Würenlos
09.11.2022

Online-Marktplatz soll neue Kunden bringen

In der Coronazeit entstanden: Das Sortiment von Esther und Peter Andres umfasst 20 verschiedene Produkte wie Tomatensauce, Pasta, Kräutersalz oder Konfitüre.Sibylle Egloff

In der Coronazeit entstanden: Das Sortiment von Esther und Peter Andres umfasst 20 verschiedene Produkte wie Tomatensauce, Pasta, Kräutersalz oder Konfitüre.Sibylle Egloff

In der Coronazeit entstanden: Das Sortiment von Esther und Peter Andres umfasst 20 verschiedene Produkte wie Tomatensauce, Pasta, Kräutersalz oder Konfitüre.Sibylle Egloff

Auf der digitalen Plattform «Wir kaufen hier» bieten 22 Limmattaler Produzenten ihre Waren an. Winzer Martin Wetzel und das Wirtepaar Esther und Peter Andres aus Würenlos wollen damit die Gemeinde- und die Kantonsgrenze überwinden.

Von: Sibylle Egloff

«Die Rigatoni habe ich heute zum ersten Mal gemacht. Jetzt müssen sie noch drei Tage trocknen, bis ich sie abfüllen kann», sagt Peter Andres, während er seine Teigwaren präsentiert. Der 54-Jährige und seine Frau Esther führen seit sechs Jahren das Gartenrestaurant am Bach in Würenlos. Montags und samstags bleibt das Lokal geschlossen. Das Ehepaar geniesst dann nicht nur seinen Wirtesonntag, sondern stellt eigene Lebensmittel her.

Unter dem Label «Feines von Andres» verkaufen die beiden 20 verschiedene Produkte, darunter selbst gemachte Pasta, Konfitüren, Tomatensaucen, Kräutersalz, Ketch­up und Salatsaucen. Die Idee dazu kam beiden in der Coronapandemie. «Wir hatten plötzlich mehr Zeit, als wir das Restaurant schliessen mussten und nur noch Take-away-Menüs anbieten konnten», erzählt Esther Andres. Und so begann ihr Mann, Casarecce, Nudeln und Trottole selber zu fabrizieren. «Zur Pasta musste dann aber auch eine Tomatensauce her», sagt Peter Andres. Und so erweiterte sich nach und nach das Sortiment. Auch Esther Andres steuerte Produkte bei.

Ihr Hagebutten-Ketchup ist aktuell der Renner

Seitdem sie einen Kräuterkurs absolviert hat, finden sich im kleinen Verkaufsregal in Restaurant auch Kräutersalze und Hagebutten-Ketch­up. Letzterer ist aktuell der Renner. «Für alle, die nicht gerne Tomaten haben, ist er eine wunderbare und vor allem saisonale Alternative», sagt die 55-Jährige.

Seit Kurzem sind die Produkte nicht nur im Restaurant, sondern auch im Volg und im Topshop in Würenlos erhältlich. Einen eigenen Online-Shop hat das Ehepaar aber noch nicht. «Das Restaurant ist nach wie vor unsere Haupteinnahmequelle. Daneben fehlt uns die Zeit, unsere Ware auch digital zu vertreiben», sagt Peter Andres. Damit ihre Produkte nun aber trotzdem auch in die Online-Einkaufskörbe wandern, arbeitet das Ehepaar seit Kurzem mit der Online-Marktplattform «Wir kaufen hier» zusammen. Das Start-up unterstützt Limmattaler Produzenten und Bauern dabei, ihre Waren unter die Leute zu bringen. Hinter der Idee steckt Roman Küng. Der 47-Jährige aus Zürich gründete das Unternehmen vor gut einem Jahr zusammen mit vier Kollegen. «Wir wollen dem lokalen Gewerbe ein Gesicht geben», sagt Küng, der früher im Retail und im Marketing für die Migros arbeitete. Das Ziel sei, dass die Leute ihren Wocheneinkauf einfach online abwickeln können, ohne dafür durch die ganze Region zu fahren.

