Spreitenbach
19.05.2021

Antworten an der Politinfo

Neben den Traktanden der Gemeindeversammlung wurden an der Würenloser Politinfo auch die Themen Deponie Steindler und Alterszentrum angesprochen.

Von: Melanie Bär

15 Einwohnerinnen und Einwohner nahmen vor Ort an der Politinfo teil und rund 80 Personen verfolgten den Livestream. Am meisten Emotionen gab es bei den Informationen zum geplanten Alterszentrum und zur Deponie Steindler.

In seiner Rolle als Verwaltungsratspräsident der Alterszentrum Würenlos AG informiert Gemeindeammann Anton Möckel über den aktuellen Stand der Planungen in Sachen Alterszentrum. Mit der Baueingabe im Herbst wird die Detailplanung öffentlich gemacht. Unverändert bleibt im Baugesuch das geplante Raumprogramm mit 40 Pflegezimmern, 32 Wohnungen mit Dienstleistungen sowie 8 Pflegezimmern. 48 Betten können über die Pflegeplatzliste des Kantons abgerechnet werden. Aufgrund der Eingaben beim Vorentscheidgesuchs wurden Anpassungen wie beispielsweise die Minimierung der Gebäudehöhe gemacht.

Eine Verschiebung des Gebäudes in den nordwestlichen Teil der Zentrumswiese, wie sie in einem Flugblatt gefordert wurde, erachtet Möckel nicht als zielführend. «Die Positionierung ist nicht zufällig entstanden», gab er zu bedenken. Er wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht nur das Alterszentrum, sondern die gesamte Zentrumswiese planerisch im Auge habe und auch nicht alterszentrumspezifische Anliegen wie beispielsweise ein Spielplatz mitberücksichtigt werden.

Neben der Gebäudefläche von 2572 m2 gibt es 3685 m2 Wegflächen und 6237 m2 Grünflächen. «Das Alterszentrum wird ein öffentlich zugänglicher Raum, der nicht mit einem Hag vom Rest der Wiese abgetrennt wird», stellt Möckel klar. Das Gebäude diene an seinem geplanten Platz auch dem Hochwasserschutz. Die Alterszentrum Würenlos AG will deshalb auch nicht vom Standort abweichen. Möckel wies darauf hin, dass jeder Wechsel Zeit und Geld koste. Auf die Frage eines Anwesenden, ob die Planungen so seien, dass Einsprachen die Umsetzung nicht wieder verzögern könnten, antwortete Möckel: «Das ist Wunschdenken.» Aufgrund der Komplexität und Verworrenheit sei es bisher nicht möglich gewesen, sich mit den Kritikern zu einigen. Trotzdem bedankte er sich bei den Initianten des Flugblattes: «Würenlos soll eine Kultur haben, in der gegenteilige Meinungen Platz haben dürfen.»

Keine Gesprächsbereitschaft

Emotional wurde es auch beim vierten Thema des Infoabends zur Aushubdeponie Steindler. Gemeindeammann Möckel wiederholte die Bereitschaft des Gemeinderats, trotz Sistierung an einer allfälligen von der Dereba AG organisierten Mediation teilzunehmen. Der Gemeinderat hatte im April kommuniziert, dass er die für die Errichtung der Deponie notwendige Richtplananpassung nicht weiterverfolgen will. Trotzdem lasse sich der Gemeinderat von den Deponiegegnern nicht erpressen und schreibe das Geschäft nicht wie gefordert bis am 20. Mai ab. «Es wäre eine schlechte Politik, wenn wir uns erpressen lassen würden», sagte Möckel und verurteilte die Falschinformationen, die insbesondere auf sozialen Medien gemacht worden seien und in Richtung Verleumdung gingen. Die Gegner hatten in einem Brief angekündigt, den Entscheid mit Hilfe politischer Werkzeuge zu erzwingen.

Robert Blarer von der IG Deponie Steindler kritisierte an der Infoveranstaltung, dass der Leitfaden zur Evaluation nicht eingehalten, die Nachbargemeinden und die Bevölkerung zu spät informiert worden sei. Bis 2050 sei keine Deponie auf gewachsenem Terrain notwendig. «Für uns von der IG ist klar, dass der finanzielle Aspekt für den Betreiber attraktiv ist», so Blarer, der nochmals bestätigte, dass die IG «null» gesprächsbereit sei. Möckel konterte, dass ihnen ganz andere Zahlen vorlägen und diese an einer Infoveranstaltung auch präsentiert worden seien.