Killwangen
07.03.2018

Neues Fahrzeug wird nicht angeschafft

In Killwangen wurde das Referendum angenommen: Zwei Drittel der Stimmbeteiligten wollen nicht, dass ein Kommunalfahrzeug für rund 165 000 Franken angeschafft wird.

Melanie Bär

411 Personen stimmten für und 216 gegen den Verpflichtungskredit zur Anschaffung eines Kommunalfahrzeugs. Somit ist der im November an der Gemeindeversammlung gefällte Entscheid widerrufen worden. Damals wurde der Kredit mit vier Stimmen Unterschied (46 Nein, 50 Ja, 7 Enthaltungen) genehmigt. «Der Gemeinderat wird nun nach einer Lösung suchen, die für die Gemeinde und den Stimmbürger akzeptabel ist und die anfallenden Mehrkosten im Rahmen hält», sagt Gemeinderat und Ressortvorsteher Hanspeter Schmid.

Ob man bereits an der Sommergmeind eine neue Kreditvorlage unterbreiten könne, sei noch unklar. In der Zwischenzeit will die Gemeinde versuchen, ein geeignetes Fahrzeug zu mieten. Der bisher gemietete Lieferwagen wird man nicht zu den gleichen Konditionen wie bisher weitermieten können. «Wir hatten einen Vorzugspreis mit beschränkter Dauer. Zudem ist er, wie die Erfahrung in letzter Zeit gezeigt hat, aus verschiedenen Gründen nicht für den Gemeindedienst geeignet», so Schmid.

Schmid rechnet nun mit gewissen Einbussen und Mehraufwendungen oder längeren Erledigungszeiten. «Im Gegensatz zu anderen Gemeinden haben wir nicht für jede Aufgabe ein separates Fahrzeug, sondern wir müssen sämtliche anfallenden Arbeiten mit einem Gerät erledigen können.» Schmid bedauert, dass die erhoffte Einsparung von Arbeitszeit bzw. Arbeitspensen nun nicht im vorgesehenen Mass erfolgen kann. «Sollte der jetzt in Betrieb stehende und ‹krankende› Traktor in nächster Zeit seinen Geist aufgeben, werden wir nicht umhinkommen, uns auch hier nach einer Ersatzlösung umzusehen.» Mit dem abgelehnten Fahrzeug hätte der Verlust problemlos gedeckt werden können, so Schmid. Er sei jedoch überzeugt, dass die Mitarbeiter des Bauamtes trotzdem versuchen werden, einen tadellosen Job zu leisten.

Für die Referendumsführer ist mit der Ablehnung der Kreditvorlage das Thema vorläufig erledigt. Der Grund für die Annahme ihres Referendums sehen sie darin, dass der Gemeinderat im Vorfeld insbesondere mit Einsparungen argumentiert hat, diese aber nicht mit zusätzlichen Vor- und Nachteilen untermauert worden seien. «Zudem ist es für mich zwingend, bei einer Investition in dieser Höhe dem Stimmbürger ein oder zwei Alternativvarianten mit klaren Fakten und Zahlen zu präsentieren», sagt Urs Alt, einer der drei Referendumsführer.

Der Gemeinderat hingegen schreibt auf Anfrage, dass die Referendumsführer ihre Argumente nicht genau abgeklärt und dadurch teilweise nicht zutreffende Tatsachen ins Feld geführt hätten.

Alt glaubt nicht, dass bei der Beschaffung eines neuen Fahrzeugs mit langen Wartezeiten gerechnet werden muss. «Unsere Abklärungen haben klar gezeigt, dass mögliche Lieferanten sehr schnell und flexibel handeln können und bereit sind, schnelle und kostengünstige Hilfe anzubieten.» Er hofft, dass bereits an der nächsten Gemeindeversammlung eine wählbare Lösung präsentiert wird.