Die nächste Baustelle nimmt Fahrt auf: das «Tivoli Garten» entsteht

Seit März sind die Bauarbeiten beim «Tivoli Garten» im Gange. Ein Überblick über den aktuellen Stand des Grossprojekts

So sieht die Baustelle des «Tivoli Garten» im Moment aus. Sie liegt zwischen Shoppingcenter und der Überbauung Limmatspot. zVg
So sieht die Baustelle des «Tivoli Garten» im Moment aus. Sie liegt zwischen Shoppingcenter und der Überbauung Limmatspot. zVg

Spreitenbach gleicht derzeit einer Grossbaustelle. Wohin man fährt oder geht: Bagger, Krane, Bauarbeiter. Die meisten der Baustellen bereiten das Trassée und die Haltestellen der Limmattalbahn vor. Eine ist ein separates Bauwerk: Zwischen Shoppi Tivoli und dem neuen Wohn- und Gewerbeareal Limmatspot entsteht seit März eine neue Überbauung: das «Tivoli Garten». 

Sie wird 445 Mietwohnungen umfassen und aus zwei Hochhäusern und mehreren langgezogenen, nicht ganz so hohen Mehrfamilienhäusern bestehen. Im Erdgeschoss wird es eine Obi-Filiale, einen Doppelkindergarten und eine Limmattalbahn-Haltestelle geben. Das Projekt kostet 200 Millionen Franken.

Die Bauarbeiten für das Grossprojekt laufen seit Mitte März. Zeit für einen Überblick: Noch gebe es nicht viel zu sehen auf der Baustelle, heisst es vonseiten der Totalunternehmerin, der Eiffage Suisse AG aus Kloten (ZH). Bisher hätten Aushub- und Baugrubensicherungsarbeiten stattgefunden. Derzeit liefen diese Arbeiten nach wie vor. Bis Herbst verlegen die Bauarbeiter zudem auch Werkleitungen. Die nächste Bauphase beginnt laut Totalunternehmerin im Frühling 2021 mit dem Start der Baumeisterarbeiten. Hinter dem «Tivoli Garten» steht die Genossenschaft Migros Aare. 

Dem Baustart geht ein langes Hin und Her voraus

Rückblick: Den Bauarbeiten geht eine lange Vorbereitungsphase voraus: Gemäss Badener Tagblatt plante die Migros Aare 2006 einen Obi in der Handels- und Gewerbezone Ost (HGO). Die Gemeinde wollte damals aber nicht nur einen einzelnen Baumarkt, sondern eine Wohnüberbauung. Im Juni 2011 genehmigte die Gemeindeversammlung eine Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in der HGO. Kurz darauf lag der Gestaltungsplan öffentlich auf. Das geht aus dem Protokoll der Versammlung hervor. Der Verkehrsclub Aargau (VCS) wehrte sich gegen die Pläne: Er reichte 2012 eine Einwendung ein. Das Bundesgericht entschied schliesslich, die Prüfung der Umweltverträglichkeit müsse auf die gesamte Anlage inklusive des benachbarten Einkaufscenters Shoppi Tivoli und der Überbauung Limmatspot ausgeweitet werden. Konkret hiess dies: Die Gemeinde musste den Gestaltungsplan überarbeiten. Auch dagegen legte der VCS eine Beschwerde ein. Dieses Mal ging ihm die Bewirtschaftung des Parkraums zu wenig weit. Es folgten Verhandlungen. 

Im Januar 2019 einigten sich die Migros Aare und der VCS auf einen Kompromiss. Im Dezember 2019 erteilte der Gemeinderat die Baubewilligung für die Baugrube. Im Januar 2020 lag die Bewilligung für das Projekt selbst vor. 
Das Projekt hat in der Vergangenheit also die Gemüter bereits bewegt. Wie sieht es denn jetzt, in der Bauphase, aus? Bisher habe man keine Rückmeldungen vonseiten der Bevölkerung erhalten, teilt die Totalunternehmerin mit. 
Jetzt stehen die Bauarbeiten allerdings etwas unter Zeitdruck: Die Limmattalbahn soll im Dezember 2022 zum ersten Mal bis an den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach fahren. Die Bauarbeiten für die geplante Haltestelle beim «Tivoli Garten» müssen spätestens Ende 2021 beginnen, damit sie pünktlich fertig wird. Der «Tivoli Garten» selbst soll Mitte 2024 fertig sein. 

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