Neuenhof
31.01.2018

Sie belebt die Gastroszene in Neuenhof

Dijana Vujcic verbringt viel Zeit in ihrem kleinen Café: Es sei ihr zweites Zuhause. Barbara SchererDie Backwaren macht die gebürtige Serbin selber.

Dijana Vujcic verbringt viel Zeit in ihrem kleinen Café: Es sei ihr zweites Zuhause. Barbara Scherer

Die Backwaren macht die gebürtige Serbin selber.

Von der Servicedame zur Unternehmerin: Dijana Vujcic hat sich ihren grossen Traum erfüllt und ihr eigenes Café eröffnet.

Barbara Scherer

Die Kaffeemaschine zischt. Dijana Vujcic (40), blond, schlank, steht hinter dem Tresen und macht sich gerade einen Espresso. Schon springt die Glastür auf: Die ersten Gäste sind da. Dijana Vujcic grüsst die beiden beim Vornamen und weiss auch schon, was sie wollen. Denn Dijana Vujcic lebt vor allem von Stammkunden.

Vor genau einem Jahr hat die gebürtige Serbin sich ihren grossen Traum erfüllt und das Café D&M neben der Migros in Neuenhof eröffnet. «Ich wollte etwas Eigenes auf die Beine stellen», sagt Vujcic.

Sie setzt sich an den Holztisch und ihr Blick schweift durch den kleinen Raum: Bilder mit Sprüchen zieren die Wände, hinter der Glasvitrine thronen selbst gebackene Kuchenstücke, Guetzli und Berliner. Das Café ist hell und wirkt modern.

Doch in dem Raum steckt viel Arbeit: «Alles, was man hier drin sieht, ist von mir.» Ihre Augen leuchten auf. Sie habe selbst vermessen, den Plan gezeichnet und die ganze Einrichtung besorgt. Bei den grossen Arbeiten, wie Stromverlegen und Wändeverputzen, haben ihr Familienmitglieder geholfen. Dijana Vujcic streckt sich und legt die Hände in den Schoss. Sie ist sichtlich stolz auf ihr kleines Café.

Ohne Lehre ins Berufsleben

Als Teenager ist die heutige Unternehmerin in die Schweiz gekommen. Ihr Vater wollte, dass sie möglichst bald eine Arbeit sucht. So kam Dijana Vujcic, ohne Lehre, zu ihrem ersten Job im Service. Der Beruf gefiel der geselligen Frau sofort.

Fünf Jahre arbeitete sie in Würenlos. Dann verschlug es Dijana Vujcic in das Café der Bäckerei Hiestand in Schlieren. Dort blieb die Neuenhoferin dann 15 Jahre lang. Doch was fasziniert sie an dem Beruf? «Ich bin gerne unter Leuten und nehme mir gerne Zeit für meine Gäste.»

Ein neuer Kunde betritt das Café. Ohne zu zögern begibt sich die Wirtin hinter den Tresen und nimmt die Bestellung mit einem breiten Lächeln auf. Noch tauschen die beiden ein paar Sätze aus, dann setzt sich Dijana Vujcic wieder.

«Für das ist Gastronomie doch da, die Leute wollen reden.» Denn trinken könne man ja auch zu Hause, fügt sie mit einem Schmunzeln an. «Dijana Vujcic ist der Sonnenschein des Cafés und auch immer für ein Gespräch zu haben», bestätigt Daniel Bühlmann, ein Stammgast des Cafés D&M.

Mit Überzeugung zum Ziel

Die Arbeit in der Bäckerei Hiestand hat der aufgestellten Frau zwar immer gefallen, doch schon früh wusste sie, dass sie eines Tages etwas Eigenes aufbauen will. Der Mut dazu habe ihr nie gefehlt. Dijana Vujcic beisst sich auf die Unterlippe. Dann lächelt sie. «Aber ich muss erst von etwas 100 Prozent überzeugt sein, dann weiss ich, dass es gut kommt.»

Vor drei Jahren war es schliesslich so weit: Vujcic kündigte ihren Job und entschied sich für ein eigenes Café in Neuenhof. «Ich dachte mir, das Zentrum wirkt so tot, hier muss Leben hin.» Also stellte Vujcic Anträge und erwarb das Wirtepatent.

Sie sei nicht stur, aber zielstrebig. Das zahlte sich aus: Tatsächlich lief das kleine Café vom ersten Tag an gut. Finanziell schreibe sie bereits schwarze Zahlen. Auch wenn sie weniger Freizeit habe als früher, sei sie zufrieden. «Möglich war das aber nur, weil meine Kinder bereits älter sind.» Stört es die Familie denn nicht, wenn die Mutter die meiste Zeit im Café ist?

Dijana Vujcic lacht und schüttelt den Kopf. «Meine beiden Kinder kommen oft über Mittag vorbei und mein Mann nimmt hier sein Feierabendbier: Das Café ist unser zweites Zuhause geworden.»