Spreitenbach
14.07.2021

Abschluss mit 5,4

Nicola Monn bekam als Auszeichnung für die gute Abschlussprüfung diese Axt vom  Aargauischen Forstverband. zVg

Nicola Monn bekam als Auszeichnung für die gute Abschlussprüfung diese Axt vom Aargauischen Forstverband. zVg

«Ich bin sehr zufrieden», sagt Nicola Monn, der seine Lehre als zweitbester Forstwart im Kanton Aargau abschloss. Er wird auch künftig im Forstrevier Heitersberg arbeiten.

Von: melanie bär

Nicola Monn sitzt in einem Forstspezialschlepper im Wald. Konzentriert bedient der 18-Jährige das mehrere Tonnen schwere Fahrzeug. Die Zange beginnt sich zu bewegen, greift einen Baumstamm und hebt ihn in die Luft. Schon als Kind war Nicola Monn begeistert von solchen Maschinen. Er ist stolz, diese nun selbst bedienen zu können. «Mich faszinieren die Grösse und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten solcher Maschinen», sagt er.

Das Lenken dieser Maschinen ist einer der Gründe, weshalb er sich für den Beruf als Forstwart entschieden hat. Nachdem er den Zukunftstag in der Oberstufe im Wald verbrachte, stand seine Berufswahl fest. Der damalige Sekundarschüler schaute sich mehrere Forstbetriebe an und bewarb sich in Spreitenbach. «Weil das Team mega ist», begründet er.

Rekrutenschule als Logistiksoldat im Winter

Nicola Monn hatte geplant, nach der Lehre und der Rekrutenschule im Winter bei einem Forstunternehmen eine Arbeit zu suchen. Aufgrund eines personellen Engpasses im Forstrevier Heitersberg wurde ihm nun aber im Lehrbetrieb ein Job angeboten. Nicola Monn musste sich die Zusage nicht lange überlegen. Die Arbeit im Wald gefällt ihm nach wie vor. «Sie ist vielfältig und das Holzen im Winter ist das Highlight.» Dem jungen Mann gefällt auch das Draussen-Sein, die Ruhe im Wald und dass er am Abend sieht, was er gemacht hat. «Über die Jahre kann man den Wald mitgestalten, so wie man ihn haben möchte.»

Doch nicht alle haben die gleiche Vorstellung, wie der Wald aussehen soll. Das bekam er als Lernender immer mal wieder zu spüren. Etwa wenn jemand aus der Bevölkerung das Liegenlassen der Äste kritisierte. «Meistens haben sie jedoch Verständnis, wenn wir ihnen erklären, dass diese dem Boden so die Nährstoffe zurückgeben können und auch als Unterschlupf für Tiere dienen.»

Kletterkurs und andere Weiterbildungen

Der ausgelernte Forstwart kann sich gut vorstellen noch lange auf seinem Beruf zu arbeiten und freut sich auch über das gute Abschneiden bei den Prüfungen. «Ich wurde im Lehrbetrieb gut ausgebildet», sagt er bescheiden. Zukunftspläne hat er keine konkreten. «In den nächsten Jahren möchte ich als Forstwart arbeiten und mir vielleicht auch mal noch einen anderen Betrieb anschauen.»

Gerne würde er sich später auch weiterbilden lassen, beispielsweise den Kletterkurs oder auch die Ausbildung zum Förster absolvieren. «Es wäre cool, wenn ich vielleicht sogar einmal in Kanada in einem Betrieb mitarbeiten könnte.» Noch wohnt er bei seinen Eltern und seinen fünf jüngeren Geschwistern in Bergdietikon. In seiner Freizeit ist er im Turnverein aktiv, hilft bei der Pflege der Obstbäume seiner Grosseltern und bei einem benachbarten Landwirt mit, wo er mit Vorliebe Traktor fährt. Und er freut sich bereits auf die Rekrutenschule, wo er als Logistiksoldat ausgebildet wird. «Ich hoffe, dass ich dort dann auch Kleinlastwagen oder gar Lastwagen fahren kann.» Denn seine Leidenschaft für grosse Fahrzeuge macht nicht an der Waldgrenze halt.