Wettingen
11.10.2017

Italienische Power: Diese Kicker haben Fussball im Blut

FC-Juventina-Junioren (schwarz-weiss) spielen gegen Birr auf dem Sportplatz Scharten in Wettingen.Ein Juventina-Stürmer (schwarz-weiss) holt sich den Ball.Einwärmen: Vor dem Spiel müssen die Junioren erst warm werden.

FC-Juventina-Junioren (schwarz-weiss) spielen gegen Birr auf dem Sportplatz Scharten in Wettingen.

Ein Juventina-Stürmer (schwarz-weiss) holt sich den Ball.

Einwärmen: Vor dem Spiel müssen die Junioren erst warm werden.

Den Fussballclub Juventina gibt es seit über 45 Jahren. Trotzdem kennt nicht jeder den Verein mit italienischen Wurzeln.

Barbara Scherer

Am Rand des Spielfelds sitzen sie: Eltern, Grosseltern, Geschwister. Sie jubeln. Sie schreien. Sie werfen die Hände in die Luft. Auf dem Sportplatz Scharten spielen die D-Junioren des FC Juventina. Obwohl es den Verein seit 1971 gibt, kennt ihn nicht jeder im Dorf. «Wir sind die Alternative für alle, die nicht nur 90 Minuten auf dem Platz sein wollen, sondern ein aktives Vereinsleben suchen», sagt Flavio Girolimetto, Präsident des FC Juventina. Seine Wurzeln hat der Fussballverein bei italienischen Einwanderern. Heute ist er der Letzte seiner Art im Aargau. «Aber wir sind längst nicht mehr alle Italiener», sagt Girolimetto und lacht. Er selbst sei Schweizer mit italienischen Wurzeln.

Das Südländische wolle man aber beibehalten. «Wir leben Fussball.» Dabei sei ein aktives und familiäres Vereinsleben wichtig. «Bei uns kennen sich eigentlich alle. Wir organisieren Feste und trinken nach dem Match noch etwas zusammen», so Girolimetto.

Im FC Juventina können Kinder und Erwachsene Freunde finden. Erfolg sei wichtig, aber nicht das Einzige. Darauf lege der Verein Wert. So wird im FC Juventina bei jedem Training im Trikot des Vereins geübt. «Das verbindet und schafft eine gemeinsame Identität», erklärt Girolimetto.

In den letzen Jahren ist der Verein stark gewachsen. Heute zählt er 163 Aktivmitglieder. Denn seit Girolimetto die Führung übernommen hat, besitzt der Verein Juniorenmannschaften. «Zudem sind wir einer der wenigen Vereine, die zwei Seniorenmannschaften über 50 haben», sagt Girolimetto stolz. Doch dem Verein fehlen die Trainer. Gerade mal vier Personen trainieren die Juniorenmannschaften. Es brauche aber mindestens immer zwei Personen für eine Mannschaft, erklärt Kristian Rodriguez. Er ist zuständig für die Junioren.

«Jeder darf sich als Trainer bewerben. Wir prüfen dann, ob die Person auch die pä-dagogischen Fähigkeiten mitbringt», so Rodriguez. Denn Fussball solle für die Kinder ein positives Erlebnis sein. «Wer trainieren will, muss auch einen Kurs absolvieren.» Wichtig sei auch, dass die Eltern der Kinder miteinbezogen werden. «Wir wollen eine Familie sein.»

Eine Mädchenmannschaft besitzt der Verein nicht. Bisher stürmen nur Buben das Fussballfeld für den FC Juventina. «Es gibt zu wenig Anmeldungen bisher», so Rodriguez. Das Interesse bestehe aber vonseiten des Vereins, eine Mädchenmannschaft auf die Beine zu stellen.