Killwangen
31.01.2018

Aufgewacht: Das Jubiläum hat die Kirche aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Peter Zürn in der katholischen Kirche in Killwangen. (Melanie Bär)Kirche Killwangen. (Archiv)

Peter Zürn in der katholischen Kirche in Killwangen. (Melanie Bär)

Kirche Killwangen. (Archiv)

Seelsorger Peter Zürn zieht positive Bilanz über das Jubiläumsprojekt 600 Jahre Bruder Klaus. Doch es gebe rund 700 Katholiken in Killwangen, die keinen Anlass besucht haben. «Die möchte ich auch gerne noch kennenlernen», sagt er schmunzelnd.

Melanie Bär

Peter Zürn öffnet den Schaukasten vor der Kirche und entfernt einen Flyer. Darauf wurde auf ein Konzert am Wochenende hingewiesen. Der Kasten ist nun fast leer. Ebenso die Kirche. «Ein Jahr lang war das anders», sagt Peter Zürn.

Jetzt ist eine Verschnaufpause angesagt

51 Veranstaltungen fanden übers ganze Jubiläumsjahr verteilt statt: 7 Vorträge, 27 Mediatationen, 2 Theater und Konzerte, 10 Wanderungen, 2 Ausstellungen, 2 Exkursionen und eine externe Führung. 850 Besucher nahmen an den Aktivitäten teil. Für den Seelsorger ist klar: Nach dem Betrieb folgt nun die Ruhe. 

«Es braucht Zeit, sich Gedanken zu machen, innezuhalten, zu beten.» Für den Moment sei das gut, weil so neue Ideen entstehen könnten. «Doch es muss sich dann auch wieder ändern. Die Kirche muss mitleben.»

Ein persönlicher Höhepunkt war für Seelsorger Zürn die Männernacht. 10 Männer zwischen 40 und 90 Jahren wanderten im August eine Nacht lang von Killwangen nach Würenlos, schwammen über die Limmat und hielten immer wieder inne, um sich auszutauschen. «Wir kamen intensiv miteinander ins Gespräch», so Zürn.

Eindrücklich seien auch die Mediationen mit Claudia Nothelfer gewesen, die korrekterweise Kontemplation genannt werden. Die Teilnehmer trafen sich und schwiegen nach einem Einstiegsimpuls als ganze Gruppe. «Ich bin nicht so der Typ, der Meditationen macht. Mein Körper kommt mir ins Gehege, juckt mich überall.»

Am Schluss fand er es trotzdem schade, wenn es vorbei war, «weil plötzlich etwas wichtig wird, was vorher nicht sichtbar war», sagt der studierte Theologe. Das finden auch die anderen Teilnehmer. Deshalb nimmt ein Teil von ihnen weiterhin an solchen Meditationstreffen teil, die Claudia Nothelfer einmal pro Monat in Wettingen und Neuenhof durchführt.

Kirche will weiterhin volle Programm bieten

Es ist der einzige Anlass, der fest ins Jahresprogramm aufgenommen wurde. Und doch sei vieles in Bewegung gekommen. «Es ist ein Geschenk, wenn man bei einem schweizweiten Jubiläum mitmachen kann. Dadurch sind wir aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht», sagt Zürn. Er ist überzeugt, dass das auch nach den Festivitäten so bleibt.

Weil man alle vakanten Stellen besetzen konnte, werde künftig noch mehr Manpower nach Killwangen fliessen. «Wir werden als Kirche mitdenken und mithelfen, wenn es darum geht, die Anliegen der Familien zu stärken», so Zürn.

Trotz all dem Positiven gibt es für den Pastoralassistenten noch Potenzial nach oben: Von den 770 in Killwangen lebenden Katholiken habe ein Zehntel an den Jubiläumsanlässen teilgenommen. «Doch wer sind die anderen 700? Die möchte ich auch gerne noch kennenlernen», sagt er und schmunzelt schelmisch.