Würenlos
21.11.2019

Der Gemeinderat will die Steuern auf 103 Prozent senken

Der Gemeinderat möchte die Steuern in Würenlos für die nächsten drei Jahre um drei Prozent senken. AZ/Archiv

Der Gemeinderat möchte die Steuern in Würenlos für die nächsten drei Jahre um drei Prozent senken. AZ/Archiv

Sagen die Würenloser Ja, bezahlen sie in den nächsten drei Jahren drei Prozent weniger Steuern.

Rahel Bühler

106 Prozent beträgt der Steuerfuss in Würenlos. Nun möchte ihn der Gemeinderat um drei Prozent auf 103 Prozent senken. Dies gab er an der Informationsveranstaltung zur kommenden Wintergmeind vom 5. Dezember bekannt. Dazu geführt haben unter anderem «ausserordentliche Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren und ein wohl sehr gutes Rechnungsergebnis 2019», wie Gemeinderat Lukas Wopmann im Gmeindschäller erklärte. Das Budget 2020 sieht ein Plus von 2,33 Millionen Franken vor.

Lange wird die Steuerreduktion wohl aber nicht anhalten. Der Gemeinderat beantragt sie nur für drei Jahre. «Wir haben finanzintensive Jahre vor uns», sagte Wopmann weiter. Damit meint er unter anderem den Umbau des Gemeindehauses oder den Bau des Alterszentrums.

Ersterer war denn auch ein Thema an der Infoveranstaltung. Wegen des konstanten Wachstums der Gemeinde gebe es auch mehr Aufgaben im öffentlichen Bereich, sagte Gemeinderat Markus Hugi. Das Gebäude präsentiere sich zwar in einem sehr guten Zustand, das Dach müsse aber dringend saniert werden. Um das Bauvorhaben zu überprüfen, hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie durchführen lassen. Diese sieht einen Umbau in zwei Teilen vor: 2020 soll die Bauverwaltung umgebaut, das Dach saniert und eine neue, behindertengerechte Eingangstüre eingebaut werden. Zudem soll es eine neue Schliessanlage und Sonnenschutzfolien geben. 2021 erfolgt mit dem Umbau der Einwohnerdienste sowie der Jugend- und Familienberatung die zweite Etappe des Umbaus. Total wird er 1,9 Millionen Franken kosten.

Geht es nach dem Gemeinderat, soll auch der rote Platz beim Schulhaus saniert werden. «Das Geschäft schieben wir seit zehn Jahren vor uns her», sagte Gemeindeammann Anton Möckel. «Nun hat der Platz das Ende seiner Lebensdauer erreicht.» Ausserdem sei eine Vergrösserung notwendig, da er auch als Pausenplatz genutzt wird. Durch den Bau des Oberstufenschulhauses mit 13 Klassen hat Würenlos schlicht mehr Schulkinder. Derzeit sind es um die 800. Das Vorhaben des Gemeinderats sieht auch die Erneuerung der Nebenanlagen vor: Dazu gehören die Weitsprung- und Kugelstossanlage sowie die 100-Meter-Laufbahn. «Die Finanzlage liess dieses Projekt bislang nicht zu», führte Möckel weiter aus. Die Kosten für dieses Traktandum betragen 900000 Franken.

Der Gemeinderat informierte weiter über den Kauf der alten Landi an der Landstrasse 40. Seit dem Umzug der Landi steht es leer. Der Gemeinderat möchte es gerne kaufen, will aber zuerst prüfen, ob dieser Plan auch in der Bevölkerung ankommt. Mit dem Kauf wolle der Gemeinderat erstens bei der Zukunft des Bahnhofareals weiterhin mitbestimmen, erklärte der Gemeindeammann. Zweitens könne die Gemeinde so beim Erscheinungsbild, das für Würenlos bedeutend sei, mitentscheiden. Und drittens biete sich eine Zwischennutzung: Der Gemeinderat möchte das Gebäude in Wohnungen umbauen. Und die 25 Asylbewerber, die derzeit in der Zivilschutzanlage wohnen, dort unterbringen. In der Zivilschutzanlage leben Asylbewerber aus verschiedenen Nationen und mit verschiedenem Sozialverhalten zusammen. Das führt laut Möckel oft zu Problemen. Unter anderem wegen dieser Konflikte interessiert sich der Gemeinderat für den Kauf der alten Landi. Dort könnten Wohngruppen gebildet werden. Damit könnten Unstimmigkeiten verringert und die Integration gefördert werden.

In den Obergeschossen der Landi befinden sich bereits zwei Wohnungen. «Wir möchten sie nach dem Kauf rasch bewohnbar machen», so Möckel. Dann könnten die ersten Bewerber bereits dort einziehen. Der Rest würde dann nach dem Umbau des Erdgeschosses, dort wo die Landi früher war, folgen. Zwei Standorte will der Gemeinderat nicht betreiben.

Die Würenloser Bevölkerung wird über diese und weitere Geschäfte an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember abstimmen.