25.06.2020

Sommerserie: Sogar das Basilikum gedeiht

Das wächst alles im bühlerschen Balkongarten: Basilikum, Chili, Peterli, Koriander, Schnittlauch, Minze, Salat (v.l.). Rahel Bühler

Das wächst alles im bühlerschen Balkongarten: Basilikum, Chili, Peterli, Koriander, Schnittlauch, Minze, Salat (v.l.). Rahel Bühler

Stagiaire Rahel Bühler hat einen Balkongarten gebaut. Zwei Monate später wächst alles. Nur dem Thymian gefiel die Aussicht nicht so. An seiner Stelle steht jetzt eine Chilipflanze.

Einen grünen Daumen hatte ich nie. Selbst die anspruchslosesten Pflanzen hielten es bei mir nie lange aus. Heuer hat mich aber das Gartenfieber gepackt. Schon im Januar dachte ich: «Im Frühling will ich ein Kräuterbeet für meinen Balkon bauen.» Nicht nur ein paar Blumentöpfe aus Plastik. Ein richtiges Beet. Weil der Platz auf meinem Balkon beschränkt ist, wollte ich mehrere Beete übereinander befestigen. So entstand die Idee, eine Europalette mit zusätzlichen Holzlatten und Schrauben in ein Gestell mit drei Behältern zu verwandeln. Okay, Herr Google hatte seine Hände im Spiel. Und mein Bruder, der Zimmermann. Er sagte: «Gute Idee, aber das machen wir anders. Ich zeichne dir ein Modell. Dann baust du alles selbst zusammen.» Ich staunte. Denn auch so etwas wie handwerkliches Geschick fehlte mir bislang. Aber ich war fest entschlossen, es zu versuchen. Zumal auch der Coronavirus das gewohnte Leben auf den Kopf stellte und ich eine Freizeitbeschäftigung brauchte. 

Trotz Lockdown konnte mein Bruder das Material für mein Heimwerkerprojekt besorgen. Am Ostersamstag war es so weit: Ich schnitt Holzlatten zurecht, bohrte Löcher, drehte mit dem Akkubohrer Schrauben ein. Nach einem schweisstreibenden Nachmittag schmerzte meine rechte Hand. Bürojob sei Dank. Meinem Elan vermochte das aber nur einen kleinen Dämpfer zu verpassen. Am Montag ging es weiter. Mittlerweile hatte ich doch etwas zustande gebracht, das drei Holzkistchen ähnelte. Dann noch mit einem undurchlässigen Vlies ausgekleidet und an ein paar vertikale Holzlatten angeschraubt. Fertig war ich. Und stolz. 
Nun standen die Eisheiligen vor der Tür. Kräuter gab es in diesem Moment eh nicht zu kaufen. Die Gartencenter waren geschlossen. Pflanzen konnte ich also noch nicht. Welche Kräuter wollte ich überhaupt? Peterli, Basilikum, Schnittlauch? Nur Rosmarin mag ich nicht. 

Ich konnte schon Tomatensalat mit eigenem Basilikum garnieren

Ein paar Tage zogen ins Land. Im Onlineshop der Landi wurde ich fündig. Ende April, ich konnte nicht bis zu den Eisheiligen warten, pflanzte ich schliesslich an einem Freitagabend in aller Seelenruhe meine Kräuter: im obersten Beet Basilikum, Thymian, Peterli. Im mittleren Koriander, Schnittlauch, Minze. Im untersten Salat. Mittlerweile blüht der Schnittlauch, der Koriander ist schon fast zu hoch und sogar das Basilikum gedeiht prächtig. Nur dem Thymian gefiel es in meinem Balkongarten nicht. Er ist vertrocknet. Ich weiss nicht, wieso. Ich habe ihn jetzt durch eine Chilipflanze ersetzt. Vielleicht habe ich mehr Glück mit ihr. Ich konnte auch bereits das erste Mal Salat ernten. Oder zum Grillieren mit Freunden einen Tomaten-Mozzarella-Salat mitbringen. Mit Basilikum von meinem Balkongarten. Nur die Blaufichte nebenan habe ich in der ganzen Aufregung um den Kräutergarten etwas vernachlässigt. 

Sommerserie
In einer Serie stellt die Limmatwelle verschiedene Gärten, Balkone und ihre Gärtner vor. Den Anfang macht Stagiaire Rahel Bühler. Haben auch Sie einen hübschen Garten oder Balkon, den Sie uns gerne zeigen möchten? Senden Sie Ihren Text (max. 2000 Zeichen im Word) und ein Foto (im JPG-Format, mind. 1 MB) an redaktion@limmatwelle.ch.