Spreitenbach
06.03.2019

Löste «Meme» die Schlägerei aus?

In der Nähe des Zentrumsschopfs <em>hat die Schlägerei stattgefunden. Die Polizei war mit über einem Dutzend Patrouillen vor Ort. Leserfoto 20 Minuten</em>

In der Nähe des Zentrumsschopfs hat die Schlägerei stattgefunden. Die Polizei war mit über einem Dutzend Patrouillen vor Ort. Leserfoto 20 Minuten

Am vergangenen Wochenende kam es im Shoppi Tivoli zu einer Auseinandersetzung zwischen 30 Jugendlichen.

Rahel Bühler

Ungewöhnliche Szenen vor dem Shoppi Tivoli in Spreitenbach: Am späteren Samstagnachmittag sind ungefähr 30 Jugendliche verschiedener Nationalitäten aufeinander losgegangen. Bei der Massenschlägerei wurde ein 15-Jähriger mit einem Messerstich verletzt, wie die Kantonspolizei Aargau in einer Medienmitteilung bekannt gibt: «Da von Messern und Verletzten die Rede war», rückten über ein Dutzend Patrouillen aus.

Der Verletzte wurde mit einer Ambulanz ins Kantonsspital Baden gebracht. Die polizeilichen Abklärungen führten zu einem 16-Jährigen, der zugab, zugestochen zu haben. Er wurde festgenommen und die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Der Grund für die Auseinandersetzung soll ein sogenanntes «Meme» sein, wie mehrere Tageszeitungen im Verlaufe dieser Woche berichteten: Ein «Meme» ist ein Bild, das mit einem Text kombiniert wird und so eine neue, humorvolle Bedeutung erhält. Das besagte «Meme» wurde vom Basler Social-Media-Star Zeki gepostet und bezeichnete Spreitenbach als gefährlichstes Gebiet der Schweiz. Das soll unter den Jugendlichen zu einem Kräftemessen und zur Frage «Wer ist krasser: Dietikon oder Spreitenbach?» geführt haben, wie zum Beispiel das «Badener Tagblatt» oder «20 Minuten» berichten. Jugendliche aus Dietikon sollen das «Meme» daraufhin verändert haben, sodass Dietikon der «krassere Ort» sei. In Spreitenbach sei dieser Schachzug nicht gut angekommen und das Ganze habe am Samstag in der Massenschlägerei geendet.

Das «Badener Tagblatt» zitiert in einem Artikel vom Dienstag eine Bekannte des mutmasslichen Messerstechers, die angibt, dass nicht jenes Bild der Auslöser für die Auseinandersetzung gewesen sein soll. In Wahrheit gehe es um ein Foto von einem WC, auf dem das Wort «Dietikon» geschrieben ist. «Damit ist gemeint, dass Dietikon scheisse ist», wird die Frau vom BT zitiert. Seit Wochen oder Monaten sei klar gewesen, dass der Streit am Samstag in Spreitenbach ausarten werde, heisst es im Artikel weiter.

Spreitenbachs Gemeindepräsident Valentin Schmid wollte sich auf Anfrage des «Badener Tagblatts» nicht zum Vorfall äussern. Der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann gab dem «Tages-Anzeiger» ein Interview. «Wir haben definitiv kein Problem mit Jugendgangs», sagt er darin.