Das BAV lässt im Frühjahr beim Rangierbahnhof nochmals Lärmmessungen durchführen, berichtet Philipp Wälterlin, Mitarbeiter des Bundesamtes für Verkehr. «Nach Abschlussdieser Messungen werden wir voraussichtlich im Spätherbst eine abschliessende Beurteilung der Lärmsituation abgeben», so Wälterlin.

Käme es tatsächlich zur Überschreitung von Lärmgrenzwerten, würden die SBB zu Pflicht gezogen, erklärt Bauverwalter Oliver Lovisetto. «Die SBB müssten entweder ihre Anlage sanieren, beispielsweise Lärmschutzwände oder Überdachungen machen, oder die Kosten für die Sanierung bei den betroffenen Liegenschaften übernehmen.»

Weitere Artikel zu «Spreitenbach», die sie interessieren könnten

Tritt sein neues Amt am 1. Juli an: Der neu gewählte Pfarrer Alexander Kuzmitski. Irene Hung-König
Spreitenbach15.04.2026

«Religion war bei uns verboten»

Pfarrer Alexander Kuzmitski ist am Palmsonntag zum Pfarrer der Reformierten Kirchgemeinde Spreitenbach-Killwangen gewählt worden. Er erzählt, was ihm wichtig…

Freuen sich, dass die Stimmung wieder gut ist:  Die beiden Jugendarbeiterinnen Jelena Perez und Virginia Imhof (r.). Melanie Bär
Spreitenbach15.04.2026

Jugendliche nach gelöstem Konflikt wieder motiviert

Neue Regeln, neue Angebote, neue Stimmung: Nach einer schwierigen Zeit ist im Jugendtreff wieder Ruhe eingekehrt. Warum der Ausschluss älterer Schüler wirkte –…

29. Plauscholympiade in Würenlos
Spreitenbach15.04.2026

29. Plauscholympiade in Würenlos

Am 9. Mai lädt der TV Würenlos zur alljährlichen Plauscholympiade mit dem beliebten Sprint-Wettbewerb «Schnellste Würenloser» ein. Ab sofort können sich…