Wettingen
06.03.2019

Am nächsten Fäscht wird’s leiser

Reto Fritschi, <em>OK-Mitglied Wettiger Fäscht.</em><em> bsc</em>

Reto Fritschi, OK-Mitglied Wettiger Fäscht. bsc

Am letzten Wettiger Fäscht wurden zum ersten Mal die Lärmemissionen gemessen. Dieses Jahr wird eine Dezibelobergrenze eingeführt.

Barbara Scherer

Bislang mussten sich die Beizen und Bars am Wettiger Fäscht an keine Lärmgrenze halten. Dieses Jahr wird sich das ändern: 97 Dezibel gelten als oberste Grenze am nächsten Fest. Wer sie überschreitet, muss mit Bussen rechnen.

Bereits am letzten Fäscht wurden zum ersten Mal Dezibelmesser auf dem Festgelände aufgestellt; ein Testlauf, wie es Reto Fritschi, OK-Mitglied des Wettiger Fäscht, nennt. Damals lautete die Lärmobergrenze 93 Dezibel.

«Wir mussten aber schnell feststellen, dass diese Zahl unrealistisch ist an einem Fest», so Fritschi. Bereits am ersten Abend wurde die Lärmgrenze von fast allen Bars und Beizen überschritten. Denn nach einer Besichtigung vor Ort musste Fritschi feststellen, dass in einem Zelt ohne Musik bereits eine Lautstärke von 95 Dezibel erreicht wird.

Die 93-Dezibel-Grenze hatten die Organisatoren von der Badenfahrt übernommen. Doch auch dort zeigte sich schnell, dass die Lärmgrenze von vielen Beizen massiv überschritten wurde.

«Ich musste als Verantwortlicher am Wettiger Fäscht sofort reagieren und habe für die restlichen zwei Tage eine Lärmgrenze von 98 Dezibel festgelegt», sagt Fritschi. Eine realistische Lärmgrenze für ein Volksfest.

Nur drei Bars hätten auch hier den Grenzwert überschritten. «Ich habe mich mit den Barbetreibern anschliessend getroffen und mit ihnen darüber gesprochen», so Fritschi.

Gebüsst wurde letztes Jahr noch niemand: «Es war ein Testlauf für alle am Fest.» Doch jetzt steht die Lärmobergrenze für das nächste Fäscht fest: 97 Dezibel und nicht mehr.

Wer sich nicht daran hält, wird gebüsst. Bei einem ersten Vergehen müssen die Beizenbetreiber 1000 Franken abdrücken, danach steigt die Busse auf 2000 Franken. Wer sich auch nach zwei Vergehen weiterhin nicht an die Lärmobergrenze hält, der zahlt am Schluss 4000 Franken.

Als Vergehen gilt auch, wer sich nicht an die Zeiten hält: Es gilt, ab zwei Uhr in der Nacht muss Ruhe herrschen. «Am nächsten Fäscht gilt eine Nulltoleranzobergrenze», sagt Fritschi.

Kontrolliert werden die Dezibelmesser neu stichprobenartig von der Polizei. Zugelassen sind nur zwei Vermieter der Geräte: «So wird sichergestellt, dass niemand bei der Dezibelmessung flunkern kann», sagt Fritschi.

Für das Open Air gilt nach wie vor die Lärmgrenze von 100 Dezibel.

Vonseiten der Bevölkerung und der Anwohner sei die Dezibelmessung positiv wahrgenommen worden. «Ich habe nur eine Reklamation per E-Mail erhalten», so Fritschi. Ein Anwohner störte sich über den Lärm während des Abbaus.

Doch: «Am letzten Abend werden die Beizen und Bars zusammengeräumt, da lässt sich etwas Lärm leider nicht verhindern.» Doch auch hier steht Fritschi mit den Vereinen im Kontakt.