Spreitenbach
19.12.2018

Aufgepasst: Der Weihnachtsbaum fängt dieses Jahr schneller Feuer

Förster Peter Muntwyler oberhalb des Schulhauses Hasel beim Weihnachtsbaum-Schneiden. (Melanie Bär)Die Bäume müssen geschnitten werden. (Melanie Bär)

Förster Peter Muntwyler oberhalb des Schulhauses Hasel beim Weihnachtsbaum-Schneiden. (Melanie Bär)

Die Bäume müssen geschnitten werden. (Melanie Bär)

Förster Peter Muntwyler vom Forstrevier Heitersberg rät wegen der Trockenheit zu besonderer Vorsicht beim Anzünden der Kerzen am Weihnachtsbaum.

Melanie Bär

«Man muss nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten, aber es ist schwierig abzuschätzen, wie der Baum auf die diesjährige Trockenheit reagiert», sagt Peter Muntwyler. Es sei gut möglich, dass er schneller in Brand geraten und Nadeln verlieren könnte.

Besonders am Anfang soll der Baum deshalb viel Wasser erhalten. «Regelmässiges Nachgiessen ist wichtig», so der Fachmann und fügt an: «Bevor man die Kerzen anzündet, sprayt man den Baum am besten mit Wasser ein.»

Peter Muntwyler und seine Mitarbeiter im Forstrevier Spreitenbach Heitersberg schneiden die Bäume immer so spät wie möglich. Wegen der Trockenheit haben sie damit dieses Jahr noch etwas länger als üblich zugewartet.

Rund 400 Bäume pro Saison

Am Samstag wurden in Killwangen und Spreitenbach die ersten hundert Bäume verkauft. Förster Muntwyler hat die Käufer auf die Problematik hingewiesen. «Den meisten war es bewusst und viele sagten, dass sie mittlerweile sowieso elektrische Kerzen an den Baum befestigen.»

Von heute bis Samstag werden auf dem Sternenplatz in Spreitenbach und beim Werkhof Killwangen nochmals Weihnachtsbäume verkauft. Die meisten stammen aus den Waldungen des Forstreviers Heitersberg.

Rund 400 Bäume wurden in den letzten Jahren durchschnittlich pro Weihnachtssaison geschnitten und in Killwangen, Spreitenbach und Oberrohrdorf verkauft. Das sind weniger als noch in den Vorjahren. «Vor 20 Jahren haben wir bis zu 1500 Bäume verkauft.»

Bäume müssen geschnitten werden

Der Rückgang hat verschiedene Gründe: Heute gibt es ein grosses, teilweise günstigeres Angebot an Weihnachtsbäumen aus dem Ausland oder aus Plastik.

Auch aufgrund von kulturellen Gründen wird vermehrt auf einen Weihnachtsbaum verzichtet. «Manche haben auch das Gefühl, sie machen etwas Schlechtes, einen ‹lebendigen› schneiden zu lassen», so Muntwyler.

«Zu Unrecht», wie er findet. «Wir müssen nämlich auch Flächen bewirtschaften, die wegen besonderer Auflagen aufgrund einer Hochspannungsleitung, Quellschutz oder anderer Begebenheiten nicht bewaldet sein dürfen.»

Die Anpflanzung von Weihnachtsbäumen sei eine ideale Bewirtschaftung für solche Flächen. Etwa 1,7 Hektaren werden im Forstrevier mit Weihnachtsbäumen bewirtschaftet.

Einer dieser Bäume steht an Weihnachten in der Stube des Försters. «Aus den übriggebliebenen Bäumen suche ich mir am Schluss einen Baum aus. Meistens ist es der schönste Baum», sagt er und lacht.