Limmattal
15.09.2021

Reiherflügel über die Limmat

Bald verbunden: Die Landschaftsspange Sulperg-Rüsler bei Neuenhof und Würenlos. (Bild: zVg)
Das Siegermodell an der Vernissage im Tägi. (Bild: Robin Schwarz)

Bald verbunden: Die Landschaftsspange Sulperg-Rüsler bei Neuenhof und Würenlos. (Bild: zVg)

Bald verbunden: Die Landschaftsspange Sulperg-Rüsler bei Neuenhof und Würenlos. (Bild: zVg)
Das Siegermodell an der Vernissage im Tägi. (Bild: Robin Schwarz)

Das Siegermodell an der Vernissage im Tägi. (Bild: Robin Schwarz)

Eine Stahlbrücke soll künftig Würenlos und Neuenhof verbinden. Der Limmatsteg Chlosterschür kommt aus dem Tessin.

Von: Robin Schwarz

«Ein Kind der Region» sei es, sagte Matthias Adelsbach, stellvertretender Kantonsingenieur und Vorsitzender des Preisgerichts über das Projekt Limmatsteg Chlosterschür am Dienstag, 7. September.

Zusammen mit einer Reihe an Experten und Expertinnen, Vertretern der Gemeinden Killwangen, Neuenhof, Wettingen und Würenlos sowie Roland Kuster (Die Mitte) als Vertreter und Präsident von Baden Regio entschied Adelsbach, welches Team den Zuschlag für den Bau des Limmatstegs erhält. Der Limmatsteg wird eine Brücke sein, die als Fuss- und Veloverbindung über die Limmat im Bereich der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler zwischen Neuenhof und Würenlos dienen wird.

Insgesamt 16 Teilnehmende hatten nach der Publikation der Ausschreibung des Projekts im Oktober 2020 ihre Beiträge eingereicht, darunter auch internationale Bewerbende. Mitte bis Ende Juni haben die zehn Preisrichter sowie zwei hinzugezogene Experten ohne Stimmrecht die Projekte in drei Beurteilungsrundgängen evaluiert und schliesslich entschieden.

Das Projekt sollte aus «konstruktiver wie nachhaltiger Hinsicht überzeugen», wie es im Bericht des Preisgerichts heisst, ausserdem sei auch die funktionale Anbindung an Fuss- und Velowege wichtig gewesen sowie, dass sich das Projekt «gestalterisch optimal ins Umfeld» integriere.

Auf den Sieg anstossen

Baden Regio, die Gemeinden und der Kanton hatten zur Vernissage geladen, an der die vier letzten noch stehenden Projekte vorgestellt und der Sieger bekannt gegeben wurde. Dazu gab es im Limmatraum des Tägis Lägerebräu und Häppchen. Dabei waren unter anderem die Gemeindeammänner Roland Kuster aus Wettingen, Martin Uebelhart aus Neuenhof (CVP) und Werner Scherer aus Killwangen (SVP), der Würenloser Bauverwalter Markus Roth sowie Vertreter des Kantons – und natürlich die Sieger.

Gewonnen hat das Projekt «ARDEIDAE» (der wissenschaftliche Name der Familie der Reiher) unter Federführung der Bauingenieure von Pedrazzini Guidotti Sagl aus Lugano und der Architekten Baserga Mozetti aus Muralto. Damit erhalten diese eine Preissumme von 30000 Franken. Zudem empfiehlt das Preisgericht – einstimmig–, den Tessinern die Bauherrschaft zu erteilen.

«Die vorgeschlagene Lösung überspannt den Flussraum als einfacher Balken stützenlos und erhält damit eine grosszügige Wirkung», sagt die Jury. «ARDEIDAE» – eben Reiher – spanne sich auf dem Steg «einem Flügelschlag gleich von Ufer zu Ufer» und überzeuge ästhetisch durch reduzierte Schlankheit und ökonomisch durch Sparsamkeit – die Erstellungskosten des Projekts lägen im mittleren Bereich – und funktional durch die unterschiedliche Steigung, die «verschiedene Erlebnismöglichkeiten» ergäben. Durch den Verzicht auf Zwischenabstützungen seien – anders als bei anderen Projekten – keine baulichen Eingriffe im Wasser erforderlich.

Farbgebung soll verbessert werden

Es gibt aber auch Kritikpunkte am Siegerprojekt. Das sei allerdings normal, erklärte Architekturexpertin Katrin Schubiger vom Preisgericht, die durch die Vernissage leitete und die vier verbliebenen Projekte ausführlich vorstellte. Die Gewinner würden meistens die ausführlichste Kritik erhalten. Eben auch, damit bestimmte Mängel noch behoben werden können. Zum Beispiel schien der Jury die schwarze Farbe «zu undifferenziert», es sei eine Farbgebung zu prüfen, die im Kontext des Landschaftsbilds «das Spiel von Licht, Schatten und Spiegelungen fördert». Ausserdem sei beim Brückenkopf der Seite Würenlos ein «Ankunftsort» notwendig, um die Verkehrsführung zu gewährleisten und so Konflikte zu vermeiden.

Besichtigung der Projekte

Vom 21. September bis 1. Oktober können die Wettbewerbsbeiträge zusammen mit den Modellen im Gemeindehaus Neuenhof während der Öffnungszeiten des Gemeindehauses besichtigt werden.