Wettingen
30.09.2015

Kita «Erdmännli»schliesst Betreuungslücken

Kita-Leiterin Tanja Küpfer (Mitte) mit ihren Kolleginnen Ebru Culhaoglu und Kara Zecchin (v.l.)Fotos: seDem kleinen Lejs gefällt es in der Kita «Erdmännli».Die Kinder sollen die Welt mit allen Sinnen erleben, so Tanja Küpfer.

Kita-Leiterin Tanja Küpfer (Mitte) mit ihren Kolleginnen Ebru Culhaoglu und Kara Zecchin (v.l.)Fotos: se

Dem kleinen Lejs gefällt es in der Kita «Erdmännli».

Die Kinder sollen die Welt mit allen Sinnen erleben, so Tanja Küpfer.

Am 1. Oktober eröff- net Tanja Küpfer mit ihrem Team die Kindertagesstätte «Erdmännli». In der neuen Kita sind nicht nur die Bedürfnisse der Kinder, sondern auch die der Eltern gefragt.

sibylle egloff

Bauklötzli, leere WC-Rollen, Tischtennis- und Tennisballen liegen auf dem Boden, im Hintergrund ist Kindermusik zu hören. Der kleine Lejs versucht, die Bälle in die WC-Rollen zu füllen. Ab dem 1. Oktober werden sich neun weitere Kinder zu ihm gesellen, dann nämlich öffnet die neue Kindertagesstätte «Erdmännli» am Lindenplatz 6 offiziell ihre Tore. «Ich möchte Wettingen eine super Krippe bieten. Dazu dient mir meine langjährige Erfahrung als Betreuungsfachfrau und seit letztem November auch als Mutter», sagt Inhaberin und Kita-Leiterin Tanja Küpfer. Es sei schon immer ihr Traum gewesen, eines Tages eine Kita aufzumachen. Im Februar dieses Jahres hat sich Küpferdazu entschieden, ihren Traumzu verwirklichen. «Der Mutterschaftsurlaub hat mir Energie und Kraft gegeben, die Sache anzupacken», sagt Küpfer. Die ehemaligen Büroräumlichkeiten haben sich ein Dreivierteljahr später in ein Kinderparadies verwandelt. Den Umbau der zweistöckigen Lokalität hat Küpfer mit der Hilfe ihres Teams, ihrer Familie und Bekannten selbst durchgeführt.

Die 164,5 m grosse Kita bietet für 21 Kleinkinder im Alter von fünf Monaten bis zum Kindergartenalter ein Bastel- und ein Bewegungszimmer sowie zwei Gruppenräume, Küche, Esszimmer und Schlafzimmer. Darüber hinaus verfügt die Kita über einen Garten, den Küpfer nicht mit fixfertigen Spielgeräten ausstatten, sondern mit einem Baumstamm zum Klettern, einem Sandkasten und einem Erdhügel versehen will. «Ich lege Wert darauf, dass die Kinder mit allen Sinnen die Welt erleben. Daher sollen sie nicht nur mit vorgefertigten Spielsachen spielen, sondern auch mit wertlosem Material wie leeren PET-Flaschen», erklärt Küpfer ihr Konzept. Dazu gehört auch die Partizipation. Es sei ihr wichtig, dass die Kinder miteinbezogen werden, so beispielsweise auch bei der Zubereitung des Mittagessens. Die Kita-Leiterin achtet dabei auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung ihrer Schützlinge und richtet sich nach dem Qualitäts- und Gesundheitslabel «Fourchette verte». Küpfer ist zudem bestrebt, den Kindern die Natur nahe zu bringen. Bei Besuchen auf dem benachbarten Bauernhof, im Garten der Kita oder bei Spaziergängen im Wald sollen die Kinder die Natur erleben.

Unterstützt wird Küpfer von zwei Gruppenleiterinnen. Ihre frühere Lehrtochter Kara Zecchin kümmert sich um die Säuglings- und Kleinkindergruppe, Ebru Culhaoglu ist zuständig für Kinder ab zwei Jahren. Ab dem Sommer 2016 möchte Küpfer zudem Lernende ausbilden. Über die vielen Anmeldungen für die kommenden Monate freut sich die Mutter einer elf Monate alten Tochter sehr. «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich so positiv starten kann», sagt Küpfer.

Die Tatsache, dass Wettingen sechs weitere Kindertagesstätten hat, bereitet ihr keine Sorgen: «Ich sehe die anderen Krippen nicht als Konkurrenz. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit meinen Kollegen sind mir wichtig», sagt Küpfer. Sie könne sich sogar vorstellen, gemeinsam mit anderen Kitas Projekte zu realisieren wie beispielsweise einen Kinderfasnachtsumzug.

Durch die Kommunikation mit Eltern ist Küpfer klar geworden, wo es noch Lücken im Kinderbetreuungsangebot in Wettingen gibt. Diese Lücken versucht sie nun, mit ihrer Kita abzudecken. «Ein Bedürfnis der Eltern ist, dass die Kitas abends bis um 18.30 Uhr geöffnet haben und nicht wie üblich nur bis 18 Uhr», sagt Küpfer. Diesem Wunsch vieler arbeitenden Eltern kommt sie entgegen. Des Weiteren wird Küpfer ihre Kita im Sommer nicht wie die meisten anderen für Betriebsferien schliessen. «Viele Arbeitnehmer haben keine Betriebsferien im Sommer und wissen dann nicht, wo sie ihre Kinder unterbringen können».Die Kita-Leiterin bietet zudem auch Betreuung ab einem Tag pro Woche an. «Betreuung nur einen Tag pro Woche ist nicht üblich und pädagogisch weniger wertvoll. Wenn die Eltern es jedoch begrüssen und froh darum sind, dann sehe ich keine Schwierigkeit darin», sagt Küpfer. Als Einstieg sei diese Lösung gut. Aufstocken könne man nach Belieben, so Küpfer. Am Samstag, 3. Oktober, freut sie sich, am Tag der offenen Tür von 11 bis 17 Uhr Interessierte am Lindenplatz 6 zu begrüssen und ihnen die Kita «Erdmännli» zu präsentieren.