Einstimmig für die Spitex-Fusion mit Neuenhof

Nachdem vergangene Woche die Mitglieder der Spitex Neuenhof einstimmig Ja zur Fusion mit dem Spitex-Verein Wettingen sagten, taten dies am Dienstagabend auch die Mitglieder in Wettingen.

Doris Stump und Bruno Fessler freuen sich nach dem Ja zur Fusion. Fotos: bär

Doris Stump und Bruno Fessler freuen sich nach dem Ja zur Fusion. Fotos: bär

60 Mitglieder nahmen an der Generalversammlung im Rathaus teil.

60 Mitglieder nahmen an der Generalversammlung im Rathaus teil.

Am Dienstagabend kurz vor acht Uhr war die Sache klar: Nach einer kurzen Diskussion sagten die Mitglieder des Spitex-Vereins Wettingen Ja zur Fusion mit Neuenhof. «Für Sie ändert sich praktisch nichts. Die Versorgung funktioniert wie vorher», sagte Bruno Fessler, bisheriger Vereinspräsident der Spitex Neuenhof.

Tatsächlich erbringt die Spitex Wettingen seit der operativen Übernahme im 2013 die Spitex-Leistungen auch in Neuenhof. Die Kosten für die geleisteten Pflegestunden werden wie auch in Wettingen hauptsächlich durch die Krankenkassen, durch die jewei-lige Einwohnergemeinde und durch den Patienten selber getragen. «Wenn die Gemeinden richtig zahlen, muss der Verein nichts einschiessen», beruhigte die Wet-tinger Vereinspräsidentin Doris Stump ein anwesendes Mitglied, das sich Gedanken über die finanziellen Folgen dieser Fusion machte.

Über 90 Prozent der Kosten sind Personalkosten, die pro Gemeinde und pro Stunde abgerechnet werden. Was wegfällt, sind die zwei Franken, die der Neuenhofer Verein dem Wettinger pro geleistete Pflegestunde bisher bezahlt hat. «Dafür fliessen nun das Vereinsvermögen von über 90000 Franken sowie die Mitgliederbeiträge in den neuen Verein», so Fessler.

«Es macht keinen Sinn, einen Verein aufrechtzuerhalten, der keine richtige Funktion mehr hat», nannte Fessler die Beweggründe dieser Fusion. Nachdem die Neuenhofer im 2013 die operative Leitung nicht mehr gewährleisten konnten, kauften sie die Dienstleistungen in Wettingen ein. Seither hat der Verein als Bindeglied zwischen dem Gemeinderat Neuenhof und der Spitex Wettingen nur noch eine Scharnierfunktion. Warum man eine Zusammenlegung nicht schon früher ins Auge fasste, hat mit der geplanten und im vergangenen Jahr abgelehnten Gründung einer überregionalen gemeinnützigen Spitex AG zu tun. «Wir wollten dies zuerst abwarten.»

Nach 16 Jahren gab Marcel Huggenberger sein Amt als Revisor an der Generalversammlung an Jürg Keller weiter. Einen Wechsel gab es auch bei der Vertreterin der Gemeinde: Lilo Jud, Leiterin der Fachstelle Altersfragen, ersetzt Gemeinderätin Yvonne Feri. Per Ende Jahr wird es auch in der Leitung der Spitex zu einer Änderung kommen. Zentrumsleiterin Cécile Frei geht frühzeitig in Pension und hat ihre Stelle auf Ende Jahr gekündigt. «Wir sind sehr erleichtert, dass wir bereits jetzt eine Nachfolgerin gefunden haben, und danken Cécile Frei bereits jetzt für die tolle Arbeit, die sie seit 12 Jahren leistet», so Stump.

Die Jahresrechnung schloss mit einem Ertragsüberschuss von rund 2000 Franken. Ertrag und Aufwand lagen bei 3,1 Mio. Franken und werden auch im 2016 mit 3 Mio. Franken budgetiert. «Leider müssen wir ein Defizit von rund 100000 Franken budgetieren», so Stump. Sie hoffe allerdings, dass die Gespräche mit dem Gemeinderat Wettingen und Neuenhof fruchteten und er einer Erhöhung der Beiträge pro Pflegestunde zustimme, damit ein ausgeglichenes Budget erreicht werden könne. Ansonsten müsse das Vereinskapital, das 612491 Franken beträgt, angebraucht werden. «Ich finde es allerdings nicht gut, die Reserven zu plündern, da diese zur Überbrückung von Not-fällen und zur Einführung von Weiterentwicklungen vorgesehen sind.» Mit 23075 erbrachten Pflegestunden hat die Spitex Wettingen 2000 Stunden mehr erbracht als im Vorjahr.

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