Spreitenbach
31.03.2021

Markus Mötteli ist gewählt

Markus Mötteli ist der neue Spreitenbacher Gemeindepräsident. (Bild: Archiv / Britta Gut)

Markus Mötteli ist der neue Spreitenbacher Gemeindepräsident. (Bild: Archiv / Britta Gut)

Markus Mötteli ist der neugewählte Gemeindepräsident. Bei den Wahlen zum Gemeinderat erreichte keiner der Kandidaten das absolute Mehr.

Von: Melanie Bär

«Ich bin sehr erleichtert», sagt Markus Mötteli (CVP) am Montag nach der Wahl zum Gemeindepräsidenten und fügt an: «Einerseits weil ich gewählt wurde, aber anderseits auch, weil ich jetzt weiss, wie es weitergeht.» Mötteli erhielt 659 Stimmen, während Doris Schmid-Hofer mit 520 Stimmen unterlag. Seit dem überraschenden Rücktritt von Marcel Lang (parteilos) im Juni 2020 hatte Mötteli als bisheriger Vizepräsident ad interim die dringendsten Aufgaben des Gemeindepräsidenten ausgeübt. «Das war sicher ein Vorteil bei der Wahl, die Bevölkerung hat gesehen, dass ich mich für Spreitenbach einsetze.» Daneben war er im 90-Prozent-Pensum als Bauingenieur tätig. Nun hat er seine Stelle gekündigt und will sich spätestens nach Ablauf seiner viermonatigen Kündigungsfrist im 80-Prozent-Pensum ums Gemeindepräsidium kümmern. Er tritt auch bei der Gesamterneuerungswahl im Herbst nochmals an.

An der Wintergmeind hatte das Stimmvolk darüber entschieden, einen Verwaltungsleiter anzustellen. Die Person soll die operative Führung der Gemeinde übernehmen und den Gemeindepräsidenten entlasten. Dieser wiederum soll sich vorwiegend um die strategischen und repräsentativen Aufgaben kümmern und deshalb das Amt auch nicht mehr im 100-Prozent-Pensum ausüben. Allenfalls soll nach dem erfolgreichen Systemwechsel das Pensum noch weiter reduziert werden. Die Stelle wird demnächst ausgeschrieben. Mötteli rechnet mit einem mehrmonatigen Auswahlverfahren, sodass die Verwaltung frühestens im Spätsommer und spätestens Anfang 2022 von einer zusätzlichen Person geleitet wird. Die Wahl und die Einführung dieser Person bezeichnet Mötteli denn auch als eine seiner vordringlichsten Aufgaben als neuer Präsident. Auch mit den finanziellen Auswirkungen der Pandemie, der Limmattalbahn und der Überarbeitung der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) will er sich als Präsident befassen. «Ich freue mich auf die Herausforderungen.»

Enttäuschung und Erleichterung

Enttäuscht und trotzdem froh zeigte sich Gemeinderätin Doris Schmid (FDP). «Ich habe den Wahlkampf mit sehr viel Engagement geführt, klar bin ich enttäuscht», sagt die 60-Jährige. Allerdings sei sie auch froh über den deutlichen Stimmenunterschied. «So ist es kein Zufallsentscheid». Ob sie für das frei werdende Vizepräsidium kandidieren wird, lässt sie zurzeit noch offen. Sie hat noch Bedenkzeit bis zum 30. April, dann endet die Eingabefrist. Gewählt wird mit dem Urnengang vom 13. Juni. Wie schon im Wahlkampf angekündigt, wird sich Schmid im Herbst nochmals als Gemeinderätin zur Verfügung stellen. Weil dann alle in ihrem Amt bestätigt werden müssen, könnte sie auch nochmals als Gemeindepräsidentin kandidieren. «Im Moment ist dies keine Option für mich», sagt Schmid.

Am 13. Juni kommt es beimGemeinderat zum zweiten Wahlgang

Wie zu erwarten war, erreichte keiner der vier Gemeinderatskandidaten das absolute Mehr. Um auf Anhieb gewählt zu werden, hätte ein einzelner Kandidat 614 von den 1226 total gültigen Stimmen gebraucht – also eine Stimme mehr als die Hälfte aller Stimmen. Am 13. Juni wird es deshalb zum zweiten Wahlgang kommen. Dann wird derjenige gewählt, der am meisten Stimmen erzielt.

Der parteilose Adrian Mayr stand mit 526 Stimmen an erster Stelle. «Ich bin mit meinem persönlichen Resultat sehr zufrieden.» Er tritt auch zum zweiten Wahlgang an.«Das gute Ergebnis aus dem ersten Wahlgang gibt mir natürlich viel Rückenwind, um mit grosser Motivation in den zweiten Wahlgang zu gehen.» Das gute Resultat sieht er als Bestätigung für seinen «engagiert» geführten Wahlkampf. Als Parteiloser und «jemand mit ausbaufähigem Bekanntheitsgrad im Dorf» habe er mehr als andere bieten müssen, um wahrgenommen zu werden.

Ebenfalls zufrieden zeigte sich Flavio Zani (CVP), der 460 Stimmen erzielte: «Die vielen Stimmen, die ich erhalten habe, zeigen mir, dass sich offensichtlich viele in Spreitenbach auch eine Veränderung wünschen.» Er glaube nicht, dass bei der Wahl die Parteizugehörigkeit entscheidend ist. «Vielmehr reflektiert sie die Vernetzung im Dorf. Da ist mir mein Gegenkandidat sicher einen Schritt voraus.» Um zu entscheiden, ob er im zweiten Wahlgang nochmals antritt, will sich Zani zuerst mit seinen Parteimitgliedern absprechen.

Als «okay» bezeichnet der parteilose Kandidat Mario Hofer (123 Stimmen) sein Resultat. Die Wahlbeteiligung von 27,2 Prozent erachtet er – wie auch die meisten anderen Kandidaten – als gering. Er lässt noch offen, ob er zum zweiten Wahlgang nochmals antreten wird.

Nicht zufrieden mit den erreichten 102 Stimmen ist Peter Grass: «Ich hätte sehr gerne besser abgeschnitten.» Aufgrund des Abstands zu den beiden Erstplatzierten habe er sich entschieden, im zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten.