Spreitenbach
11.10.2017

Das Megaprojekt kommt ins Rollen

Es geht vorwärts: Die Credit Suisse hat einen neuen Partner für die Realisierung des Zentrums Neumatt. Aber ganz wie geplant wird das Projekt wohl nicht realisiert.

Barbara Scherer

Es sollen die höchsten Wohnhochhäuser im Aargau werden: Zwei Hochhäuser mit 30 und 31 Stockwerken. Die rund 98 Meter hohen Häuser werden westlich und südlich des Shoppingcenters entstehen und gehören zum 200-Millionen-Projekt «Neumatt».

Eigentümer und Investor ist der «Credit Suisse Real Estate Fund Interswiss», ein Immobilienfonds der Credit Suisse. Neu hat der Investor den Immobilienentwickler und Totalunternehmer «Losinger Marazzi» zur weiteren Entwicklung und Realisierung des Projekts an Board geholt.

Die Firma verfüge bereits über umfassende Erfahrung in der Entwicklung von mehreren wegweisenden und nachhaltigen Quartieren, heisst es vonseiten des Fonds.

Zusätzlich zu den zwei Hochhäusern umfasst das Projekt ein Langhaus entlang der Baumgartenstrasse mit sieben Etagen. Gesamthaft sind rund 500 Wohnungen geplant: Preislich sollen die Wohnungen in mittleren und gehobenen Marktsegmenten angesiedelt sein.

Neben den Hochhäusern plant die Gemeinde auf ihrem angrenzenden Land einen grossen Stadtpark: Der bisher von Parkplätzen und Strassen dominierte Raum um das Shoppi Tivoli erhält somit einen komplett neuen Charakter.

Das geplante Megaprojekt knüpft an die Pläne aus den 60er-Jahren an. Denn der Bau eines geplanten dritten und vierten Hochhauses beim Shoppi wurde nie realisiert, doch die nötige Infrastruktur ist bereits vorhanden.

Bevölkerung nimmt Einfluss

Im letzten Jahr konnten die Spreitenbacher Mitwirkungsbeiträge zum Projekt bei der Gemeinde einreichen. «Die Beiträge aus der Bevölkerung haben je nachdem Einfluss auf den heutigen Planungsstand», sagt Bauverwalter Oliver Hager.

Ganz wie geplant wird das Megaprojekt also nicht realisiert werden. Momentan wird der Entwicklungsrichtplan vom Credit Suisse Fond und Losinger Marazzi in Absprache mit der Gemeinde in einzelnen Punkten überarbeitet. Was sich ändert, wird erst bekannt, wenn die Gemeinde den Mitwirkungsbericht verabschiedet.

56 Mitwirkungen gingen bei der Gemeinde ein. «Einige wollen zum Beispiel den Skaterpark erhalten», verrät Hager. Die Anliegen seien sehr individuell. «Gesamthaft konnten wir 36 bis 38 Themen herauskristallisieren», so Hager.

Der Gemeinderat wird den Entwicklungsrichtplan voraussichtlich noch 2017 genehmigen. Im Frühjahr 2018 ist eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung vorgesehen.