Neuenhof
10.01.2018

Ursula Voser ist die neue Verwalterin

Toni Benz und Ursula Voser bei der Übergabe vor dem alten Schulhaus, wo Benz einst den Kindergarten besuchte.Melanie Bär

Toni Benz und Ursula Voser bei der Übergabe vor dem alten Schulhaus, wo Benz einst den Kindergarten besuchte.Melanie Bär

Nach 16 Jahren als Ortsbürgergutsverwalter gab Toni Benz Anfang Jahr sein Amt an Ursula Voser weiter.

melanie bär

«Ich will dir noch etwas zeigen», sagt Toni Benz zu Ursula Voser und öffnet die Tür des 3-Familien-Hauses an der Dorfstrasse 15. Es ist Mitte Dezember und Benz ist damit beschäftigt, sein Amt als Verwalter des Ortsbürgerguts seiner Nachfolgerin zu übergeben. Neben dem Spycher und dem Waldhaus gehört auch das ehemalige Schulhaus zu den Besitztümern der Ortsbürger. Ein spezieller Ort für den 72-Jährigen: «Denn hier habe ich als Kind den Kindergarten besucht.»

1867 wurde das Haus im alten Dorfkern gebaut und diente damals als erstes Schulhaus. 1974 wurde es in ein Mehrfamilienhaus mit je einer 5½-, 3½- und 1½- Zimmer-Wohnung umgebaut. Die Ortsbürger haben sie vermietet.

Als Verwalter war Benz 16 Jahre lang für sie und die anderen Liegenschaften der Ortsbürger verantwortlich. «In dieser Funktion kam es auch mal vor, dass ich abends um zehn ausrücken musste, weil in einer Wohnung Wasser die Wand heruntertropfte.» Da er als Liegenschaftsverwalter bei der Stadt Dietikon auch beruflich mit solchen Vorkommnissen zu tun hatte, stellte ihn das nicht vor eine grosse Herausforderung. Im Gegenteil: Kleinere Unterhaltsarbeiten hat er gleich selber erledigt.

Das wird seine Nachfolgerin Ursula Voser zwar nicht tun. Erfahrung im Immobilienverwalten bringt sie aber auch mit. Zudem ist sie seit 8 Jahren als Aktuarin im Vorstand der Ortsbürger tätig und arbeitet einen halben Tag pro Woche im Büro des Forstamts mit. Weil die Ortsbürger auch 78 Hektaren Wald und ein Waldhaus besitzen, wird ihr dieses Wissen bei ihrer Arbeit als Orts- bürgergutsverwalterin zugutekommen.

Doch was sind eigentlich die Hauptaufgaben der Ortsbürger? «Wir haben heute vor allem unterstützenden Charakter, etwa wenn es darum geht, das Ortsbild oder die Dorfkultur zu erhalten», so Benz. Dieses Jahr haben die Ortsbürger beispielsweise Führungen durchs Dorf finanziert.

Obwohl die Erträge aus der Waldwirtschaft durch die tiefen Holzpreise ungenügend ausfallen, steht die Ortsbürgergemeinde dank Einnahmen aus den vermietbaren Objekten, den Baurecht- und Pachtzinsen finanziell auch heute noch sehr gut da. «Ansonsten haben die Ortsbürger nicht mehr gleich viel Gewicht wie früher», so Voser. Trotzdem freut sie sich, in die Fussstapfen von Toni Benz zu treten und sich für die Ortsbürger einzusetzen.

«Es ist eine vielfältige Arbeit. Ich habe sie gerne gemacht und den Kontakt mit Mietern, Mitarbeitern und den Kommissionen geschätzt», resümiert Benz. Deshalb ist es ihm auch nicht ganz leicht gefallen, die Arbeit Ende Jahr abzugeben. Doch nach 27 Jahren Tätigkeit in der Ortsbürgerkommission und den zusätzlichen 16 Jahren als Ortsbürgergutsverwalter freut sich der 72-Jährige auch auf die zusätzliche Freiheit. «Es wird mir zwar fehlen, aber ich freue mich auch auf den neuen Freiraum!»