Spreitenbach
27.03.2019

Frühlingsputz im Wald

Bewaffnet mit <em>Greifzange, Abfallsäcken und Handschuhen streifen die Helfer durch den Wald.</em><em>Die Kinder Etienne</em> <em>Catania, Ella Schmid und Laurin Catania (v.l.) sind auch mit von der Partie. Rahel Bühler</em>Simon Huggenberger <em>zeigt seine Schätze</em>.Als Lohn <em>gab es für alle Helfer einen Hamburger, zubereitet vom Männerkochklub Spreitenbach. zvg</em>

Bewaffnet mit Greifzange, Abfallsäcken und Handschuhen streifen die Helfer durch den Wald.Die Kinder Etienne Catania, Ella Schmid und Laurin Catania (v.l.) sind auch mit von der Partie. Rahel Bühler

Simon Huggenberger zeigt seine Schätze.

Als Lohn gab es für alle Helfer einen Hamburger, zubereitet vom Männerkochklub Spreitenbach. zvg

Zum neunten Mal führte die Natur- und Umwelt- kommission den Waldreinigungstag durch.

Rahel Bühler

«Abfall», schreit der achtjährige Laurin Catania laut. Nur wenige Augenblicke später eilt ihm sein Bruder Etienne, zehn Jahre, zu Hilfe. Er pickt das Taschentuch mit der Greifzange auf und lässt es im schwarzen Abfallsack verschwinden. Die Brüder sind zwei von zirka 70 Spreitenbachern, die sich am vergangenen Samstagmorgen im Spreitenbacher Wald getroffen haben, um ihn von Abfall zu befreien. Die Natur- und Umweltkommission führt den Waldreinigungstag bereits zum neunten Mal durch. Inklusive Helfer waren sogar 90 Personen im Einsatz.«Heute treffen wir optimale Wetterbedingungen an», sagt Beni Gering in seiner kurzen Ansprache. Er hat den Anlass mitorganisiert. Nebst Privatpersonen sind auch drei Schulklassen und die Pfadi Riko unterwegs. Die involvierte Gruppe der Pfadi startete beim Pfadihaus, der Rest beim Unterstand an der Heitersbergstrasse.

Nach der Ansprache Gerings werden die Anwesenden in Gruppen eingeteilt und ihren «Putzrevieren» zugewiesen. Der zuständige Förster, Peter Muntwyler, nimmt die Einteilungen vor.

Laurin und Etienne sind mit ihrer Mutter Esin und sechs weiteren Helfern auf dem Weg zum Franzosenweiher, einem beliebten Ort zum Grillieren und Verweilen, nur wenige Gehminuten vom Spreitenbacher Dorfzentrum entfernt. «Dort finden wir bestimmt viel Abfall», prognostiziert Patricia Huggenberger, sie arbeitet im Forstrevier Heitersberg. Mit Greifzangen, Handschuhen und Abfallsäcken bewaffnet, macht sich der Putztrupp auf den Weg. Tatsächlich, bereits nach wenigen Minuten findet die sechsjährige Ella Schmid die erste Glasflasche. Es folgen diverse Taschentücher, Zigarettenstummel, PET-Flaschen und Bierdosen. Später auch ein Rüstmesser. Simon Huggenberger, der Ehemann von Patricia, findet auch einen Blumentopf aus Plastik und ein Objekt, das am ehesten einer Tischlampe gleicht. Ansonsten bleibt es ruhig. «Es liegt nicht viel herum, das ist gut», schlussfolgert Huggenberger und berichtet von vergangenen Jahren, als sie auch schon Autopneus oder Kleiderschränke gefunden hätten.

Um den Unrat aus dem Wald herauszumanövrieren, ist die eine oder andere akrobatische Einlage gefragt. Mehrmals halten die Erwachsenen eines der Kinder an Armen und Kleidern fest, damit dieses ein Stück Tetrapack aus dem Wasser fischen kann, ohne dabei ins kühle Nass hineinzufallen.

Nebst dem Frühlingsputz für den Wald bleibt für die Kinder noch Zeit, um die Natur zu erkunden. Es wird nach Froschlaich und Bärlauch gesucht.

Nach knapp zwei Stunden ist die Putzeinlage beendet: Die zehnköpfige Gruppe macht sich auf den Weg zur Waldhütte Spreitenbach. Dort wartet ihr Lohn für die doch teilweise mühsame Arbeit: Hamburger vom Grill, zubereitet vom Männerkochklub Spreitenbach.