Wettingen
09.08.2017

Der Klamauk ist parat für die Badenfahrt

Die Proben für das Klamauktheater haben begonnen: Jürg Koller und Fabrice Dinkel machen Gebrauch vom bunten Bühnenbild. Barbara SchererRegisseur Beni Schmocker. zVg

Die Proben für das Klamauktheater haben begonnen: Jürg Koller und Fabrice Dinkel machen Gebrauch vom bunten Bühnenbild. Barbara Scherer

Regisseur Beni Schmocker. zVg

Die Klamauktruppe «Chropfchrötte» haben mit den Proben für die Badenfahrt begonnen.

Barbara Scherer

Durch die Badener-Altstadt, über die Holzbrücke und am Landvogteischloss vorbei: Sofort sticht die Konstruktion der Klamauktruppe «Chropfchrötte» ins Auge. Hinter dem Parkplatz beim Stohlerguet hat die Wettinger Theatergruppe eine riesige Bühne aus Holz erbaut. Dort stehen bunt verzierte Häuschen und ein Silo bereit. Sie sind der erste Teil eines bewegten Bühnenbilds. «Unsere Bühne ist lebendig. Überall läuft etwas», sagt Jürg Koller, Marketingverantwortlicher der «Chropfchrötte». Wer das Stück nur einmal schaue, könne nie alles, was auf der Bühne passiert, sehen. «Die Leute sollen bei unseren Aufführungen Bauchweh haben vor Lachen», sagt Beni Schmocker, Regisseur.

Das Theater ist das Herzstück von «Little Wettingen». Jeden Abend steht die Klamauktruppe an der Badenfahrt auf der Bühne. Zusätzlich gibt es drei Vorpremieren. Dabei sind alle 30 Schauspieler Laien. «Jeder macht aus Leidenschaft mit», so Schmocker. Vor zwei Jahren haben die «Chropfchrötten» mit den Proben begonnen. Doch erst jetzt können die Schauspieler das Stück auf der Bühne proben. «Der Platz ist beschränkt. Deshalb wird es sicher einige Anpassungen geben», sagt Fabrice Dinkel, OK-Leiterin.

Gegründet wurden die «Chropfchrötten» vor über 25 Jahren als Fasnachtsgruppe. Das närrische Treiben beschränkte sich damals auf die Schnitzelbänke. An der letzten Badenfahrt traten die «Chropfchrötten» dann zum ersten Mal als Klamauktruppe auf. Auch am Stadtfest vor fünf Jahren stand die Gruppe auf der Bühne. «Das ist jetzt der dritte Auftritt als Klamauktruppe», so Dinkel.

An der kommenden Badenfahrt stehen die «Chropfchrötten» als ehemalige 68er auf der Bühne. Immer pleite, wohnt die alternative Truppe in kleinen Alphütten. «Die Zuschauer, die nicht krampfhaft den roten Faden suchen, sondern genüsslich nach hintenlehnen, können unsere Darbietung richtig geniessen», sagt Beni Schmocker.

Entstanden ist das Bühnenwerk in Zusammenarbeit mit allen Teilnehmern. «Jeder war involviert und hat seine Ideen eingebracht», so Schmocker. Auch die Bühne haben die «Chropfchrötten» gemeinsam erstellt. «Wir haben viele Handwerker in der Truppe, die haben den grössten Teil selber gebaut», sagt Schmocker. Dabei sei es eine Herausforderung gewesen in dem steilen Gelände eine ebene Bühne zu erstellen.

Noch fehlt die Tribüne mit über 400 Sitzplätzen. Zudem kommen zur Konstruktion noch ein Restaurant und zwei Bars hinzu. Alles zusammen bildet die Wettinger Enklave «Little Wettingen».

Wer das Theater besucht, bekommt auch etwas zu essen. «Es gibt eine ‹Vollschrott› und eine ‹Kleinschrott› Option», erklärt Dinkel. Wobei die Letztere ein kleineres Menü umfasst: So oder so ist im Ticketpreis ein Essen und Getränke inbegriffen.

Für gute Qualität in der Küche sorgt das Wettinger Restaurant Sternen. Das Bistro wird von Wettinger Vereine betrieben. Wobei der Verein Terrassion zwei Bars unterhält. Wer kein Ticket hat, kann von der Wettingerstrasse her gratis auf die Bühne blicken.

Rund 200000 Franken kostet das Theater mit Tribüne und Gastrobau. Finanziert werden die «Chropfchrötten» durch Sponsoren und den Ticketverkauf. Von den 55000 Franken der Gemeinde Wettingen ist eine Risikogarantie von 25000 Franken enthalten. «Mit anderen Worten bekommen wir nur Geld, wenn es zehn Tage lang regnet und niemand auftaucht», erklärt Jürg Koller.

30000 Franken gehen direkt an die mitwirkenden Vereine und Institutionen. Doch bereits jetzt seien viele Tickets durch den Onlinevorverkauf vergriffen. Dinkel: «Eine gewisse Anzahl Tickets haben wir bereits zur Seite gelegt, denn es wird jeden Tag einen Abendverkauf vor Ort geben.»