Spreitenbach
26.05.2021

Das sind die neuen Bewohner der katholischen Kirche

Diese drei Exemplare wohnten 2019 im Kirchturm. (Bilder: zVg/Koni Wiederkehr)

Die kleinen Falken müssen wegen der Kälte nah zusammenrücken.

Fast flügge Falken: Die Brut von 2019 kurz vor dem Ausfliegen.

Diese drei Exemplare wohnten 2019 im Kirchturm. (Bilder: zVg/Koni Wiederkehr)

Diese drei Exemplare wohnten 2019 im Kirchturm. (Bilder: zVg/Koni Wiederkehr)

Die kleinen Falken müssen wegen der Kälte nah zusammenrücken.

Fast flügge Falken: Die Brut von 2019 kurz vor dem Ausfliegen.

Diese drei Exemplare wohnten 2019 im Kirchturm. (Bilder: zVg/Koni Wiederkehr)

Die kleinen Falken müssen wegen der Kälte nah zusammenrücken.

Fast flügge Falken: Die Brut von 2019 kurz vor dem Ausfliegen.

Die kleinen Falken müssen wegen der Kälte nah zusammenrücken.

Diese drei Exemplare wohnten 2019 im Kirchturm. (Bilder: zVg/Koni Wiederkehr)

Die kleinen Falken müssen wegen der Kälte nah zusammenrücken.

Fast flügge Falken: Die Brut von 2019 kurz vor dem Ausfliegen.

Mitte Mai sind fünf Falken im Kirchturm der katholischen Kirche Spreitenbach geschlüpft. Koni Wiederkehr schaut in 40 Metern Höhe nach dem Rechten. Seit er 2009 einen Brutkasten einbaute, sind dort bereits 35 Junge zur Welt gekommen.

Von: Sibylle Egloff

«Noch sind sie ganz eng zusammengeknäuelt, weil es so kalt ist. Es sind dieses Jahr fünf Junge», erzählt Koni Wiederkehr. Der Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Spreitenbach-Killwangen steigt einmal pro Woche den Kirchturm der katholischen Kirche Spreitenbach empor, um in 40 Metern Höhe nach seinen Schützlingen Ausschau zu halten.

Seit 2009 dient der Boden über dem Glockenstuhl als Brut- und Aufzuchtstätte von Turmfalken. «Ich habe damals einen Falkenkasten eingebaut», sagt Wiederkehr. Die Kirche habe von der Elektrizitätsversorgung Spreitenbach anlässlich eines Jubiläums eine Beleuchtung für den Kirchturm erhalten. «Weil die Fledermäuse, die dort leben, das helle Licht nicht mögen, habe ich die Kirche gebeten, davon abzusehen. Doch man hatte das Geschenk bereits angenommen.» Um die Tiere wenigstens etwas vor dem Licht zu schützen, verdunkelte Wiederkehr die Fenster im Turm. «Da kam mir die Idee, auch gleich einen Falkenkasten zu errichten.» Der Aufwand zahlte sich schon zwei Jahre später aus. «2011 entdeckte ich ein Gelege mit vier Eiern», erinnert sich Wiederkehr. Jedoch sei nur eines davon ausgebrütet worden. «Wahrscheinlich war es die erste Brut eines noch unerfahrenen Weibchens, das nicht so recht wusste, was es mit den Eiern anfangen sollte.» 2012 stritten sich zwei Falkenpaare um den Brutplatz, sodass der Kasten leer blieb. Ab 2013 stellte sich der regelmässige Bruterfolg ein. Seitdem trifft Wiederkehr jeden Frühling auf Nachwuchs. Insgesamt sind dort schon 35 junge Falken zur Welt gekommen.

In rund 35 Tagen sind die jungen Falken flügge

«Es ist jedes Jahr ein wunderbares Erlebnis, zu beobachten, wie die schönen Vögel in rund 35 Tagen von kleinen weissen Wollknäueln zu stolzen jungen Falken heranwachsen.» Der Spreitenbacher freut sich, dass er die Vögel mit dem Falkenkasten unterstützen kann. In der Natur und in anderen Gebäuden sei es für die Tiere schwieriger, Brutplätze zu finden, die sicher und wettergeschützt seien.

Bei seinen Besuchen im Turm muss Wiederkehr jeweils sehr behutsam und leise sein. «Ich will das Weibchen oder das Männchen auf keinen Fall stören und ihnen Stress bereiten.» Deshalb beobachtet, fotografiert und filmt er das Geschehen im Brutkasten stets durch ein kleines Loch eines Tuchs, das er dort angebracht hat. «Ich warte jeweils, bis das Weibchen oder das Männchen wegschaut. Erst dann halte ich den Fotoapparat rein», sagt Wiederkehr. Er wartet nun gespannt auf die nächste Phase seiner Schützlinge. «Die ersten Flugversuche sind immer lustig anzuschauen. Die Falken sitzen dann beim Kastenausgang und blicken in die Tiefe, als fragten sie sich, ob sie schon losfliegen sollen oder nicht.»

Die ersten Flugversuche sind jeweils ein Spektakel

Wenn ein Junges den Schritt dann wage, würden die anderen ihm beeindruckt nachschauen. Bis jetzt hätten alle die Mutprobe früher oder später bestanden, sagt Wiederkehr. «Wenn sie das Nest verlassen, können auch Passantinnen und Passanten sie erstmals sehen. Das ist jeweils ein Spektakel, weil die Vögel zu Beginn den Eingang zurück zum Falkenkasten nicht auf Anhieb erwischen und mehrere Anläufe nehmen müssen.»

Wiederkehr will auch künftig als Falkenvater wirken. Er ist sich sicher: «Solange ich den Kirchturm noch hoch komme, werde ich mich weiterhin um die Tiere kümmern.»