Spreitenbach
09.01.2019

«Gestohlen haben wir nie»

Die «Wägeli» dürfen nicht mehr vom Shoppi-Gelände entfernt werden. (bsc/ AZ Archiv)

Die «Wägeli» dürfen nicht mehr vom Shoppi-Gelände entfernt werden. (bsc/ AZ Archiv)

Die «Wägeli» vom Shoppi Tivoli Spreitenbach dürfen nicht mehr mitgenommen werden. Das neue Verbot zeigt Wirkung, passt aber nicht allen.

Barbara Scherer

Seit rund drei Monaten geht das Shoppi Tivoli Spreitenbach aktiv gegen «Wägeli»-Diebe vor: Schilder am Rande des Geländes weisen darauf hin, dass das Entfernen der Einkaufswagen auf dem Areal verboten ist. Zusätzlich sind Securitas unterwegs, die allfällige «Wägeli»-Diebe aufhalten sollen.

So wurden bislang rund zehn Personen verwarnt. Wiederholungstäter werden gebüsst. «Das ist aber bisher noch nicht passiert», sagt Patrick Stäuble, Centerleiter.

Verwarnungen haben bisher genug abschreckend gewirkt. So würden die meisten Personen, die das Gelände mit einem «Wägeli» verlassen wollen, bereits umkehren, wenn sie einen Securitas sehen. «Das zeigt, dass die Leute wissen, dass sie die Wagen nicht mitnehmen dürfen», so Stäuble.

Stammkunden leiden unter Verbot

Doch nicht allen passt das neue Verbot. Ein paar wenige Beschwerden sind laut Stäuble bereits beim Shoppi Tivoli eingegangen. Auch Leserin A.P. gefällt das «Wägeli»-Verbot nicht. Sie schreibt in einer E-Mail an die Limmatwelle: «Wenn der Kunde bezahlt hat, ist es mit dem Kundendienst vorbei. Er muss schauen, wie er die Einkäufe nach Hause bringt.»

Besonders Stammkunden würden unter dem Verbot leiden. Denn Personen aus dem Dorf gingen zu Fuss einkaufen. Die Einkaufswagen seien dann oft ausgeliehen worden, um die Ware nach Hause zu bringen.

«Gestohlen haben wir nie», schreibt A.P. weiter. Die Wagen seien stets zurückgebracht worden.

Noch immer 150 «Wägeli» pro Woche

Ihr sei klar, dass dies nicht alle Spreitenbacher so gemacht hätten. So mussten vor dem Verbot täglich rund 150 Einkaufswagen in Spreitenbach und der näheren Umgebung eingesammelt werden. Heute sind es gemäss Centerleiter Stäuble noch rund 150 Wagen pro Woche.

Trotzdem wünscht sich Leserin A.P. eine andere Lösung, um «Zuwiderhandelnde zu verzeigen». Besonders für die Fussgänger sei es beschwerlich, die gekauften Waren ohne Wagen nach Hause zu bringen.

«Wir sind am Aufbau eines Lieferdienstes, dieser wird jedoch kostenpflichtig sein», sagt Centerleiter Patrick Stäuble auf die Kritik. Sonst empfehle er Kunden, die zu Fuss einkaufen, einen eigenen Einkaufstrolley zu besorgen: «Es gibt viele verschiedene Modelle, einige können sogar Harasse transportieren.»