Neuenhof
17.01.2018

Dieser Verein setzt sich für arme Kinder in Pakistan ein

Kinder in einer der «Slumschulen» in der Stadt Karachi. (zVg)Shamoon und Anita Masih in einer der «Slumschulen». (zVg)In den «Slumschulen» werden Mädchen und Jugen zusammen unterrichtet. (zVg)

Kinder in einer der «Slumschulen» in der Stadt Karachi. (zVg)

Shamoon und Anita Masih in einer der «Slumschulen». (zVg)

In den «Slumschulen» werden Mädchen und Jugen zusammen unterrichtet. (zVg)

Der Neuenhofer Verein «Slumschulen Karachi» setzt sich für benachteiligte christliche Kinder in Pakistan ein. Am Mittwoch, 24. Januar findet eine Informationsveranstaltung dazu statt.

Barbara Scherer

Sie sind arm und gehören vorwiegend der unterdrückten christlichen Minderheit an: die Schüler der «Slumschulen» in Karachi, der grössten Stadt Pakistans. Gegründet wurden die vier Schulen von Shamoon und Anita Masih aus Neuenhof. Zusammen mit Gunnar Wiebalck führt das Ehepaar seit 2013 den Verein «Slumschulen Karachi».

Ziel des Vereins ist es, benachteiligten und verfolgten christlichen Kindern eine Grundschulausbildung zu ermöglichen. «Nur mit einer Ausbildung können die Kinder später eine bessere Zukunft haben», sagt Shamoon Masih. Er stammt ursprünglich aus Pakistan.

Sein Vater organisierte Mitte der Achtzigerjahre eine Nachhilfe für arme Kinder. 1990 wurde daraus die erste Schule in einem Slum in der Stadt Karachi. «Die Schule befand sich anfangs im Wohnhaus meiner Eltern», erklärt Shamoon Masih. Er selbst kam 1994 als Flüchtling in die Schweiz, studierte hier und lernte seine heutige Frau kennen.

Zusammen begannen die beiden 2004 damit, die Schule von Masihs Vater zu unterstützen. Anfangs sei es ihr eigenes Geld gewesen. «Mit der Zeit halfen aber immer mehr Freunde und Bekannte mit», sagt Anita Masih. So konnten drei weitere «Slumschulen» aufgebaut werden.

Nur ein Tropfen auf dem heissen Stein

Heute besuchen rund 1000 Kinder eine «Slumschule». Dabei ist die Schule für arme Kinder jeder Religion offen. Vorwiegend besuchen aber christliche Kinder die «Slumschulen». Denn in dem überwiegend muslimischen Land werden religiöse Minderheiten unterdrückt.

«Was wir machen, ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber für uns zählt jedes Individuum», sagt Shamoon Masih. Im Vordergrund steht dabei, dass den Menschen vor Ort geholfen wird. So sind die Kinder der ersten «Slumschule» heute erwachsen und als Lehrer an eine der Schulen zurückgekehrt. «Das ist ein Erfolgserlebnis», sagt Anita Masih.

Der Schwerpunkt der Schulen liegt dabei auf Englisch. «Wobei die Kinder alles lernen, was hier auch unterrichtet wird», erklärt Shamoon Masih. Besonders sei dabei, dass Mädchen und Jungen zusammen unterrichtet werden. Das sei sonst in Pakistan nicht üblich.

1000 Franken zahlen 7 Lehrer

Finanziert wird das Ganze von Spenden aus der Schweiz. Wobei das Neuenhofer Ehepaar noch immer viel aus der eigenen Tasche bezahlt. «Mit 1000 Franken kann man in Pakistan viel bewirken. Davon können wir die Monatslöhne von fast sieben Lehrern bezahlen», erklärt Shamoon Masih. Dabei fliesst das gesamte gespendete Geld an die «Slumschulen». So ist der Verein seit einem Jahr steuerbefreit.

Shamoon Masihs Bruder kümmert sich vor Ort um alles. Um den Überblick zu behalten, reist der Neuenhofer aber mindestens zweimal im Jahr nach Pakistan.

Am Mittwoch, 24. Januar, veranstaltet der Verein nun einen Vortrag mit dem Journalisten Ulrich Tilgner zum Thema «Welt und Frieden» in der Aula Neuenhof. Anita Masih: «Dort wird auch ein Erfahrungsbericht einer Schweizer Lehrerin, die vor Ort war, zu hören sein und ein Kurzfilm über die ‹Slumschulen› gezeigt.»

Mehr Infos unter: slumschulen.ch.