Spreitenbach
19.12.2018

Schluss mit Softeis oder Kondom: Jetzt wird die umstrittene Weihnachtsbeleuchtung ersetzt

Die Weihnachtsbeleuchtung hat viele im Dorf an ein Kondom, Softeis oder ein Minarett erinnert. (Sandra Ardizzone)Eigentlich sollte die Beleuchtung den Kirchenturm darstellen. (Sandra Ardizzone)Bestehende Weihnachtsbeleuchtung, die zu Diskussionen führte. (Sandra Ardizzone)Gewerbevereinspräsident Michael Spühler mit dem ausgewählten Vorschlag für die neue Weihnachtsbeleuchtung. (Melanie Bär)

Die Weihnachtsbeleuchtung hat viele im Dorf an ein Kondom, Softeis oder ein Minarett erinnert. (Sandra Ardizzone)

Eigentlich sollte die Beleuchtung den Kirchenturm darstellen. (Sandra Ardizzone)

Bestehende Weihnachtsbeleuchtung, die zu Diskussionen führte. (Sandra Ardizzone)

Gewerbevereinspräsident Michael Spühler mit dem ausgewählten Vorschlag für die neue Weihnachtsbeleuchtung. (Melanie Bär)

Seit 18 Jahren führt die Weihnachtsbeleuchtung in Würenlos zu Diskussionen. Denn viele konnten den dargestellten Doppelzwiebelturm darin nicht erkennen. Nun liess der Gewerbeverein über Skizzen mit neuen Vorschlägen abstimmen.

Melanie Bär

Die blau-gelbe Beleuchtung stellt den Doppelzwiebelturm der Alten Kirche in Würenlos und einen Stern dar. «Doch viele sahen darin andere Sachen wie beispielsweise Shoppenflasche, Minarett, Kondom oder ein Softeis», sagt Gewerbevereinpräsident Michael Spühler.

Seit die Weihnachtsbeleuchtung vor 18 Jahren erstmals aufgehängt wurde, führen Form und Farbe zu Diskussionen.

Vorschläge wurden gesucht, doch fast keine eingereicht

Der Gewerbeverein, dem die Beleuchtung gehört, hat den Spiess nun umgedreht: Am Frühlingsmarkt wurden Blätter verteilt, auf denen Vorschläge skizziert werden konnten. Michael Spühler hoffte, «dass alle, die die Beleuchtung schlechtreden, jetzt Vorschläge bringen».

Doch er wurde enttäuscht. Nur gerade vier Personen reichten eine Skizze ein, weitere Personen setzten sich für die Beibehaltung der bestehenden Beleuchtung ein.

Umso erfreuter war der Gewerbeverein, dass 347 Personen über die fünf Vorschläge, die am «Christchindlimärt» im Dezember präsentiert wurden, abstimmten.

«Das beweist, dass die Beleuchtung nach wie vor ein grosses Thema ist im Dorf. Und dank der grossen Anzahl abgegebener Stimmen ist das Ergebnis breit abgestützt.»

Neue Idee knüpft am alten Design an

Drei der fünf Vorschläge waren chancenlos und erhielten nur vereinzelte Stimmen. Zwei Vorschläge lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein Vorschlag zeigte einen Stern mit Schweif und erhielt 156 Stimmen.

Mit 174 am meisten Stimmen erhielt die Skizze mit dem jetzigen Doppelzwiebelturm, der dank Perspektive deutlicher zu erkennen ist als heute. Michael Spühler freuts: «Es ist nicht einfach ein Stern, sondern hat mit dem Doppelzwiebelturm einen Bezug zu Würenlos und ist dank den zusätzlichen Linien nun klar zu erkennen.»

Im Grundsatz lehnt der Vorschlag ans Bestehende an. Deshalb vereinfacht sich auch die Umsetzung. Der Gewerbeverein geht davon aus, dass das bestehende Metallgestell mit leichten Anpassungen übernommen werden kann.

Kosten im fünfstelligen Bereich

Das dürfte auch die Kosten reduzieren. Wie viel die Umsetzung kostet, ist noch nicht klar, ebenso wenig die Finanzierung. «Wir rechnen mit einem fünfstelligen Betrag und suchen nun das Gespräch mit der Gemeinde und weiteren Geldgebern.»

Bisher ist der Gewerbeverein für die Kosten aufgekommen. Seit den Sparmassnahmen der Gemeinde vor sechs Jahren montieren Gewerbevereinsmitglieder die Beleuchtung zudem auch selber.

«Doch das ist keineswegs selbstverständlich.» Der Gewerbeverein hat deshalb an den letzten beiden «Christchindlimärt» bei der Bevölkerung um Spenden gebeten und über 3000 Franken gesammelt. «Die Weihnachtsbeleuchtung scheint der Bevölkerung wichtig zu sein. Das freut mich, denn ich finde, dass sie zu unserer Kultur gehört.»

Spätestens in zwei Jahren soll die neue Beleuchtung hängen

Sobald die Finanzierung gesichert ist, soll der ausgewählte Vorschlag spätestens in zwei Jahren die bestehende Beleuchtung ersetzen. «Ich hoffe, dass die Diskussionen damit ein Ende haben und das neue Modell einer Mehrheit entspricht», sagt Spühler.

Die ausgewählte Skizze stammt von Evelyne Amacher. «Ich war eine von denen, die gelästert haben, denn die bestehende Beleuchtung gefällt mir überhaupt nicht», sagt die Würenloserin.

Deshalb hat sie nach neuen Ideen gesucht, die einen Bezug zu Würenlos haben. «Schlussendlich bin ich wieder beim Kirchturm gelandet, der durch die neue Perspektive-Ansicht nun aber klar erkennbar ist und dank warm-weissem Licht weihnachtlich wirkt.»

Amacher wird bei der Umsetzung miteinbezogen. «Es ist uns wichtig, dass ‹die Künstlerin› am Ende auch hinter ihrem Werk stehen kann», so Spühler.