Wettingen
03.06.2021

Gabriel Moser bei «Jugend musiziert»

Der Wettinger Gabriel Moser hat am deutschen Bundeswettbewerb «Jugend musiziert» den 3. Platz in seiner Kategorie geholt. Jämsä

Der Wettinger Gabriel Moser hat am deutschen Bundeswettbewerb «Jugend musiziert» den 3. Platz in seiner Kategorie geholt. Jämsä

Gabriel Moser war noch im Kindergarten, als seine Eltern ihm vorschlugen, Blockflöte zu lernen. «Ich dachte, ich probiers mal», erinnert er sich. Heute ist er Teilnehmer des deutschen Bundeswettbewerbs «Jugend musiziert».

Von: Graziella Jämsä

Fragt man Gabriel Moser, was ihn am Blockflötenspiel fasziniert, lächelt der 13-Jährige und antwortet: «Je besser man spielt, umso mehr Spass macht es.» Nicht nur, dass man die Töne sicherer treffe. «Auch das Tempo wird schneller, dann kann man variieren. Das ist spannend.»

Aus dem Experiment im Kindergarten ist eine unverkrampfte Leidenschaft geworden. Als Primarschüler unterrichtete ihn Barbara Zimmerli. Sie übergab ihn später an Isabelle Gichtbrock für Privatstunden. «Ich bin alle zwei Wochen bei ihr.» Und wie sieht es mit dem Üben aus? «Optimal wäre täglich eine halbe Stunde», erklärt Gabriel Moser diplomatisch. Jedoch müsse das Instrument hintenanstehen, wenn ihn die Bezirksschule sehr fordere. «Aber wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, ist es fast umgekehrt.»

Musikwettbewerb in Deutschland

Seine Teilnahme am baden-württembergischen Wettbewerb «Jugend musiziert» ist eine Premiere. «Die Wettbewerbe in der Schweiz sind komplett abgesagt. Aber da ich Doppelbürger bin, habe ich die Möglichkeit, in Deutschland teilzunehmen.» Wie ist er überhaupt auf die Idee gekommen, sein Können mit anderen messen zu wollen? «Es war ein Vorschlag meiner Lehrerin.» Er habe gedacht, warum nicht. «Natürlich hatte ich Lampenfieber. Aber gleichzeitig war es in den vorherigen Jahren am Aargauer Musikwettbewerb spannend, andere Musiker kennenzulernen und ihnen beim Spielen zuzuhören.»

Sich treffen, einander zuhören – in Zeiten der Coronaschutzkonzepte ist das nicht möglich. Die Teilnehmenden erstellen Videodateien, die an die Jury gesandt werden. Gabriel hat die Aufnahmen gemeinsam mit Stefan Müller, der ihn auch an der Orgel unterrichtet, am Cembalo in dessen Probelokal aufgenommen. «Der Vorteil ist: Man hat mehrere Versuche und kann die besten Aufnahmen der einzelnen Stücke für die Präsentation zusammenfügen.» Gabriel Moser entscheidet sich für Werke von zwei anonymen Komponisten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, zwei Sätze aus einer Sonate von Telemann und ein modernes Werk von Louis Andriessen.

Dritter Platz am Bundeswettbewerb

Nur wenige Wochen später: Gabriel belegt den ersten Platz – ein Preis mit Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Die Familie feiert bei einem besonderen Abendessen. Gabriel entscheidet sich, zwei seiner Stücke neu aufzunehmen, weil er mit diesen noch nicht ganz zufrieden war.

Welches Ziel hat er sich in Bezug auf die Platzierung gesetzt? Pragmatisch merkt er an: «Also Erster werde ich nicht. Ansonsten gilt: Je besser, desto besser.» Das Ergebnis ist dann zum Höhepunkt des Pfingstwochenendes geworden: Gabriel hat in «Blockflöte Kategorie III (Jahrgänge 2007/2008)» den dritten Preis gewonnen. Die Familie freut sich und spielt mit dem Gedanken, die Wettbewerbstadt Bremen später einmal zu besuchen.

Zukunftspläne sind noch offen

Eine musikalische Karriere plant Gabriel Moser derzeit nicht. «Vielleicht kann ich mir später während einer Ausbildung oder eines Studiums mit Konzerten etwas dazuverdienen. Vielleicht will ich eines Tages Musik studieren – das wird sich zeigen.» Bis dahin hört er sich querbeet durch alle Musikgenres. «Ausser Schlager und Deutschrap», präzisiert er einen Moment später.

Würde er seinen Erfolgsweg eigentlich weiterempfehlen? Die Blockflöte als Startinstrument? Der 13-Jährige nimmt sich Zeit für die Antwort: «Nicht unbedingt, fürs Flötespielen sind lange Finger von Vorteil. Kleine Kinder könnte das je nachdem frustrieren. Ich fände Klavier besser. Wenige Tasten ergeben als Akkord schon einen vollen Klang, das macht schnell Spass.»