23.09.2011

Aargau hat Spitzenplatz in der Wirtschaft

Carolin frei

Wie kam der Anlass bei den rund 100 teilnehmenden Unternehmern aus Baden und Wettingen an?

Hans Utz: Es herrschte eine hervorragend gute Stimmung. Das lag vor allem am Vortrag von NAB-Verwaltungsratspräsident Josef Meier. Er hat nicht einfach aus dem statistischen Jahrbuch vorgetragen, er hat die Zahlen auf unsere Region zugeschnitten präsentiert. Und immer wieder hat er in die Runde gefragt, wie das Publikum es sehen würde. Viele hat er beim Namen gekannt. Er kommt aus der Region und ist mit Herzblut für die Region tätig. Auch die city com baden war anwesend – ideal für alle Anwesenden, um das Netzwerk zu pflegen und auszubauen.

In der Schweizer Wirtschaftslandschaft belegt der Kanton Aargau den 3. Platz, hinter den Kantonen Zug und Zürich. Wie erklären Sie sich diese starke Position, gerade auch in der Region Baden-Wettingen?

Baden macht sich seit 100 Jahren als Industriestandort einen Namen. Damals noch mit der Brown Boveri. Heute sind Unterneh-
men in der Elektrotechnik und Elektronik überdurchschnittlich gut vertreten. Und da liegt noch viel Entwicklungspotenzial. Das macht unseren Standort Baden-Wettingen stark. Stark macht ihn auch die Politik, die am gleichen Strick zieht. Unser Wirtschaftsraum ist sozial verankert und kann dadurch das Spannungsfeld von links nach rechts verkraften. Auch die Nähe zu den Städten Zürich und Basel macht unsere Region als Wirtschaftsstandort attraktiv.

Der Schweiz wird für das laufende Jahr noch ein gutes Wachstum attestiert. Gilt dies auch für Baden-Wettingen?

Man kann überall lesen, dass die Schweiz ihre Hausaufgaben gemacht hat. Ob dies auch für die Zukunft gilt, bleibt abzuwarten. Tatsache ist jedoch, dass sich die Elektrobranche gut positioniert hat – gerade in unserer Region.

Für 2012 wird eine Verlangsamung der Konjunktur prognostiziert. Teilen Sie persönlich diese Einschätzung?

Wenn ich das beantworten könnte (lacht). Aber einen Antwort-Ansatz kann ich liefern. Die Konjunktur verhält sich wie der Schweinzyklus. Wenn Schweinefleisch gefragt ist, wird die Schweinezucht vorangetrieben. Was irgendwann zu einer Übersättigung des Marktes führt. Ein Preiszerfall ist die Folge, die Produzenten konzentrieren sich auf andere Erzeugnisse. Das wiederum bewirkt, dass zu wenig Schweinefleisch auf dem Markt ist und sich einige Bauern wieder überlegen, ihre Schweinezucht zu intensivieren. Ähnliches könnte uns auch mit dem Franken bevorstehen und die Konjunktur massgeblich beeinflussen.

Können die KMU denn entsprechend reagieren?

80 Prozent der KMU beschäftigen 10 bis 12 Angestellte. Mit einem kleinen Mitarbeiterstab kann man Konjunkturschwankungen einfacher auffangen. Wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen. Mit Qualität und Kundenfreundlichkeit können wir langfristig besser bestehen als mit Tiefpreisen.