«Ob Gemüse vom Bauernhof, Fleisch von der Metzgerei oder Wein vom Winzer, mit wenigen Klicks kann man die Produktevielfalt im Limmattal entdecken und den Einkauf nach Hause geliefert bekommen», erzählt Küng. Viele hätten Lust auf lokale Produkte, doch oftmals fehle die Zeit, persönlich in den Geschäften und auf den Höfen vorbeizugehen. Küng und sein Team bringen in einem Elektrokühlwagen die bestellte Ware am Dienstag und Freitag zur Kundschaft. «Bald wollen wir an allen Wochentagen liefern können.»

Sie wollen lokales Einkaufen vereinfachen

Das Start-up arbeitet mit der regionalen Standortförderungsorganisation Limmatstadt AG zusammen und wird von ihr personell unterstützt. Das Limmattal stellt eine Pilotregion dar. Die Gründer wollen den Service künftig auf weitere Kantone und Gebiete ausweiten. «Wir wollen lokales Einkaufen vereinfachen, egal ob dies wie momentan online oder irgendwann einmal mit autonomen Läden im 24-Stunden-Betrieb in Quartieren geschieht», erzählt Küng. Gespräche seien aktuell mit einem lokal verankerten Lebensmittelhändler im Gange, um neben den regionalen Produkten auch ein Basissortiment anzubieten. «So können wir sicherstellen, dass die Kundschaft auf unserer Plattform alles für den täglichen Bedarf findet.»

Für Esther und Peter Andres bietet die Plattform den idealen Start ins Online-Geschäft. «Unser längerfristiges Ziel ist, unser Sortiment zu vergrössern und unseren eigenen Online-Shop aufzubauen», sagen die beiden. Überdies gebe ihnen die Plattform von «Wir kaufen hier» die Möglichkeit, ihre Produkte über Würenlos hinaus anzubieten und weitere Kunden im Limmattal zu generieren.

Diese Idee reizte auch Martin Wetzel. Der 60-Jährige betreibt mit seiner Frau Dorothe das Weingut Wetzel und den dazugehörigen Hofladen in Würenlos. «Die Kantonsgrenze zwischen dem Aargauer und dem Zürcher Limmattal verläuft tiefer als der Röstigraben. Die Limmattaler Bevölkerung bringt es nicht fertig, die Region als Ganzes zu sehen», sagt Wetzel. Er begrüsse daher Initiativen und Bestrebungen wie den Online-Marktplatz «Wir kaufen hier», der beide Teile zusammenbringen will. Dass es kantonsübergreifend funktioniere, zeige die gute Verbindung zum Furttal und zum Beispiel die überregionale Furttalmesse, die Würenlos im kommenden Jahr als Gastgebergemeinde ausrichte, sagt Wetzel.

1986 starteten er und seine Frau mit der Pacht des ersten Weinbergs in Würenlos. Die Betriebsfläche konnten die beiden durch Kauf und Zupacht ständig vergrössern. 2007 erwarben sie den Bauernhof an der Büntenstrasse und bauten ihn zum heutigen Weingut um. Mittlerweile produzieren die Wetzels auf 3 Hektaren zwischen 15000 bis 20000 Flaschen Würenloser Wein. Viele ihrer 15 verschiedenen Weine wurden bereits ausgezeichnet. So gewann das Winzerpaar dieses Jahr die Goldmedaille am Mondial des Pinots in Sion für ihren Pinot noir Classique 2021. Der Vorgänger aus dem Jahr 2020 wurde 2021 zudem als Staatswein des Kantons Aargau auserkoren.

Die Nähe zum Produkt ist ihm und den Konsumenten wichtig

Die Auszeichnungen sind den Wetzels aber nicht zu Kopf gestiegen. Mehr Wein anbauen und verkaufen wollen sie deswegen nicht. «Ich möchte nicht als Weinhändler durch die Welt jetten, um das Ausland zu beliefern. Winzer sein ist ein Beruf und kein Status, nur weil man ein Weingut besitzt.» Der Austausch mit der Kundschaft vor Ort und die Arbeit im Rebberg liege ihm am Herzen, sagt Wetzel, der in einer Winzerfamilie in Ennetbaden gross geworden ist. Die Nähe zum Produkt sei nicht nur für ihn, sondern auch für die Konsumenten wichtig. «Wenn wir Anlässe im Rebberg durchführen, merke ich, wie die Leute staunen, wenn sie neben einem Rebstock stehen.»

Weitere Informationen zum Online-Marktplatz mit Limmattaler Produzenten auf limmatstadt.wirkaufenhier.ch.

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