Nach Wintergmeind ist klar: Spreitenbach will einen Verwaltungsleiter

Das Stimmvolk sagte Ja zu den Veränderungen.

116 Personen nahmen an der Wintergmeind in der Turnhalle Seefeld teil. Britta Gut
116 Personen nahmen an der Wintergmeind in der Turnhalle Seefeld teil. Britta Gut

Eine Rekordbeteiligung wie an der Wintergmeind im Januar in der Umweltarena mit über 900 Stimmberechtigten gab es Mitte Dezember in der Turnhalle Seefeld nicht. Doch auch wenn es wegen der grossen Abstände auf den ersten Blick anders aussah: Mit 116 Personen lag die Teilnehmerzahl, die im Durchschnitt zwischen 100 und 180 beträgt, trotz Covid-19 im Rahmen.

Vergangene Woche stand auch nicht wie vor einem Jahr ein 200-Millionen-Projekt auf der Traktandenliste. Dafür mussten die Stimmberechtigten die Traktanden von der abgesagten Sommergmeind und der Wintergmeind abarbeiten. Die Stimmberechtigten waren speditiv. Die ersten elf Traktanden gaben zu keiner Diskussionen Anlass. Anders als noch vor elf Monaten gab das Stimmvolk auch grünes Licht für die Auslagerung der Wasserversorgung an einen externen Dienstleister. Edgar Benz (SVP), der im Mai als Gemeinderat gewählt wurde, hatte im Januar den Antrag gestellt, die Auslagerung nicht zu genehmigen. Vergangene Woche bat er das Stimmvolk das Gegenteil und hatte eine plausible Erklärung dafür: «Ich bekam in der Zwischenzeit tiefen Einblick in die Wasserversorgung. Die Auslagerung ist für Spreitenbach die beste Lösung.» Trotz intensiver Suche konnte man die Stelle des mittlerweile pensionierten Brunnenmeisters nicht wiederbesetzen, inzwischen hatte auch der Stellvertreter gekündigt. Auch die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden sei nicht zielführend. Mit grosser Mehrheit genehmigte das Stimmvolk die Auslagerung. Allerdings mit einer Auflage: Der Gemeinderat muss in fünf Jahren sowohl eine interne als auch eine externe Lösung aufzeigen und Bericht erstatten.

Wortmeldungen gab es zur geplanten Neuorganisation. Nachdem Marcel Lang drei Wochen nach seiner Wahl zum Gemeindepräsidenten zurückgetreten war, liess der verbleibende Gemeinderat eine Reorganisation prüfen. Diese wurde von allen Seiten unterstützt. Nicht jedoch die Vorgehensweise. «Die ist für uns nicht verständlich», so Josi Bütler im Namen der FDP. Bütler, der von 2008 bis 2011 selbst als Gemeindepräsident amtete, sagte, dass es vertrauenswürdiger gewesen wäre, wenn die Prüfung nicht intern, sondern von externer Stelle vorgenommen worden wäre. Schliesslich wurden die Schaffung einer Verwaltungsleiterstelle und die Reglementanpassungen über die Tätigkeit und die Besoldung des Gemeinderats mit grosser Mehrheit genehmigt.

Mit diesem Entscheid steht auch den Ersatzwahlen für den Gemeinderat und den Gemeindepräsidenten am 28. März 2021 nichts mehr im Weg. Der Gemeinderat hatte mit den Wahlen zugewartet, bis die Fragen zur Reorganisation geklärt waren.

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