Spreitenbach
23.01.2019

«Tivoli Garten» kann samt Haltestelle gebaut werden

Erste Visualisierung <em>des Bauprojekts «Tivoli Garten». zVg</em>

Erste Visualisierung des Bauprojekts «Tivoli Garten». zVg

«Tivoli Garten» kann entstehen: Die Eigentümer und der VCS Aargau haben sich geeinigt.

Barbara Scherer

Zwei Hochhäuser mit rund 420 Wohnungen, eine überdachte Haltestelle der Limmattalbahn und einen Obi-Baumarkt soll das Bauprojekt «Tivoli Garten» in Spreitenbach umfassen. Dieses wird von der Migros Genossenschaft Aare geplant und wird über 200 Millionen Franken kosten.

Damit die Limmattalbahn im Dezember 2022 die Haltestelle beim «Tivoli Garten» bedienen kann, muss bis dann mindestens der Rohbau des Bauprojekts stehen. Beinahe hätte dies nicht geklappt: Zweimal hat der Verkehrs-Club Aargau (VCS) Beschwerde gegen das Bauprojekt «Tivoli Garten» eingereicht: Dem VCS gingen die Umweltmassnahmen im Gestaltungsplan «Handels- und Gewerbezone Ost (HGO)» zu wenig weit.

Parkgebühr wird teurer

«Es war nicht immer einfach, doch nach langwierigen und schwierigen Verhandlungen konnten wir eine Kompromisslösung finden», sagt VCS-Präsident Jürg Caflisch. Besonders intensiv wurden die Parkraumbewirtschaftung und die Kompensationszahlungen bei Überschreitung von festgelegten jährlichen Fahrtenzahlen diskutiert.

So wird ab Eröffnung des «Tivoli Garten» eine Parkgebühr von zwei Franken für die erste Stunde erhoben. Bisher sind die ersten 45 Minuten Parkzeit frei. «Auch die Parkplatzzahl wird reduziert», erklärt Patrick Stäuble, Shoppi-Tivoli-Geschäftsführer.

Er vertritt als Verwaltungsrat auch die Interessen der Investorin Migros und der Credit Suisse. Von 4200 Parkplätzen werden es ab Eröffnung des Neubaus noch 3500 sein, wobei der VCS gerne auf 3000 Plätze reduziert hätte.

Limmattalbahn bringt neue Kunden

«Mir ist klar, es handelt sich dabei um ein emotionales Thema», sagt Stäuble und fügt an: «Einige Kunden werden deshalb nicht mehr vorbeischauen wollen. Dafür gewinnen wir neue Kundschaft.» Denn mit der Limmattalbahn werden auch jüngere Menschen ohne eigenes Auto den Weg ins Shoppi Tivoli finden, davon ist Stäuble überzeugt.

Zwar hätten sie das «Tivoli Garten» lieber ohne Parkgebührenerhöhung und Parkplatz-Reduktion gebaut: Doch die Limmattalbahn ist ein sehr wichtiger Bestandteil des neuen Bauprojekts. Deshalb sei das Shoppi bereit für diesen Kompromiss.

Die Kompensationszahlungen für die Anzahl Fahrten werden steigen: Werden mehr als fünf Millionen Fahrten in einem Jahr auf der Gesamtanlage verzeichnet, müssen die Eigentümer 200000 Franken an die Gemeinde Spreitenbach zahlen.

Mehr Veloabstellplätze

Fans des Langsamverkehrs dürfen sich hingegen freuen: 1400 Veloabstellplätze sind auf der Gesamtanlage geplant. Auch für Fussgänger wird sich die Situation verbessern.

Die Kompromisslösung kam im letzten Moment, «quasi fünf vor zwölf», wie Gemeindepräsident Valentin Schmid bemerkt. «Hätten wir keine Einigung gefunden, wäre die Limmattalbahn-Halte-stelle auf der Strasse zu stehen gekommen», so Schmid.

Jetzt liegt der Gestaltungsplan beim Kanton. Sollte dieser bewilligt werden, soll im März das Baugesuch eingereicht werden. Baubeginn des «Tivoli Garten» ist auf Ende 2020 geplant.