Würenlos
11.07.2018

Der Badmeister: In den Sommerferien schuftet er

Der Badmeister: Sommerferien bedeuten für ihn viel Arbeit. (Barbara Scherer)Simon Studer bei der Aufsicht am Beckenrand.Roman Eberhard ist Badmeister im Schwimmbad Wiemel: Er arbeitet gerne im Sommer. (Barbara Scherer)Das sammelt sich im Wasser an. (Barbara Scherer)Dreimal am Tag wird die Wasserqualität überprüft. (Barbara Scherer)Abfalleimer leeren gehört dazu. (Barbara Scherer)Chlor reinigt das Badewasser. (Barbara Scherer)Toiletten reinigen gehört auch zum Job. (Barbara Scherer)Eberhard überwacht den Wasserstand. (Barbara Scherer)

Der Badmeister: Sommerferien bedeuten für ihn viel Arbeit. (Barbara Scherer)

Simon Studer bei der Aufsicht am Beckenrand.

Roman Eberhard ist Badmeister im Schwimmbad Wiemel: Er arbeitet gerne im Sommer. (Barbara Scherer)

Das sammelt sich im Wasser an. (Barbara Scherer)

Dreimal am Tag wird die Wasserqualität überprüft. (Barbara Scherer)

Abfalleimer leeren gehört dazu. (Barbara Scherer)

Chlor reinigt das Badewasser. (Barbara Scherer)

Toiletten reinigen gehört auch zum Job. (Barbara Scherer)

Eberhard überwacht den Wasserstand. (Barbara Scherer)

In der Limmatwelle-Sommerserie dreht sich alles um Menschen ohne Sommerferien: Diese Woche war die Redaktion auf Besuch im Schwimmbad Wiemel. Denn Sommerferien bedeuten viel Arbeit für die beiden Badmeister.

Barbara Scherer

Der Geruch von Chlor erfüllt die Luft. Es ist warm. Das Wasser plätschert und Kinder lachen. Idyllisch wirkt das Schwimmbad Wiemel: Im Nichtschwimmerbecken planschen ein paar Kinder mit riesigen Gummiringen, auf der Wiese nebenan haben es sich die Eltern gemütlich gemacht.

«Die meisten Leute kommen erst noch», sagt Roman Eberhard. Er ist der Badmeister Nummer eins im Freibad. Blaues Poloshirt, blaue Badehose und eine passende Schirmmütze: Zusammen mit Simon Studer sorgt Eberhard für Ordnung im Würenloser Schwimmbad.

Keine Ferien, dafür schönes Wetter

Während die meisten Menschen nun entspannen können und in die Ferien fahren, beginnt für die beiden Badmeister die Arbeit erst. Ferienzeit bedeutet in der Badi Hochsaison. Roman Eberhard kramt einen Schlüssel aus seiner Hosentasche und öffnet die Tür zum Kontrollraum.

Er arbeite gerne im Sommer. «Ich bin draussen und habe immer schönes Wetter«, sagt Eberhard, der seit 15 Jahren als Badmeister tätig ist, vier davon in Würenlos. Er betritt den kühlen Kellerraum. Ein lautes Surren ist zu hören: Die Motoren der Schwimmbadpumpen laufen auf Hochtouren. Dahinter wird in grossen blauen Behältern das Wasser gereinigt.

Fast vier Monate im Sommer auch jedes Wochenende arbeiten, das sei besonders im Privatleben schwierig. Dafür haben die beiden Badmeister im Winter viel Zeit und können lange in die Ferien. Eberhard tippt auf den Bildschirm an der Wand: Temperatur, pH- und Chlorwert sowie der Wasserstand können hier überprüft werden. «Wir testen das Wasser dreimal am Tag», erklärt Eberhard. Alles stimmt noch.

Chlor, die Chemikalie des Badmeisters

Im Nebenraum stehen 45 Kilogramm Chlor. «So viel brauchen wir an einem sonnigen Tag.» Denn bei schönem Wetter finden mehr Menschen ihren Weg ins Schwimmbecken und umso mehr Chemie wird benötigt, um das Wasser sauber zu halten. «Sonnencreme ist das Schlimmste im Wasser, die bringt man fast nicht mehr raus», sagt Eberhard, während er sich auf den Weg zum Sprungturm macht.

Dort öffnet er eine Luke und holt ein Gitter heraus. Darin kleben unzählige Haare, Blätter und Plastikteilchen. «Es sammelt sich im Verlauf des Tages noch viel mehr an.» Eberhard schliesst das Gitter wieder. Auch Urin und Schweiss verunreinigen das Schwimmbecken. Chlor hilft dabei, Keime im Badewasser abzutöten.

Badmeister trägt viel Verantwortung

Als Badmeister kümmern sich Roman Eberhard und Simon Studer nicht nur um die Wasserqualität: Toiletten reinigen, Rasen mähen, Mülleimer leeren und Schwimmbadaufsicht gehören auch zum Job. Dabei tragen die beiden eine grosse Verantwortung. Denn jederzeit könnte es im Schwimmbad um Leben und Tod gehen. Belastet das nicht?

«Ich weiss, es könnte jederzeit ernst werden, deshalb stehen wir immer unter einer gewissen Anspannung», sagt Eberhard. Simon Studer pflichtet ihm bei. «Zum Glück ist es im Schwimmbad Wiemel bisher noch nie so weit gekommen.»

Das Schlimmste sei eine Kopfverletzung gewesen, die sich ein Gast am Sprungturm zugezogen hat, so Studer. Er packt die rot-weisse Leine im Becken und schüttelt fest daran: Ein paar Jugendliche haben auf ihr herumgeturnt. Ein bisschen Polizist ist der Badmeister auch. «Mit den Teen-agern muss man schon streng sein», sagt Studer und blickt ernst über das Schwimmbecken.

Immer gute Stimmung am Arbeitsplatz

«Das Wiemel ist aber sehr familiär, wir pflegen mit vielen Kunden ein gutes Verhältnis.» Der Kundenkontakt sei sowieso das Beste am Beruf: Alle kommen freiwillig und gerne in die Badi. «Die Stimmung an unserem Arbeitsplatz ist immer positiv.»

Ein kleiner Junge stellt sich schüchtern neben Simon Studer: Ein Ball sei auf dem Garderobendach gelandet. Jetzt ist der Badmeister gefragt. Simon Studer lächelt: «Mir gefällt auch, dass hier kein Tag wie der andere ist.»

Deshalb liess er sich vor zwölf Jahren zum Badmeister ausbilden. Trotzdem, in der Badi arbeiten ist alles andere als das Wetter geniessen und ein bisschen planschen: «Wir müssen immer voll dabei sein, besonders bei der Aufsicht. Das ist schon sehr anstrengend», sagt Eberhard. Da wollen die Badmeister beide abends auch nach einem heissen Tag nicht mehr ins Wasser, sondern einfach direkt nach Hause.