Neuenhof
07.03.2018

Dank Sport um die halbe Erdkugel

Ende Januar nahm Kurt Abt an der Senioren-Weltmeisterschaft im Langlauf in Minneapolis teil. Fotos: zVgKurt Abt nach dem Rennen.

Ende Januar nahm Kurt Abt an der Senioren-Weltmeisterschaft im Langlauf in Minneapolis teil. Fotos: zVg

Kurt Abt nach dem Rennen.

Der Neuenhofer Kurt Abt ist passionierter Langläufer: Zurück von der Senioren-Weltmeisterschaft in den USA trainiert er bereits für den Engadiner Skimarathon.

Sibylle Egloff

«3003 Engadin Marathon 1982», «201 Schwarzwälder Ski-Marathon 20. Februar 1983», «5795 Vasaloppet Blabär 1991»: Wer in Kurt Abts Wohnung die Treppe in den ersten Stock hinaufsteigt, muss aufpassen, dass er nicht stolpert. Der Blick bleibt nicht auf den Stufen, sondern schweift zu den Wänden hoch. An ihnen hängen zahlreiche Trikots mit Startnummern. «Wenn man mindestens 40 Mal an einem Engadiner Marathon oder Halbmarathon teilgenommen hat, darf man sich Giubiler nennen», sagt Kurt Abt und zeigt auf die beiden Trikots, die einen goldenen Kranz über der Startnummer haben.

So wird der Neuenhofer Jubilar auch am 50. Engadiner Skimarathon am 11. März als Langläufer starten. «Ich bin auch beim 42. Mal noch nervös», sagt der 70-Jährige und lacht.

Ein konkretes Ziel hat sich Abt für den «Engadiner» nicht gesetzt. Er ist trotz seiner fast 50-jährigen Langlauferfahrung bescheiden geblieben. «Dabei sein ist alles. Der Sport gibt mir Bestätigung und fordert meinen Ehrgeiz. Es ist schön, mit Kollegen in der Natur zu sein», sagt er. Seine bisher beste Zeit für die 42 Kilometer lange Strecke seien 1 Stunde und 45 Minuten gewesen. Mit dem Alter nehme die Leistung aber leider ab. Für ihn dennoch kein Grund, aufzuhören. «Das Langlaufen hält mich jung.» Und so trainiert der zweifache Vater und Grossvater jeden Tag bis zum Marathon in Graubünden. «Ich bin im Winter oft in den Bergen auf den Brettern.» Bei schönem Wetter am Skifahren, bei schlechtem am Langlaufen. Täglich lege er rund 15 Kilometer zurück.

Als 23-Jähriger kam Abt zum ersten Mal mit dem Langlaufsport in Berührung. «Ich arbeitete damals als Sanitär-Installateur in Stockholm. Langlauf hat einen anderen Stellenwert in Skandinavien als in der Schweiz.» Zurück in der Heimat setzte sich Abt mehr mit dem Sport auseinander und trat dem «X-tra Stadtturnverein Baden» bei. Zu Beginn fuhr er noch auf Holzskis und im Diagonalschritt. «Als die Skating-Technik in den 1980er Jahren aufkam, habe ich sofort gewechselt», sagt Abt, der zwanzig Jahre in der Neuenhofer Einbürgerungskommission tätig war.

Abts Leidenschaft führte ihn bereits um die halbe Erdkugel. So nahm er an zahlreichen Wettkämpfen in Europa teil. «Ich startete am Vasa-Lauf in Schweden, an der Marcialonga in den Dolomiten, am Skimarathon Finlandia in Lahti oder am König-Ludwig-Lauf in Bayern», erinnert sich der gelernte Sanitär-Installateur.

Vor drei Jahren führte ihn der Sport nach Syktyvkar in Russland. Dort nahm er zum ersten Mal an den Senioren-Weltmeisterschaften im Langlauf teil. 2017 folgte die Teilnahme in Klosters. Und auch dieses Jahr war Abt bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Minneapolis, USA, dabei.

Mit seinem Langlaufkollegen Herbert Huber aus Stetten bestritt Abt zwei Rennen. Sein Highlight waren aber nicht diese Wettkämpfe zehn Kilometer ausserhalb der Stadt, sondern der Plauschspurt mit Kindern durch Minneapolis.

Die Stadt habe zur Eröffnung der Super-Bowl-Week, die gleichzeitig stattfand, eine Langlaufloipe mitten in der Stadt erstellt. «Es war eindrücklich, zwischen den Wolkenkratzern Langlauf zu fahren», sagt Abt.

Amerika sei ein Abenteuer gewesen. Dabei hätten sie wahnsinniges Glück gehabt. «Der Norden der USA wurde von einer starken Kältewelle heimgesucht. Teilweise hatte es in Minneapolis –25 Grad. Als wir da waren, hatten wir aber perfektes Wetter. 2, 3 Grad plus.» Das sei ideal fürs Langlaufen.

Nun fiebert Abt dem «Engadiner» entgegen. Sein Ziel: Ein gutes Resultat erreichen. «Das ist wichtig, damit ich im kommenden Jahr weiter vorne starten kann», sagt er und lacht. Der 51. Skimarathon ist in der Agenda des Neuenhofers schon eingetragen, schliesslich will der Jubilar die Tradition fortführen.