«Dieses Geld haben wir nicht»

Nach wie vor steht der Verkauf des Kirchenzentrums Hasel in Spreitenbach im Raum. Denn die Finanzlücke für eine Sanierung ist einfach zu gross.

Die Kirche Hasel in Killwangen: Noch immer wird über den Verkauf der Kirche diskutiert. Nun fand ein Informationsanlass statt. Archiv
Die Kirche Hasel in Killwangen: Noch immer wird über den Verkauf der Kirche diskutiert. Nun fand ein Informationsanlass statt. Archiv

Es war schon öfters Thema und ist aktueller denn je: der Verkauf des reformierten Kirchenzentrums Hasel (die Limmatwelle berichtete). Am vergangenen Donnerstag hat die Kirchenpflege die Mitglieder der Kirchgemeinde bei einer Informationsveranstaltung umfangreich informiert. Dabei sei es wichtig gewesen, den Menschen aufzuzeigen, dass der Verkauf nicht gewollt sei, aber nötig: «Nach ersten Schätzungen müssten wir vier bis fünf Mio. Franken investieren. Dieses Geld haben wir nicht. Wir haben auch keine Rückstellungen», stellt Pfarrer Stefan Siegrist klar. Aus der Gemeinde kamen dann Vorschläge. Einer davon war, die Kirche in Spreitenbach Dorf zu verkaufen und den Erlös in die Sanierung des Hasels zu stecken. «Kein schlechter Vorschlag. Allerdings ist die Kirche denkmalgeschützt. Das Land könnten wir etwa für 1,2 Mio. Franken verkaufen, doch dann fehlen uns immer noch rund 3 bis 4 Millionen Franken», erklärt der Pfarrer. Wenn man im Gegenzug den Hasel verkauft, winke ein «verhältnismässig grosser Erlös», den man in den Bau eines kleineren, dem zukünftigen Bedarf angemessenen Gebäudes investieren könnte. «So kann man der nächsten Generation etwas mitgeben, dessen Unterhalt sie in den nächsten 20 bis 30 Jahren auch dann stemmen können, wenn die Erträge zurückgehen.» Denn so viel Fläche wie im Hasel brauche es nicht mehr. Die Zahlen der Mitglieder der reformierten Kirche in Spreitenbach-Killwangen gehen stark zurück: «Das ist nicht einfach, weil die Leute nicht mehr zu uns in die Kirche kommen wollen, sondern auch weil immer weniger Reformierte geboren werden oder zuziehen.» Bei den Katholiken sei dies anders, die Zuzüge aus den südlichen Ländern wie Italien und Spanien sorgen weiterhin für neue Mitglieder. «Bei uns kommt höchstens mal jemand aus Deutschland dazu.» Pfarrer Siegrist hat nach der Veranstaltung ein gutes Gefühl, es sei ein guter Abend mit aufgeräumter Stimmung gewesen: «Wir konnten die Diskussion fortsetzen, nachdem wir uns gesammelt und reflektiert hatten. Man merkt, dass es nun darum geht, wo wir hinwollen, und nicht, was in der Vergangenheit liegt.» Wie es schlussendlich tatsächlich weitergeht, hängt auch von der BNO-Revision Spreitenbach ab, und das wird noch ein bisschen dauern.

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