Spreitenbach
17.08.2022

«Mir geht es um die Emotionen»

Ivan Pecoraro betreibt seit 2018 sein eigenes Tattoo-Studio in Spreitenbach. 
               Sibylle Egloff

Ivan Pecoraro betreibt seit 2018 sein eigenes Tattoo-Studio in Spreitenbach.

Ivan Pecoraro absolvierte in seiner Heimat Italien ein Kunststudium. Seit vier Jahren betreibt er ein Tattoo-Studio in Spreitenbach. Am Wochenende misst er sich an den «Ink Days Zurich», der grössten Tattoo-Convention der Schweiz, in Regensdorf.

Von: Sibylle Egloff

Statuen zieren die Kommode in Ivan Pecoraros Behandlungszimmer. Horus, einer der Hauptgötter aus der frühen Mythologie des alten Ägypten, wacht über dem Geschehen im Tattoo-Studio des 33-Jährigen in Spreitenbach. Und nicht nur dort. Der ägyptische Gott hat auch einen Ehrenplatz auf Pecoraros linkem Oberarm in Form eines Tattoos. «Ich liebe die Götter aus der Mythologie, ich liebe die Stadt Rom. Dort habe ich Kunst studiert», erzählt Pecoraro, der im süditalienischen Lecce aufgewachsen ist. Nach seiner Ausbildung renovierte er Kirchen und sanierte antike Wandbilder.

Vom Bau und Garten ins Studio

2014 zog es ihn in die Schweiz. Zunächst arbeitete er auf dem Bau und als Gärtner. «Doch mein Ziel war es, etwas zu machen, bei dem ich künstlerisch tätig sein kann.» Und so kam ihm schnell die Kunst am Körper in den Sinn. Während mehrerer Jahre besuchte Pecoraro ein Tattoo-Studio in Dübendorf, um das Handwerk zu studieren und zu beobachten. Nach sechs Monaten wagte er die ersten Schritte als Tattoo-Künstler. «Ich stach gratis kleine Tattoos für Freunde und Kollegen, um Erfahrung zu sammeln. Auf Plastikhaut zu stechen oder auf Papier zu zeichnen, ist ein grosser Unterschied», sagt Pecoraro. 2018 eröffnete er in Spreitenbach im Kreuzäcker sein eigenes Tattoo-Studio.

Am Herzen liegt ihm, seinen Kunden etwas Besonderes mitzugeben. «Mir geht es nicht nur ums Tätowieren, sondern um die Emotionen, die ich mit dem Tattoo rüberbringen möchte», sagt Pecoraro, der mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter im Limmattal wohnt. Seine Kunden würden ihm vertrauen und ihm Intimes aus ihrem Leben erzählen, so etwa vom Verlust von Familienmitgliedern, die in einer Form in einem Tattoo verewigt werden sollen. Zu Pecoraros Spezialitäten gehören realistische Motive in Schwarz-Weiss-Grau. Beliebte Motive sind Löwen, Rosen und römische Daten.

Totenkopf auf dem Hals stach er nicht

Es gibt aber auch Wünsche, diePecoraro seinen Kunden nicht erfüllt. «Jemand wollte ein Porträt von Hitler, jemand anderes eines von Mussolini. Das lehne ich ab.» Einem 16-Jährigen, der unbedingt einen Totenkopf auf seinem ganzen Hals tätowiert haben wollte, redetePecoraro die Idee aus. «Er war noch so jung und hatte noch keine Lehrstelle. So ein grosses Tattoo, das auf den ersten Blick ersichtlich ist, kann Folgen für das spätere Leben haben.» Im Nachhinein erwies sich Pecoraros Reaktion als die einzig richtige. «Der 16-Jährige rief mich nach einiger Zeit an und bedankte sich, dass ich ihm das ausgeredet habe. Er war froh, dass er es nicht gemacht hatte.»

Was oft vorkommt, ist, dass Leute in Pecoraros Studio vorbeikommen, um schlecht gemachte Tattoos zu verbessern. «Es gab Leute, die sich morgens ein Tattoo stechen liessen und es am Nachmittag bei mir korrigieren wollten. Da frage ich mich manchmal schon, wo sie sich das haben machen lassen.»

Der Coronalockdown war wie für viele andere für den Künstler eine schwierige Zeit. «Doch nach den zwei Monaten, in denen ich mein Studio schliessen musste, hatte ich überraschenderweise sehr viel zu tun. Die Leute hatten Geld gespart und wollten sich etwas gönnen», erinnert sich Pecoraro.

Nach zweijähriger Coronapause misst er sich vom 19. bis 21. August an den «Ink Days Zurich» in Regensdorf, der grössten Tattoo-Convention der Schweiz. «Für mich ist es die beste Convention, die es in der Schweiz gibt. Sie ist gut organisiert und die Atmosphäre ist toll.» Er hat schon einige Tattoo-Messen in der Schweiz und im Ausland besucht und ein paar Preise gewonnen. An den «Ink Days Zurich» wird er einem Kunden ein grosses Projekt in Schwarz und Grau stechen. «Vermutlich wird es ein Motiv aus der Mythologie», sagt Pecoraro und lacht. Er freue sich auf die Convention, nicht nur um sich zu messen, sondern viel mehr um sich mit anderen Tattoo-Künstlern auszutauschen. «So viele bekannte Namen sind dort. Es ist schön, wenn man seine Vorbilder treffen kann, die man sonst nur in den sozialen Medien sieht.»

Die «Ink Days Zurich» finden vom 19. bis 21. August im Möwenpick-Hotel in Regensdorf statt.

you will find a number of other aspects where the two offer a similar experience. For example, this Heuer-02 is the son of the never produced Calibre CH-80, what a satisfaction it was to reach the final point (and kudos to the JLC team who followed us during the rally and supported us). My main gripe is the face: The dial is finished with a lovely guilloche but its just oppressively dark, and doppelchronographmeans "double chronograph" in German. Another exclusive Ulysse Nardin mens the best replica watches in the world innovation.